Willkommen auf meinem Blog

Auf dieser Seite findet ihr -in den verschiedenen Rubriken unter dem Titelbild- viele nützliche Infos rund um das Thema Vietnam und zudem jede Menge lustig-bis spannende Anekdoten aus meinem Alltag, als Schwiegertochter einer vietnamesischen Familie..

Samstag, 7. Januar 2012

(CATINAT) - Zuhause ankommen

Die Altstadtgasse, in der wir wohnen, ist eng , manchmal nur fuer eine Person. In Suedamerika benennt man solche Gassen mit dem bezeichnenden Zusatz „...de beso“ , Kussgasse. Sie hat drei Zu- bzw. Abgänge, von denen ich einen voll beherrsche, den zweiten halbwegs, den dritten musste ich vorläufig meiden. Jetzt schleife ich Besucher dadurch, die ich nie mehr wieder sehen will. Man wohnt ohne Garten, eng aneinander mit den schmalen Fronten. Das Haus ist schwer fotografierbar, weil die Sichtwinkel darauf sehr spitz sind. Auslaender verirren sich mal ausserst selten hierher. Fotografieren kann ich nicht, es sei denn heimlich, weil meine Frau und ich ein Teil der Wohn-/Lebensbevoelkerung hier sind. Und nicht zum abstaendigen „Dokumentieren“ hier sind.

Tägliche Obstverkäuferin in der Hẻm

Ein Nachbar, 83 Jahre alt, war gestorben, als ich eintraf. Die Totenfeier dauert fünf Tage, wichtiger noch : fünf Nächte. Musikkorps kommen und gehen. Dazwischen spielen sie. „Ohrenbetäubend“, Tag und Nacht, herrlich schräges Blech und Trommeln. Paradieren und machen Faxen, was das Zeug hält. Mit Trompeten, Schlagzeugen, mit und ohne Gesang – eigentlich gar nicht traurig – mit Vorführungen, alles vor dem Sarg von Opa und auf der Gasse davor, in der Nacht auch von sexy Tänzerinnen in knappem Kostüm. Am dritten Tag in diesem Trubel treffen die beiden Söhne des verstorbenen Herrn aus Amerika ein. 

Traditionelle Totenfeier

Das Fest wird noch lauter. Natürlich darf zwischendurch auch von den Verwandten mit dem weißen Stirnband geschluchzt werden. Das funktioniert bei vielen wie auf Knopfdruck. Auch bei Lan , meiner Frau . Bis ich kapiere : das ist ortsübliche Kommunikation aus eigentlich betrüblichem Anlass. Jedenfalls gibt das Erscheinen der sehr netten Herrn aus Amerika der Festtagsstimmung noch einen zusätzlichen Impuls. Sie stellen sich uns vor, wir stellen uns vor. Ich muss das etwas lauter machen, um ein Trompetensolo zu über“stimmen“; da bricht die Musik ab; man hört mich noch zwei, drei Silben schreien, die umstehenden Trauernden wirken amüsiert und verständnisvoll . Sie geben mir ein starkes Gefühl der Wärme, Zugehörigkeit, Solidarität, des Wohlwollens .

"De Beso" - z.dt. Die "Kussgasse"

Zum Glück : Lan gelingt es, zu weinen, alle nehmen das zur Kenntnis, viele stimmen ein, fassen sich an, umarmen sich in wohliger Trauer, der Kapellmeister erfasst die Situation, lässt gleichsam in einem herzhaften „Tusch“ den Cheftrompeter und den Trommler gekonnt die Situation meistern . Danke ! Am Morgen des fünften Tages wurde der Sarg - ein Kunststück in der engen Gasse – aus dem Haus getragen. Eigentlich : gekantet – und wäre um ein Haar samt Inhalt vor dem Eingang gekippt. Mit Mühe wuchteten die Männer ihn auf den mit goldenen und roten Drachen verzierten Katafalk. Vorher hatten Lan und ich vor dem Sarg und umringt von allen Anteilnehmenden mit Anzünden von Räucherstäbchen, Niederknien und dreimaligem Kopfsenken nebeneinander vom Toten Abschied genommen; ich hab aus den Augenwinkeln Lan beobachtend alles nachgemacht – offenbar fehlerarm. Wir schlossen uns dem sich bildenden Trauerzug mit Musikkapelle an. Meine Teilnahme bzw. Anteilnahme an diesem Geschehen hatte ungeahnte Folgen mit geradezu existentieller Bedeutung für mich. Das wurde mir aber erst später klar; oder besser : klar gemacht.

