Willkommen auf meinem Blog

Auf dieser Seite findet ihr -in den verschiedenen Rubriken unter dem Titelbild- viele nützliche Infos rund um das Thema Vietnam und zudem jede Menge lustig-bis spannende Anekdoten aus meinem Alltag, als Schwiegertochter einer vietnamesischen Familie..

Montag, 19. Dezember 2011

Anderstland

Nach einigen etwas ernsteren Themen, gibts jetzt mal wieder ein bisschen was für die Lachmuskeln für meine lieben Freunde und Leser.
Für all diejenigen, unter euch, die noch nicht wissen, dass in Vietnam eben alles "ein bisschen anderst" ist, habe ich euch die besten Schnappschüsse dafür rausgesucht:


Dept.of conservative Dentistry (z.dt. Amt für konservative Zahnheilkunde)

Nach den liberalen habe ich vergeblich gesucht...



Metro?!
Das dürfte dann wohl Vietnams kleinste Metrofiliale sein, oder aber Vietnams grösster Fall von eingetragenen Marken-Missbrauch..



The ASS, the cock and the lion (z.dt. Der Arsch, der Hahn und der Löwe)

Ich fand es eigentlich schon ausreichend, dass dieses Kinderbuch über einen aggressiven Hahn, einen stoned aussehenden Esel und einen Löwen mit Dreadlocks handelt, aber der Titel setzt dem dann noch die Krone auf..



Nationaler Mittagsschlaf
Der nationale Mittagsschlaf der Vietnamesen, muss unter allen Umständen eingehalten werden..
Auch wenn sich das Boot dann mal für einen weile alleine steuern muss...



I`m a man (z.dt. Ich bin ein Mann / Mode für Männer)
Warum?! Weil Männer auch wissen müssen, WO sie einkaufen sollen..



Cocktail / Mixgetränke: Vodka mit Vodka

In  manchen Lokalitäten hier, gibt es einige sehr, sehr starke Mixgetränke! Wie wäre es mal mit einem Vodka, mit Vodka?!



Al Qaeda Mode


In Vietnam gibt es selbstverständlich auch Läden, für den modebewussten Terroristen..



Fed Ex..
Fed Ex, gibt es auf der ganzen Welt, natürlich auch in Vietnam. Zwar nicht ganz das, was man erwartet, wenn man sich ein Paket über Fed-Ex liefern lässt, aber immerhin...



Windelimport aus Japan
Wenn dein Kind auch ein kleiner, fliegender Japaner ist, der über wolken tapsen kann, sind das die Windeln deiner Wahl..



Feuerwehr
Modernste Löschfahrzeuge, mit high-tech Equipment..ich hoffe meine Bude geht nicht in naher gelegener Zukunft in Flammen auf..



safe drink (z.dt. sicheres trinken)
Nachdem ich sämtliche Weinsorten getestet habe und sagen kann, dass sie definitiv "nicht sicher" waren, kommt nun aus Da Lat endlich ein Wein, der "sicheres trinken" ermöglicht..



Lady`s Milk and Cow Milk

Es gibt Fragen, die man besser nie stellen sollte! Eine davon wäre, was nun genau der Unterschied, zwischen der holländischen Damenmilch und der normalen Kuhmilch ist..


Fortsetzung folgt bestimmt.. :)

Kim Jong-il ist tot

Der Nordkoreanische Machthaber Kim Jong-il, verstarb den Medien zufolge, am Samstag während einer Zugfahrt, an plötzlichen Herzversagen.