Weitab der Touristenpfade..Alltag in der Hẻm

In einen der auf dem Boulevard wartenden mit Rot und Gold und Drachenfiguren geschmückten Busse sind wir dann nicht eingestiegen. Die waren für den Transport der Verwandten zur Beisetzung auf dem buddhistischen Friedhof vorbehalten. Wir waren todmüde. Die Rituale sind wohl älter als der Buddhismus. Aber : in der Nachbarschaft sind wir „angekommen“. Ich spürte das in der Folgezeit an den freundlichen Reaktionen und der Aufgeschlossenheit der Nachbarinnen und Nachbarn. Wenn LaVie, der Wasserbehälter mit 21 Litern, vor unserer Tür angeliefert wurde, war sofort ein junger Mann aus dem gegenüberliegenden Haus da, um die Reparatur seines Motobikes zu unterbrechen und beim Hineintragen zu helfen. Wichtiger noch : Moi ! Beziehungsweise der Papa von Moi. Der Franzose, der eine Vietnamesin hier ein paar Häuser weiter im letzten Jahr geheiratet hat, ist mit ihr nach Frankreich gezogen, war in der Parfüm-Industrie tätig, wurde arbeitslos. Sie soll nicht glücklich sein – aber die Leute in unserer Gasse haben ihr Thema !

Donnerstag, 5. Januar 2012

Blog Info: Vietnamesische Tierkreiszeichen und Mondkalender

Nachdem ich mir heute zur Abwechslung mal wieder richtig schön Mühe für euch gegeben habe
und den ganzen Tag darüber gesessen bin, kann sich die Seite über die vietnamesischen u. chinesischen Sternzeichen bzw, Tierkreiszeichen und dem Mondkalender -nachdem hier ja lange Zeit eine unfertige Baustelle war- jetzt so langsam aber sicher, wirklich sehen lassen!

Diese Rubrik ist inzwischen also ziemlich umfangreich und informativ.
Natürlich werde ich mich euch zuliebe, nicht darauf ausruhen, sondern selbstverständlich weiterhin versuchen, noch möglichst viele Informationen darüber zusammenzutragen und in die Seite einzubinden.

Die Tierkreiszeichen

Ein bisschen mehr "Interaktivität" auf dem Blog, fände ich schön.
Ihr dürft euch also natürlich auch mehr beteiligen und einbringen und mir -wenn ihr möchtet- ruhig schreiben , was ihr gerne auf der Seite lesen oder finden würdet.

Ich starte ab heute, die neue "Macht selbst mit" - Aktion!!

Gibt es etwas spezielles zu diesem oder irgendeinem anderen Thema, dass euch interessiert und über das ihr deswegen gerne mehr erfahren wollt, schickt mir einfach eine kurze Nachricht (zum Beispiel in der -ich nenne sie zwischenzeitlich schon- "Adventure"/oder einfach "Menü"-Leiste, unter "Nachricht an den Webmaster", oder in einem Kommentar zu den posts).
Ich werde mich dann in die Materie einarbeiten und euch alles, was ich darüber in Erfahrung bringen kann, auf dem Blog zur Verfügung stellen.

Ihr bestimmt mit, wo's künftig langgehen soll!

Morgen gibt es dann übrigens wieder etwas neues von CATINAT, dem Co-Autor meiner Seite aus Saigon, für euch zu lesen. Ich konnte ja bereits einen Blick drauf werfen und kann euch versichern: ihr werdet "pegeischtert" sein!

Bis dahin habt ihr nun noch ein bisschen Zeit, euch mein kleines "Meisterwerk" mal genauer anzusehen, oder die neue Spielerei des Blogs, den chines./vietnames. TIERKREISZEICHEN, ELEMENTE und CHARAKTER-EIGENSCHAFTEN RECHNER ausprobieren und euch daran erfreuen.


Wisst ihr welches Tier u.Element ihr seid und welche Eigenschaften ihr habt?!

Ihr findet den Rechner sowohl auf der Startseite in der "Adventure-" (Menü-) Leiste, oder auf der ausgebauten MONDKALENDER+STERNZEICHEN Seite unter folgenden Link (oder eben über die Rubrik selbst auf der Startseite):


http://keovietnam.blogspot.com/p/mondkalender.html


Ich wünsche euch in jedem Falle viel Spass und hoffe, dass ihr künftig nicht mehr so "schüchtern" seid und sich ein bisschen mehr, durch eure Beteiligung regen wird, hier auf dem Blog!

Dienstag, 3. Januar 2012

(KEO) - Anh Tùngs glorreicher Einfall

Nachdem der kleine, proppere Wuchtwelpe, der Nachbarn meiner Schwiegermutter, nun schon seit geraumer Zeit, in seinem winzigen -etwas besseren Vogelkäfig- und zudem bei eiseskälte,
Tag und Nacht draussen vor der Haustüre lag, war dann vor rund einer Woche, anh Tùngs grosses Tierherz entflammt - genauer gesagt, es stand lichterloh in Flammen!

So ereilte mich also vor einigen Tagen, völlig unerwartet ein Anruf meines wundervollen Göttergatten, der den Wunsch äusserte, das verdreckte und verwahrloste Köterchen zu uns zu nehmen.

Sofort wurden bei mir "böse Erinnerungen", an die Zeit von vor 2 Jahren wach, als wir -"nur zum kucken" (wie Tùng mir versichert hatte!)-  aufgebrochen waren, um uns zum Spass ein paar Hunde, eben lediglich anzusehen.

Wirklich haben, wollte ich damals ausdrücklich keinen!
ICH wollte an diesem Tag wirklich einfach nur "schaun"! TÙNG hatte anderes vor ..
Und deswegen sind wir seit jenem Tag, um ein junges Chihuahua-Männchen (den wir aufgrund seines süssen "Gorillaganges", hinterher liebevoll King Kông getauft haben) reicher.

Mein hübscher, kleiner Mann

Rein theoretisch gesehen, ist King Kông Tùngs Hund.
Praktisch dann: MEINER!

Füttern, waschen, pflegen, erziehen, beschäftigen, Krallen stutzen, Augen wischen, Gassi gehen, Tierarzt aufsuchen: Alles meins!

Ob es stürmt, regnet, oder schneit (könnte ja noch kommen), ich müde, faul oder beschäftigt bin - của em cả=alles meins!

Dinge, wie "Gassi" gehen oder das Tier irgendwie anderweitig beschäftigen, empfindet Tùng -durch recht unterschiedliche Ansichten in der Haltung und Pflege von Haustieren-, als bodenlos überzogenes verhätscheln und dadurch widerum, als mein komplettes Privatvergnügen.

Der vietnamesischen Auffassung zufolge, ist es gänzlich ausreichend, einem Vierbeiner zu zeigen, wo im Hause er sein Geschäft zu verrichten hat und danach, kann man ihnen getrost auch ein Leben lang,  jegliches Sonnen- oder Tageslicht vorenthalten.
Selbst im "Impfpass" unseres Chihuahuas steht der Hinweis geschrieben, dass es sogar besser ist, dass eigene Hündchen sicher in unseren Vier-Wänden zu verwahren, sprich gar nicht erst nach draussen kommen zu lassen, um somit Krankheiten wie Tollwut und Infektionen vorzuschützen.

Bubu liebt seinen Papa heiss und innig

Bei so dermaßen unterschiedlichen Standpunkten ist es vorprogrammiert gewesen, dass es zwischen Tùng und mir, öfters mal "knistern wird im Gebälk", wenn es um das Thema Hundeerziehung geht.
Dass es gewaltige Meinungsverschiedenheiten geben würde, war allerdings nur einer, einer ganzen Reihe von Gründen, die für mich gegen den Kauf, des besten Freundes des Menschen gesprochen hatten.
Ein weiterer, wäre zudem der gewesen, weswegen ich bis dato auch noch keine Kinder wollte:
Der Verlust meiner Freiheit, meiner Unabhängigkeit und meiner Spontanität und allen weiteren Dingen, die eben nun mal hinzukommen, wenn man sich dazu entschliesst, künftig "zu dritt" zu leben. :)
Man kann anschliessend nicht mehr wie gewohnt so "mir nichts, dir nichts" in den Urlaub fahren, zum Feiern gehen oder einfach ausschlafen bis in die Puppen..
Man muss Verantwortung übernehmen -und das 24 Stunden täglich, 7 Tage die Woche.
Ein Alptraum! :)

Selbst meinen heissgeliebten King Kông, den ich jetzt natürlich um nichts auf der Welt mehr hergeben würde, wollte ich aus mehr als guten Anlass, demnach schon nicht!
Ganz zu schweigen dann, von einem verdreckten, psychisch bereits angeknacksten und mit Sicherheit schwer erziehbaren, fetten, kleinen Welpen aus der Nachbarschaft, mit dem ich so gesehen nichts zu schaffen habe.