Kim Jong-il während seiner Amtszeit
Der 69. jährige Diktator und Herrscher über fast 24 Millionen nordkoreanische Staatsbürger, der sein Land mit eiserner Faust regierte und seit Jahrzehnten, souverän gegen die Aussenwelt abschottete, hatte 2010 bereits im Vorfeld seinen inzwischen 28-jährigen Sohn Kim Jong-Un, zu seinem Nachfolger ernannt.
Das Land, dass vermutlich im Besitz einer Atomwaffe ist und seit rund 10 Jahren unter akuter Lebensmittelknappheit leidet, befindet sich rein formell gesehen, nach wie vor im Krieg mit Südkorea.
Dieser wurde zwar im Jahre 1953 mit einem Waffenstillstand eigentlich beendet, aber in den Nord-u.Südkoreanischen Grenzgebieten, kommt es nach wie vor, immer wieder zu militärischen Auseinandersetzungen.

Der künftige Staatschef Kim Jong-un
Die Meldung über den Tod des kommunistischen Staatsoberhauptes, versetzte somit ganz Asien in Alarmbereitschaft und auch das weisse Haus in Waschington erklärte, es verfolge die Berichte und Entwicklungen Nordkoreas mit höchster Aufmerksamkeit.

Der bereits 1994 verstorbene Kim Il-sung
Wenn ich mir so das versteinerte und verhärmte Gesicht des Nachkömmlings und künftigen Regierungschefes Nordkoreas ansehe, bleibt zu bezweifeln, dass sich für die Bevölkerung etwas im positiven Sinne verändern wird.
Da kann man wohl nur hoffen, dass der erste Eindruck täuscht und sich die Lage der ohnehin schon gebeutelten Menschen dort nicht auch noch weiter verschlimmert..

Nordkoreas künftiger Herrscher mit seinem Vater

Samstag, 17. Dezember 2011

Zum Wohl! - Alkohol in Vietnam

Da das Thema gerade im Forum-Vietnam (s.link rechts), in dem ich Mitglied bin, heiss diskutiert wird, will ich nun auch in meinem Blog endlich etwas darüber schreiben.

Essen, ist in Vietnam meist auch gleich trinken
Das Thema Alkohol, ist in Vietnam weit verbreitet.
Zum Trinken hat die Bevölkerung hier eine völlig andere Grundeinstellung, also ein ganz anderes Verständnis besser gesagt, als z.B. die Deutschen, Österreicher oder Schweizer.
Zwar sind "wir Deutschen", ebenso wie die Vietnamesen Gesellschaftstrinker, und trinken zu bestimmten Anlässen auch gerne in der Gemeinschaft, dass ist jedoch, in den oben genannten europäischen Ländern, dann bei weitem nicht so ein "muss", wie es in Vietnam der Fall ist.

Man könnte es quasi so formulieren:
In Deutschland trifft man sich, um dann auch etwas zu trinken und
in Vietnam trinkt man etwas, um sich auch zu treffen!

Wem nicht ganz einleuchtet, was ich eigentlich mit diesem Satz aussagen möchte, dem erkläre ich es so:
In "unserer" Kultur, steht in erster Linie, dass Treffen im Fordergrund.
Das ist der Mittelpunkt, des sozialen Umgangs miteinander.
Bei den Vietnamesen, steht das Trinken im Vordergrund. Das Trinken ist der Anlass für ein Treffen und ohne dem Trinken dann also auch kein Treffen.
Der Alkohol, ist also hier der Mittelpunkt des sozialen Miteinanders.

Mittrinken, auch eine Frage des Respektes gegenüber Ranghöheren
Sich dem zu entziehen ist, (solange man nicht genau zum anderen Extrem gehört und in völliger Frömmigkeit und Abstinenz lebt), in der Regel nur sehr schwerlich möglich, denn das "mittrinken" ist auch Teil des Ausdruckes von Respekt und Höflichkeit, beispielsweise gegenüber Geschäftspartner, oder ganz einfach ranghöher gestellten Personen.

Frauen sind hiervon -zumindest nach wie vor im Norden des Landes-, natürlich wieder einmal ausgenommen.
Für "Frau" schickt sich weder das trinken, noch die Zigarette.
Im Grunde genommen also alles, was so richtig Spass macht ;)
Trinkende-, rauchende- und feiernde-Frauen, vermitteln in Nordvietnam immernoch das Bild einer...ich sags ohne Umschweife und hoffe einfach, alle die das lesen, sind bereits erwachsen -und haben sowas schon mal gehört-: einer Schlampe.

"1 trăm phần trăm" / auf "ex"
Erst die aktuelle Jugend, die derzeit 18, 19 jährigen in etwa, ändern hier langsam ihre Sicht der Dinge und somit auch ihre Einstellung, was die jungen Damen anbelangt, mit denen sie verkehren.

Um aber zurück zu meiner Generation und den Generationen darüber zu kommen, würde ich sagen, dass so mancher Mann hierzulande, bei gleichem Trinkverhalten in Europa mit Sicherheit als mittelschwerer, bis schwerer Alkoholiker abgestempelt werden würde.

Auf fast keinem Tisch, fehlen die obligatorischen "Stamperl" u.Bier
Für Vietnamesen, ist die Flasche Vodka Hanoi, zu jeder Mahlzeit auf dem Tisch und ein paar Gläser Bier zum "nachspülen", nicht weiter bedenklich.

Etwaige, dubiose Leberheil- und Leberaufbaupreperate schmücken weitflächig die Werbeträger und in zahlreichen Werbespots, lächelt uns ein fitter Mitfünfziger, mit weit nach oben gereckten Daumen, für die positive Wirkung irgendeines Wundermittelchens gegen Leberschäden zu.

Die bittere Realität sieht wahrlich anderst aus.
In der hat Vietnam nämlich schätzungsweise, eine ganz ansehnliche Statistikrate an "Frühtoten", aufgrund übertriebenen Alkohlkonsums.

Alkohol, als eine Form des gesellschaftlichen "Miteinanders"
Kein Wunder aber, in einem Land, in dem es dem Standard entspricht, Geschäfte, Aufträge und Verträge, bei einer (oder eher 2, oder 3....) guten Flasche Cognac oder Whiskey zu besiegeln, dass Motto "Một trăm phần trăm" (100% bzw. "auf Ex") lautet und zu jeglichen Anlässen, die Herren der Runde, bereits im Vorfeld, lautstark verkünden: "Heute wird aber gesoffen, bis keiner mehr stehen kann..", oder der erste unter dem Tisch liegt, ect.. ;)

Durch meine Zeit in der Gastro, bevor ich nach Vietnam übergesiedelt bin und wo ich an den Wochenenden regelmässig die Bar "geschmissen" habe (natürlich frei nach dem Motto: einer für den Gast, einer für mich..), war ich für meine Anfangszeit hier, relativ gut gewappnet.
Wie oben bereits erwähnt, schickt es sich zwar für die Mädels hier nicht, sich gemeinsam mit den Jungs unter den Tisch zu saufen, aber ich konnte da ganz prima meinen "Ausländerbonus" ausspielen.
Natürlich hat es auch nicht lange gedauert, bis allseits bekannt war, dass "die Tay" trinkfest ist und es jeder mal mit mir aufnehmen wollte..

Ausländer werden gerne auf ihre "Trinkfestigkeit" geprüft
Ich kann also durchaus sagen, dass meine ersten Erinnerungen, die ich an Vietnam habe, ganz nett sind.. ;)

Aber selbst für "Hartgesottene" ist der, dann doch sehr bedenkliche Umgang, mit harten Alkoholika im Lande, wohl im Laufe der Zeit, ziemlich abschreckend.
Ich für meinen Teil, habe dem ganzen inzwischen seit rund 2 Jahren, gänzlich abgeschworen.
Für mich war das aber, verglichen mit der Situation und Position der meissten Männer Vietnams, vergleichsweise einfach, weil ich -wie zuvor schon mit dem Ausländerbonus- da dann den "Frauenbonus" ausspielen konnte.

Frauen sitzen am "Nichttrinkertisch" u."angestossen" wird ebenfalls mit Softdrinks
Männer haben, wie mir bereits mehrfach und ausgiebig erklärt wurde, eigentlich keine Chance, wenn sie nicht von Haus aus, eh schon zu den anderen "Radikalen", den Nichttrinkern und Spiessern gehören - und die Nichttrinker, sind zu gut 99 Prozent auch zugleich die Spiesser.