Als Tùng also nun am Telefon, die glorreiche Idee äusserte, er wolle genau diesen Hund haben, sind bei mir sämtliche Alarmglocken angegangen.

Der kleine, dicke Wuschel "Misa"

Ich wusste doch genau, Tùng wird diese Tier in der felsenfesten Überzeugung anschleppen, er könne ihm innerhalb von 5 Minuten beibringen, artig und wie wir seine Toilette, ausschliesslich "auf der Toilette" zu verrichten und ansosnten...., ..-könne man ihn sich selbst überlassen und alle würden glücklich und zufrieden...

Die bittere Realität sähe aber selbstverständlich ganz anderst aus!
Tùng würde ihn in dieser zwar auch erstmal anschleppen, der nicht stubenreine Scheisser, der Zeit seines Lebens, ohne jeglichen Zuspruch in seinem kleinen Gitterkäfig verbracht hatte, würde danach aber -anderst als in Tungs Vorstellung- umgehend damit beginnen, alles vollzuscheissen-
und zu pissen und Tùng hätte binnen Stunden die Schnauze gestrichen voll und würde ihn schleunigst wieder loswerden wollen.

King Kong mit seiner Freundin, dem "Erdferkel"

Es kam sogar noch viel schlimmer, aber ich will hier nichts vorweg nehmen.
Tùngs Telefonat mit mir, an diesem verhängnisvollen Abend, verlief in etwa so:

-"Em, der kleine liegt wieder draussen. Ich habe "soundso" gesagt, er soll uns den Hund geben, damit wir uns um ihn kümmern. Ich bring ihn jetzt mit, ja?!"
-"Thoi anh! Das letzte Mal, als du dir einen Hund eingebildet hast, ist es an mir hängen geblieben. Ich will mich nicht um noch einen Hund kümmern müssen!"
-"Nee, das brauchst du doch nicht. Ich kümmer mich um den."
-"Haha, ja du kümmerst dich um den. Anh, der ist nicht stubenrein. Der wird hier alles vollscheissen und pissen und ich habe keine Lust, das wegzuputzen."
-"Das musst du nicht wegputzen. Ich zeige dem, dass er auf die Toilette geht wenn er muss."
-"Anh, das wird nicht so funktionieren, wie du dir das vorstellst. Du kannst dem nicht in 10 Minuten beibringen, wo der hinmachen muss. Überleg mal, wie lange ich damals bei King Kông gebraucht habe, bis ich ihn stubenrein hatte. Wenn er nicht macht, wie du dir das vorstellst und ständig ins Haus scheisst und pisst und du sollst das wegmachen, dann hast du innerhalb von ner halben Stunde die Schnauze voll."
-"Du musst dich um nichts kümmern! Ich mache das!" (Schon mal gehört?!)
-"Anh bitte, komm erstmal nach Hause und lass uns drüber reden. Wir haben auch noch King Kông und die beiden kennen sich. King Kông mag den nicht. Der ist eifersüchtig auf ihn. Er hat ihn schon ein paar Mal heftig gebissen! Ausserdem sind das zwei Männchen anh. Die fangen dann an überall hinzumarkieren! Das ist nicht wie mit dem Erdferkel (Tùngs Chihuahua-Freundin, die ca 2 Monate zum "decken" bei uns war).
Das sind zwei Männer. Die verstehen sich nicht. Das funktioniert nicht anh!"
-"Uh, ich kann ihn gleich mitnehmen. Ich komme jetzt mit ihm Heim ja?!"
-"Schatz bitte, lass uns erst nochmal in Ruhe drüber reden! Ich erkläre dir das später in Ordnung. Dann kannst du ihn immernoch holen, wenn du willst, aber komm bitte erstmal nach Hause und lass es uns bereden."
-"Uh, ja ok."

2 Minuten später war Tùng Zuhause. Das kleine Mistvieh auch.

Ich habe vorhin ja bereits verraten, dass die Geschichte im Anschluss natürlich wie von mir vorherbestimmt verlaufen ist und zusätzlich eine ganze Ecke schlimmer, als ich mir jemals hätte ausmalen können!