Zieht mal einer -aus welchen Gründen auch immer- den Antialkoholismus durch, kann man davon ausgehen, dass es mit ziemlich grosser Wahrscheinlichkeit und in absehbarer Zeit, einigermaßen ruhig um diese Person wird.

Auch ohne besonderen Anlass, wird gefrönt
Wie stark sich der Konsum alkoholischer Getränke, in der Bevölkerung tatsächlich verankert hat, kann man recht gut an der hohen Toleranz gegenüber diesem feststellen.
Bei gesellschaftlichen Anlässen und Ereignissen, ist somit das Sitzverhalten von Frau und Mann zu Beginn- und ohne erforderliche Absprache bereits geklärt und dem darauf folgeneden Geschehen angepasst.
Danach sitzen die Frauen etwas abseits der Männer und sind unter sich und nicht wie "bei uns" gängig, pärchenweise in gemischter Runde.

Auch seitens der Polizei, wird "Trunkenheit am Steuer" (zumindest immernoch, was das Motorradfahren anbelangt), für gewöhnlich noch geduldet und nur in seltenen Fällen geahndet.

Auch wer trinkt, fährt hinterher selbst
Eine meiner jüngsten, etwas abstrusen Erinnerungen, an meinen ersten Vietnamaufenthalt, ist die Heimfahrt nach einer feuchtfröhlich-, durchzechten Nacht, bei der sowohl mein bester Freund, als Auslandsvietnamese, als auch ich, ohne Führerschein und Fahrkenntnisse und natürlich mit "kräftig einem sitzen", die Maschinen, mit unseren vietnamesischen Freunden auf "dem Rücksitz schlummernd" (die konnten nämlich auch schon nicht mehr aufrecht stehen, wir wenigstens noch torkeln), -mehr schlecht als recht- in Richtung "Zuhause" gelenkt haben und auf dieser "Irrfahrt" durch die Nacht, dann von mehreren Polizisten aufgehalten wurden.
Das war Ende 2007 und es gab noch keine Helmpflicht in Vietnam, weswegen man mich -durch meine "weisse" Mähne (siehe die Erklärung hierfür bald unter "meine Geschichte", auf meinem Blog)- bereits von weitem, eindeutig als Ausländerin identifizieren konnte, was für die Beamten natürlich "Kohle" (hohes Schmiergeld) bedeutete.
Dieses musste von unserer Seite auch grosszügig entrichtet werden, nachdem wir eine Beschlagnahmung der Motorräder, durch einen Anruf bei einem Onkel (sprich Vitamin B, also Beziehungen) gerade noch so abwenden konnten, was natürlich aber nochmal extra gekostet hat. ;)
Nun hat allerdings sicher noch niemand etwas abstruses an dieser kleinen Geschichte gefunden.
Das kommt erst jetzt:
Der Grund dafür, dass die Polizei uns überhaupt erst aufgehalten hat, war laut eigener Aussage der Polizisten, nämlich weder die Tatsache, dass mein Freund und ich nicht im Besitz eines vietnamesischen "Lappens" sind, noch die Gegebenheit, dass wir beide so sternhagel voll waren, dass wir unübersehbar, kaum noch geradeaus schauen konnten..(Mama, ich hoffe du überliest das hier!) ;)
Die Sturzbetrunkenheit aller Beteiligten, hatte für die "Wachtmeister" also nicht die gerinste Rolle gespielt..
Nach dem Telefonat, mit dem Onkel meines Kumpels, um die "Bikes" vor der Beschlagnahmung zu retten und der Entrichtung unseres "Kaffegeldes", oder dem offiziellen Titel folgend: "der Strafe" ;) , haben unsere vietnamesischen Bekannten ihre Führerscheine zurück erhalten und wir durften dann auch getrost weiterfahren..

Eingelegt, mit den unterschiedlichsten Tieren, sagt man ihm Heilkräfte nach
Von Amtswegen her, ist Alkohl am Steuer, in Vietnam wohlgemerkt genauso verboten, wie in anderen Ländern auch!
Die Promillegrenze liegt derzeit, bei 0,05%, wenn ich mich nicht recht täusche und vermehrte Kontrollen, gibt es erst seit geraumer Zeit, da die hohe Zahl, der jährlichen Verkehrsunfälle und den Unfallopfern, die im Strassenverkehr -meist durch den Einfluss von Alkohol- sterben, ist nicht mehr von der Hand zu weisen und Vietnam verteidigt hier seit langem, eine traurige Spitzenposition.
Diese zunehmenden Ahndungen, betreffen jedoch nach wie vor, in der Regel nur die Autofahrer.
Auf dem Motorrad kommt man auch heute noch, für gewöhnlich unbehelligt von A nach B, wenn man etwas getrunken hat.

Eine mögliche Ursache, ist mindestens im Norden des Landes, mit Sicherheit das Problem, dass ausser "dem essen gehen", was einem gemeinsamen Besäufnis entspricht, nicht wirklich viele andere Möglichkeiten, zur Freizeitbeschäftigung, -sowohl für Jung als auch für Alt-, vorhanden sind.
Bestimmt kommen bei einigen auch Perspektivlosigkeit und andere Sorgen erschwerend hinzu, aber einer der weitverbreitesten Gründe, ist meiner Meinung nach tatsächlich die mangelnde Optionsgegebenheit für die Herren der Schöpfung.

"Wundermittelchen" wie rohe Eier, machen hinterher wieder fit
Weil sich das aber zunehmends bessert, bin ich gespannt, ob sich somit auch beim Trinkverhalten der Jugend künftig etwas verändern wird.

Bleibt abzuwarten - und hoffentlich Tee zu trinken.. ;)

Also dann, Prost, Mahlzeit und euch ein schönes Wochenende :)

Donnerstag, 15. Dezember 2011

Traumfänger - Die Geschichte des Áo Dài

Traumhaft schön

Es ist wohl einer der Inbegriffe schlechthin, in unserer Vorstellung über Vietnam.
Für viele, zudem auch das Sinnbild der vietnamesischen Frau und dass, obwohl das Áo dài (was übersetzt "langes Gewand" bedeutet) und im Norden in etwa wie "ao zai" und im Süden wie "ao jai" gesprochen wird,
eigentlich gar nicht nur für Frauen ist..

Traditionelles Áo dài von Mann und Frau
Denn die vietnamesische Nationaltracht, die aus einem knie- oder knöchellangen, auf beiden Seiten bis über die Hüfte hochgeschlitzten Seidenkleid besteht, unter dem lange, weitgeschnittene und oftmals weiße, aber durchaus auch farblich abgestimmte Seidenhosen, getragen werden und die Anfang des 12. Jahrhunderts, erstmals unter dem Namen Áo tứ thân beschrieben wurde, ist ursprünglich auch die typische Tracht der Männer Vietnams.

Hochzeitsprozessin der Braut
Von letzteren wird das Áo dài, dass damals auf Hochzeiten, für gewöhnlich in roter Form von der Braut und in Blautönen vom Bräutigam aufgetragen wurde, zwischenzeitlich nurnoch zu bestimmten festlichen Anlässen, zur Wahrung der Landessitten getragen.In der Region Bắc Ninh, ist das noch häufiger zu beobachten.

Modernes Áo dài, in den verschiedensten Farben und Formen
Eine weitere Varinate des Áo dài, war das Áo mớ ba (Dreier-Kleid), dass man dann zu kühleren Temperaturen trug und das wie schon aus der Übersetzung hervorgeht, aus drei Kleidern bestand, die man übereinander trug. Für den Winter, gab es diese Version dann als Áo mớ bảy (Siebener-Kleid), bei dem 6-7 Lagen übereinander getragen wurden. Die Kombination der durchscheinenden Farben, kennzeichnten den Geschmack und Stil ihrer Trägerinnen.