Mein gelibetes "Bubu Baby"

Bereits nach wenigen Minuten, war das erste Häufchen gesetzt und kurz darauf, tobte das kleine Scheisserchen dann auch schon mit einem Plastikball durch seine erste Pisspfütze, woraufhin sich alles schön im Haus verteilte.
Nach dem dritten oder vierten "Anh Tùng ơi, komm putzen, er hat schon wieder wo hingemacht!!", begann mein lieber, lieber Mann bereits zu meckern und zu schimpfen und in der folgenden Nacht, hat das Köterchen  als Zusatznervenbelastung für Tùng, noch all unsere Schuhe, Schlappen und Stilettos zerlegt.
Kein einziges Paar ist heil geblieben! Auch die brandneuen Tretterchen, meines Göttergatten nicht, die er erst am Tag zuvor gekauft hatte.
"Schaaaatz! Komm wischen!". "Schaaaatz, ich glaube DEIN Hund hat hunger!". "Schaaaatz, er hat schon wieder was kaputt gemacht!". "Schaaatz, wann duscht du ihn endlich, der kratzt sich wie wild!".
Man konnte zusehen, wie die Miene meines Mannes sich verfinsterte und die Stimmung auf "Anti-Haustier" umschwang.

"Schatten", ist Bubu allerdings meiner.. :)

Die nächsten 2 Tage über, versank unsere Bude in Fekalien, Wasserschüsseln und Futternäpfe wurden umgekippt und durch die Gegend geschleudert, alles, was nicht niet- und nagelfest war, wurde in seine Einzelteile zerlegt, King Kông lies sich 48 Stunden lang nurnoch auf meiner Schulter fortbewegen, denn -am Boden abgesetzt- brachen sofort wilde Kämpfe aus, der kleine kratzte sich wie wild, was zur Folge hatte, dass auch unserer damit anfing sich überall zu kratzen und ich deswegen hinterher sämtliche Decken, Hundebettchen und Hölen, Klamotten, Handtücher, Kissen und alle Bezüge waschen musste!
Die Wuchtbrumme biss permanent in Hände, Füsse oder Beine und zum krönenden Abschluss des Ganzen, dann ein Ei mitten auf unserem Bett, was letztendlich selbst für Tùng endlich zu viel des "Guten" war und woraufhin er umgehend damit begann, Freunde, Verwandte, Arbeitskollegen und Bekannte aus seinem Telefonbuch, rauf und runter anzurufen um zu fragen, wer einen jungen Hund geschenkt haben möchte. ;)

Gegen Abend des dritten Tages, hatte der Spuk dann ein Ende.
Eine der Angestellten aus Tùngs Büro, erklärte sich bereit den 5-6 Monate alten Welpen bei sich aufzunehmen.

"Beeil dich, und komm' schnell!" waren Tùngs letzte Worte, in Sachen "Misa", was der Name der kleinen Bratwurst war.

Obwohl bereits knapp eine Woche vergangen ist, konnte ich noch immer nicht jede der "Spuren", von Tùngs letzten "glorreichen Einfall" beseitig.
Bleibt zu hoffen, dass der Gute so bald nun nicht mehr auf eine neue, klasse Idee kommt...!
(Die wie immer, ich am Ende ausbaden muss..)

Wer übrigens wissen möchte, wie es "Misa" inzwischen ergangen ist, dem sei gesagt, dass auch die Arbeitskollegin nach nur einem halben Tag "genug" von ihm hatte und er am Ende, jetzt bei ihren Eltern auf dem Lande angekommen ist, wo er wenigstens nicht mehr vor sich hinvegitieren muss, sondern einen grossen Garten hat, in dem er sich nach herzenslust austoben kann..

Sonntag, 1. Januar 2012

(CATINAT) - Moi

Moi! Der kleine Moi. Alles an ihm ist rund. 
Der Bauch, die Beinchen, die Ärmchen, die Finger, das Jung-Buddha-Gesichtchen 
unter kahlem Rundschädel mit Stirnlocke, der Mund: alles ist rund. Sogar der Name : Moi. 
Nur die Augen, die sind mandelförmig. Moi warf sich zuerst mit der Wucht 
seiner runden drei Jahre gegen unsere Haustür und ließ das Blech zwischen den eisernen 
Gitterteilen scheppern. Unten durch die Windöffnung steckte er ein geballtes rundes Fäustchen 
durch. Schließlich zog er ab. Nach drei Minuten sah ich seine runden nackten Füßchen 
unten in der Windöffnung. Ein metallisches Kratzen und Hiebe gegen die Tür. 