Eine Mitarbeiterin der Vietnam Airlines
Frühere Versionen des Áo dài, Áo ngũ thân genannt, reichen zurück bis in das frühe 18. Jahrhundert und waren an das traditionelle chinesische Frauengewand Cheongsam angelehnt. Die heutige Form des Áo dài wurde jedoch in den 1930er Jahren von dem vietnamesischen Designer Cát Tường (nach dem auch viele Strassen benannt sind und über den ich an anderer Stelle noch ausführlicher Berichten werde) entworfen und zuerst Áo tân thời (modernes Kleid) genannt. Mitte der 1980er Jahre gelang dem Áo dài nach Jahren des Vergessens der erneute Durchbruch in der Modewelt Vietnams, als es 1982 bei einem Schönheitswettbewerb überraschenderweise bei einer Kandidatin auftauchte – die auch mit einigem Stimmenabstand gewann.

Bei der Wahl zur Miss Áo dài
Heutzutage, ist das Áo dài, in schlichtem Weiß gehalten, in erster Linie die "Schuluniform" der Gymnasiastinnen
Es findet, in Rot bis hin zu Rosa, weiterhin Verwendung als traditionelles Hochzeitsgewand der Frauen und wird in den verschiedensten Farben und Formen, auch von den weiblichen Gästen einer Heirat getragen. 
Das Áo dài wird zudem regelmässig, für die unterschiedlichsten Festlichkeiten und Zeremonien aus dem Schrank geholt und viele Firmen und Unternehmen (z.B. am Flughafen, in Restaurants oder Hotels), fordern das Áo dài oftmals auch als "Arbeitskleidung".

Schülerinnen auf dem Heimweg
Jede vietnamesische Frau, gleich welchen Alters, hat schon eines in ihrem Leben getragen und sicherlich so einige davon im Schrank hängen, wobei diese dann meist von einem Schneider, auf Passform gefertigt wurden.
Die Preise variieren in Vietnam, je nach Qualität des Stoffes und Aufwand bei der Fertigung, beispielsweise durch hochwertige Stickmuster und Aufsätze, zwischen 20- und mehreren hundert Euro.

Verschiedene Auslandsvertreter tragen Áo dài
Selbst im Ausland gibt es bereits einige spezielle Läden (in der Regel Asiamärkte), die Áo dàis in ihrem Sortiment führen und im Internet finden sich ebenfalls einschlägige Seiten, wie zum Beispiel das relativ Bekannte "Áo dài Vinh", die dieses wundervolle Kleidungsstück vertreiben.


Ein unkonventionelles Paar, in traditioneller Hochzeitstracht
Ich selbst habe schon damals in Deutschland, zu verschiedenen Tanzveranstaltungen, bei denen ich mitgewirkt habe, ein Áo dài getragen und später dann, auf Wunsch der Familie, auch zu meiner eigenen Hochzeit in Vietnam und zur Heirat von Freunden und Verwandten hier. Leider (oder zum Glück) gibt es nur sehr wenige Aufnahmen davon. Zwei habe ich aber für euch rausgesucht:

Ich, am Tag der standesamtlichen Hochzeit

Und dieses hier, auf dem ich mit "meiner" geliebten Oma zu sehen bin:

Mit meiner geliebten Ba Giong


Selbstverständlich musste ich aber nicht dazu "genötigt" werden, ein Áo dài zu tragen, sondern habe es natürlich gern getan, da auch ich ein grosser Fan, dieses Kleidungsstückes bin.
Leider wird mir als Europäerin jedoch immer dieser "Zauber" und diese unvergleichliche Anmut und Eleganz fehlen, die das Áo dài, an einer echten Vietnamesin ausmachen.


Die einzigartige Schönheit und Anmut der Vietnamesinnen


Zum Abschluss für heute, habe ich euch noch zwei ältere Bilder, der früheren Form des Áo dài`s, aus dem Internet besorgt:

Familie Anfang des 20. Jahrhunderts, in traditionellen Gewand
 Und das letzte Foto:

Frauen im Áo dài, der 1930er Jahre

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Advent, Advent..(ach du heilige Scheisse)

So, nachdem wir es nun vor ein paar Tagen endlich geschafft haben, auch noch den grossen Untertopf  (und damit meine ich wirklich gross!) unseres vietnamesischen Neujahrsbaumes zu entfernen -den eigentlichen Baum hatte Tung bereits vor etlichen Wochen abgesägt und nachts heimlich auf die Strasse gelegt-,
können wir ihn aber eigentlich auch schon bald wieder reinholen, da das neue Jahr ja inzwischen schon wieder vor der Tür steht..!

Josef und Maria winken bei einer Schulveranstaltung an Weihnachten ihren treuen Fans

Stellt sich für viele von euch da draussen, sicherlich die Frage, wie das eigentlich so zur Weihnachtszeit und zum Jahreswechsel ist, am anderen Ende der Welt, in Vietnam?!
Kennen die Vietnamesen Weihnachten -und vor allem: feiern sie es auch?!
Und wenn ja, -wie feiern sie es dann?!
Und wie ist das dann mit Silvester und dem vietnamesischen Neujahrsfest, "Tết" genannt?!

101 Bärchen-Baum in einem Hotel

Ich will versuchen, für euch ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.

Im Allgemeinen kündigt sich die Vorweihnachts- und Vorvietnamesischesneujahrsfestzeit, in der Regel mit einem gaaaanz, gaaaanz grausamen Ritual an, dass alle Jahre wieder kehrt und uns dann für mindestens 4-5 Monate verfolgt...:



Der unvergessliche Dauerbrenner in Vietnam: Abba`s "Happy New Year" Song.
Mein ganz persönlicher Alptraum dieses Hits, beginnt bei dem oben geposteten Link, in etwa bei Minute 00:55. Diese eine, kleine, fiese Stelle "happy neeeheeew year, happy neehhheeew year..." trällert hier rauf und runter und rauf und runter und rauf....und natürlich auch wieder runter... :/

In Vietnam ist es kein Problem, wenn Santa aus Ghana kommt

Das Lied wird überall und zu jeder nur erdenklichen Gelegenheit gespielt.
In Supermärkten und Läden, in voller Lautstärke -bei letzterem über deren Mega-High-End-Boxen- auch noch auf offener Strasse, in jedem Haushalt, bei jedem Besuch, bei jeder Veranstaltung, bei jeder Party...
Ja, sogar das Fernsehen ist nicht davor sicher und die Werbung bedient sich hier auch ganz eifrig, in rund einem Dutzend Werbespots, dieses Samplers.
Ein "entkommen" ist also schier unmöglich, Flucht zwecklos.

Dabei ist es eigentlich nicht unbedingt so, dass die Vietnamesen einen besonderen Bezug zu Weihnachten hätten.
Nur ein kleiner Teil der Bevölkerung ist christlich und kann daher auch etwas mit Begriffen wie "Josef und Maria", "die Geburt Jesu" und dem "heiligen Abend", anfangen.
Der flächendeckende Rest, feiert einfach mal -vermutlich weil es die grossen Industriestaaten halt tun- mit, ohne dabei wirklich zu wissen wie oder warum..

In der Arbeit musste für den Baum der deutsche "Profi" ran

Das erklärt dann vielleicht auch, dass Weihnachten in Vietnam ein bunter Mix aus irgendwie allem ist, was in vietnamesischer Vorstellung wohl Weihnachten sein könnte:
Viel Kitsch, Bling-bling, Licherketten, Kunstschnee, Rentiere - und eben eine handvoll ausgewählter Weihnachtssongs!