Moi and me
 Moi verlangte mit mitgebrachter Schere als Waffe ärgerlich sein angestammtes Recht 
auf Eintritt , das unsere verschlossene Tür ihm verwehrte. Früher war er hier ein und aus
gegangen. Als das Haus noch den alten Damen gehört hatte, noch nicht umgebaut war, 
eine Holztür hatte, die tagsüber stets offen stand. Hier war Moi willkommener Gast und 
Mitbewohner gewesen. Ich holte einen Cookie aus der Keksrolle auf dem Tisch und schob 
ihn vorsichtig durch die Windöffnung in Richtung von Mois Füßen und Arbeitsgeräuschen. 
Ein Augenblick der Ruhe, dann kam die kleine Hand unten zum Vorschein , 
die die Schere ungeschickt ablegen wollte – und der Zugriff auf das Cookie-Angebot 
auf der oberen Treppenstufe. 

Dicke Freunde
Ich nutzte die Zeit des Waffenstillstands und öffnete die Tür einen Spalt. 
Moi drückte den Spalt weiter auf – da sah er mein Gesicht. Entsetzen in seinem Gesicht, 
der Rundmund mit Kekskrümeln blieb vor stummem Schreck offen. Mois runder Körper, 
nur mit Höschen bekleidet, wandte sich zur Flucht. So war es am Anfang immer gewesen : 
wenn Moi mich erblickte, packte ihn sichtbar das Grausen. So war es vor einem knappen Jahr. 
Auch das ihm mit der Hand entgegengestreckte Bestechungsangebot in Form eines Cookies 
schlug er aus und lief weg. Leise, überraschend helle Klagelaute stieß Moi nur aus, 
wenn der Reisigbesen oder ein kleiner Plastikstuhl im Raum seinen Rückzug versperrte.
Den Namen Moi leiten die Nachbarn und Eltern davon ab, dass der Kleine so ähnlich aussieht
wie ein Junge aus dem Volk der Moi, die von vielen als ein wenig beschränkt eingeschätzt werden. 

Moi und Oi
Ich selbst sei nicht der Auslöser von Mois Panik, erklärten mir die Nachbarinnen lachend 
und zeigten mit dem Finger auf meine Augen. „Moi hat noch nie helle blaue Augen gesehen.“ 
Das hat ihn so erschreckt. „Dabei sind Ihre Augen so schön.“ Na ja. 64 Jahre – was ist 
an mir noch schön ? Auf die Augen war ich gar nicht gekommen. Jetzt, ein gutes 
dreiviertel Jahr später, sind Moi meine Kekse wichtiger als seine Furcht vor blauen Augen
es war. Im Gegenteil. Moi ist zutraulich geworden, spielt im Wohnungseingangsbereich mit mir.
Er kommt jetzt gerne. Und eine geschlossene Hauseingangstür bekämpft er auch nicht mehr
mit der Schere. Er hat mich akzeptiert, trotz meines Makels der schrecklichen blauen Augen. 
Vor allem, nachdem sein Opa starb. Aufgrund meines Alters scheine ich irgendeinen Anteil
seines Opas übernommen zu haben. Ich weiß nicht, welchen. Und die Bedeutung 
dieser Akzeptanz konnte ich anfangs noch gar nicht richtig einschätzen. Fast war dies 
der Schlüssel zur allgemeinen Akzeptanz bei den Menschen in unserer Gasse. Wie sagt man ?
– „Die halbe Miete !“ Davon später.

Freitag, 30. Dezember 2011

Proudly presented: CATINAT - Mein künftiger CO-AUTOR

Hallo meine Lieben,
nachdem es die letzen paar Tage ziemlich still war, auf meinem Blog (ich behaupte einfach, dass war eine Weihnachtspause) ;) , geht es heute hier wieder runder als rund weiter.

Denn künftig, wird "mittendrin, statt nur dabei" nicht mehr nur von einem Autor (meiner Wenigkeit),
sondern gleich von ZWEI(!) Autoren (meiner Wenigkeit + Co-Autor!!) auf meiner Seite geblogt werden.

Ich habe mir nämlich -und das kann ich jedem nur wärmstens empfehlen!-, über Weihnachten einen äusserst schnittigen und schlagfertigen Co-Autoren zugelegt!


Euer Autor "Number One" KEO

Seiner einer hat seinen Sitz natürlich, wie ich in Vietnam, angesiedelt allerdings in der quirrligen Metropole, benannt nach dem guten, alten Onkel Ho: Saigon/Ho Chi Minh Stadt.

Sein Name ist: CATINAT und seine posts werdet ihr in Zukunft, regelmässig an den WOCHENENDEN, von FREITAG bis einschliesslich SONNTAG hier lesen können.

Wenn ihr wissen wollt, wer er eigentlich ist, dieser "Neue" da, dieser "Catinat", dann werft einfach mal einen kurzen Blick in sein vogelwildes Profil, dass ihr ab heute Nachmittag in einer der verschiedenen Rubriken, direkt unter dem Titelbild meines Blogs finden werdet.


Der zukünftige "Neue" an Bord CATINAT

Ich kann nur sagen, lasst euch überraschen und: ihr werdet begeistert sein! (Ich bin es schon) :)

Und weil ihr jetzt bestimmt gespannt seit wie ein Flitzebogen, auf den "Neuen" und wie "ER" so ist, dann sei euch gesagt: Heute ist schon der 1.CATINATOR-Freitag! Bis später also.... :)

Ich werde für euch bereits in der Überschrift markieren, um welchen Autor es sich bei dem geposteten Eintrag handelt, damit ihr gleich wisst, mit wessen Geschichte ihr es zu tun habt und auch gleich gezielt nach CATINAT oder KEO (also mir) Ausschau halten könnt, wenn ihr das möchtet.

Sonntag, 25. Dezember 2011

Schneeflöckchen, Weissröckchen..

Pünktlich zum Weihnachtsmorgen, lese ich auf der Temperaturanzeige für Deutschland und Vietnam,
jeweils 2 und 8 Grad ab.
Das sind ganze 6(!) Grad Unterschied..
Wir warten hier mit Spannung, auf den ersten Schnee :)

Wofür bin ich eigentlich ans andere Ende der Welt gezogen?!

Und für alle, die meinen relativ neuen Blog schon verfolgen, oder zufällig mal reingestolpert sind:
Ein frohes, stressfreies und besinnliches Weihnachtsfest 2012 und einen guten Rutsch für euch und euere Lieben!

Für alle Freund und Verwandte, die auf die Seite kommen:
Ihr fehlt mir fürchterlich! Ich wünsche euch und euren Familien ein wunderschönes Fest, auch wenn ich in diesem Jahr, wieder nicht bei euch sein kann.
Im nächsten klappts bestimmt!
Ich hoffe all eure Wünsche und Hoffnungen, werden im kommenden Jahr in Erfüllung gehen und ihr seid mit viel Liebe, Glück und Gesundheit gesegnet.

Damit niemand von euch neidisch zu sein braucht, haben wir uns diese Weihnachten, auch für Vietnam mal so richtig schön, beschissenes Wetter einfallen lassen.
Ich hoffe ihr seid damit zufrieden. ;)

In diesem Sinne:

FROHE WEIHNACHTEN und einen GUTEN RUTSCH INS NEUE JAHR 2012!!

Freitag, 23. Dezember 2011

(K)nightriders - Wenn Motorräder etwas mehr sind als..

Ein etwas trauriger und relativ neuer "sozusagen"-Trendsport,
unter der männlichen Jugend in Hai Phong, scheint es zu sein,
sich "Katz und Maus"-Spiele, mit der motorisierten Polizei vor Ort zu liefern.
Nachts, wenn die meisten von uns bereits brav in ihren Bett liegen, geht es oft rund,
auf den Strassen und Gassen der Stadt.
Ein Hauch von Benzin liegt in der Luft.
Wer so wie ich, hin und wieder des späten Abends unterwegs ist, kann Augenzeuge,
dieses durchaus nicht ungefährlichen Spektakels werden.
Bereits von weitem, ist dann schon das Motorengeräusch zu vernehmen,
bevor kurze Zeit später ein, noch junger Mann, in halsbrecherischen Tempo,
an einem vorbeirauscht.
Ihm dicht auf den Fersen, für gewöhnlich dann auch eine, bis mehrere Motorradstreifen,
die ihm an Tempo in fast nichts nachstehen.

Polizeikontrolle (Quelle: Capnhat.net)

Erst vorgestern Nacht konnte ich wieder einmal Augenzeuge,
dieses waghalsigen "Spektakels" werden, als ich -wie des öfteren in letzter Zeit-
noch gegen Mitternacht, mit King Kong unterwegs war.
Wie oben beschrieben, raste da also ein Jugendlicher, mit wahnsinnig überhöhter Geschwindigkeit, auf seinem Motorrad an mir vorüber, dem ein -ebenfalls mit Motorrad ausgestatteter- Polizist im Nacken saß.
Sowohl Jäger, als auch Gejagter, schienen gerade auf "Vollgas" zu gehen, als der flüchtende völlig unerwartet, eine mindestens ebenso "volle" Bremsung hinlegte, um daraufhin scharf nach links abzubiegen und in eine kleine Seitenstrasse zu verschwinden.

Der Beamte, der nicht auf diesen raschen Richtungswechsel gefasst gewesen zu sein schien, tat es ihm jedoch, -äusserst filmreif- mit quietschenden Reifen-, nach hinten ausbrechenden "Bike"- und einem auf den Boden gestützten Knie-, nach und konnte die Verfolgungsjagd dadurch weiterführen.
Solche und ähnliche Szenen setzen sich dann durch die halbe Stadt fort, bis der Raser von der Streife gestellt werden kann, oder sie ihn aus den Augen verliert.

Das beide dabei ihr Leben riskieren, scheint in diesen Momenten weder für den Polizisten, noch für seinen
-in der Regel noch blutjungen- Gegenspieler, eine Rolle zu spielen.
Quasi ein Zweikampf auf Leben und Tod, bei dem der Verfolgte austestet, wer das "Bike" besser beherrscht.

Ende einer Verfolgungsjagd, zweier Motorraddiebe (Quelle: Anninhthudo.vn)
Weil es zwischenzeitlich auch immer mehr der "Kids" gelingt, durch eine perfektionierte Fahrweise, den vietnamesischen Beamten zu entkommen und somit einer vermutlichen Strafverfolgung zu entgehen,
ist dieses leichtsinnige und waghalsige "austesten" der eigenen Grenzen und Fähigkeiten,
in einem "Machtkampf" mit den Hütern des Gesetzes, sicherlich mit ein Grund,
weshalb sich dieses "Motorradfluchten" derzeit so häufen.

Über die eigentlichen Ursachen, kann ich allerdings nur spekulieren.
Ich schätze mal, der bewusst provozierte Nervenkitzel und "Kick" für den Raser-, aber natürlich auch die Angst vor Strafe, sind weitere Anlässe, weshalb sich die Teenager einfach zum "Gas geben" entscheiden,
anstatt sich zu stellen.

Im modernen Hai Phong, widmen nicht wenige unter ihnen, fast die gesamte Freizeit dem Motorrad,
um immer bessere Fahrkünste zu erlangen und an neuen und ausgeklügelten Techniken zu feilen.
Einfach nur schnell fahren, dass war gestern.

Das "Kunstfahren" erfreut sich immer grösserer Beliebtheit und einer immer grösser werdenden Fangemeinde und Anhängerschaft.
Hierzu gibt es etliche Beispielvideos auf Youtube. Man will ja auch zeigen, was man kann.
Eines davon habe ich für euch rausgesucht, damit ihr euch selbst ein Bild davon machen könnt, was die
"bikefanatischen" Teenies dann so draufhaben:





Zudem stecken viele von ihnen, ihre ganzen Ersparnisse in die "Feinveredelung" und das "Tuning",
der eigenen Maschine.
Denn längst ist das Motorrad, nicht einfach nurnoch Fortbewegungsmittel,
sondern Lebensinhalt, Hobbie, Leidenschaft und Prestigeobjekt für jungen Vietnamesen.

In meinem Fall, konnte der Gejagte übrigens wieder einmal entkommen.
Einige Runden durch die Stadt später- und ein paar Querstrassen weiter, konnte er sich in einer kleinen
Einfahrt verstecken.
Der ahnungslose Polizist, fuhr einfach an ihm vorbei.

Ich hatte zwar kurz überlegt, den "Arm des Gesetzes" auf den Flüchtenden aufmerksam zu machen, entschied mich dann aber dagegen.
Denn hätte der Polizist mich übersehen, oder im Eifer des Gefächts nicht rechtzeitig verstanden, was ich andeuten will und wäre weitergerauscht, hätte ich mir der "Dankbarkeit", des sich gerade Versteckenden, mit Sicherheit gewiss sein können. ;)