Die grossen Städte erleiden somit zur Adventszeit eine riesen Reizüberflutung an Dekomaterialien, um dann, wenn der Tag der Tage gekommen ist, mit einem grossen Fragezeichen, was nun eigentlich getan werden soll, zu enden.
Denn wie Weihnachten aussehen soll, dafür gibt es reichlich Vorlagen im TV und über das Internet, nur warum das ganze und vor allem, wie das eigentliche Fest, der heilige Abend zelebriert werden soll, ist den Vietnamesen anscheinend noch nicht so ganz klar.

Zwischen Palmen und Topfpflanzen

In Schulen gibt es beispielsweise deshalb am 24.igsten, oft einfach irgendwelche Tanz- u. Gesangsaufführungen und
wer auf gemütliche, intime Familienabende- oder Feste, Bescherung, Plätzchen oder Adventskranz hofft, den muss ich leider enttäuschen, denn "die Alten" tun in der Regel an diesem Tag gar nichts und die jungen Leute tun das, was sie immer tun  - sie gehen es mit ordentlich viel Lärm und Alkohol im Karaoke oder der Disko feiern.

In der "vietnamesischen Variante" checkt Maria ihre E-mails
Haben die Vietnamesen dann endlich den fragwürdigen Teil an Weihnachten hinter sich gebracht, steht auch schon das nächste "Importmysterium" an: Das westliche Neujahr!
Dieses würden Vietnamesen im Normalfall gar nicht "begehen", da die meisten asiatischen Länder ihr "eigenes" Silvester haben, dass sich nach dem Mondkalender richtet, welches sich von Jahr zu Jahr um einige Tage oder Wochen verschiebt und dass rund 1-2 Monate nach dem uns eigentlich bekannten Jahresneustart anstehen würde..
Ja, würde..aber die Vietnamesen wären nicht die Vietnamesen, wenn sie sich dafür nicht auch was hübsches hätten einfallen lassen und so wird dann eben auch der 31.12, mal eben schnell zu einem Nationalfeiertag -ohne wirklichen Sinn und Funktion- umfunktioniert.

Und auf welche Weise das neue Jahr, dass in Asien eigentlich ja noch gar nicht das neue Jahr ist, dann gefeiert wird, könnt ihr euch sicherlich bereits denken..:
Richtig! Mit viel Lärm, Alkohol und im Karaoke oder der Disko, zu harten Bum-Bum beats.

Eins der wenigen Weihnachtsgeschenke, die ich in Vietnam bekommen habe
Wenn dann (Gott sei Dank) dieser ganze, verwirrende "Mitläufer-Marke Eigenbau-Stress" vorüber ist, beginnt man sich langsam auf das vorzubereiten, wovon man auch wirklich was versteht: Das Tết-Fest, nämlich das wirkliche Neujahrsfest der Vietnamesen und vieler anderer asiatischer Länder.

Wie dieses dann von statten geht, beschreibe ich euch jedoch beim nächsten Mal und wünsche an dieser Stelle schon mal vorsorglich, frohe Weihnachten und einen guten Rutsch, ins "neue Jahr", bevor ich euch noch kurz ein paar Bilder vom letzten Jahr, bei uns zu Hause zeige.

Wir, oder besser gesagt ich, hatte letzten Dezember nämlich beschlossen, unserer "Kurzen", ihr erstes richtiges Weihnachtsfest+Adventszeit, nach "deutscher Manier" auszurichten, um ihr einen kleinen Einblick in meine Kultur zu geben und zudem, weil ich mich daran erinnere, wie schön Weihnachten als Kind für mich selbst war.

Im Erwachsenenalter hat sich das dann zwar etwas gewandelt und ich empfand den ganzen Weihnachtstrummel, das rennen nach Geschenken und den allgemein, viel zu weit überzogenen Kommerz-u. Konsumwahn zu dieser Zeit einfach nur nervig und unschön.
Insgeheim lief bei mir das Fest der Christen, unter "Fest der Scheinheiligkeit".

Seltsamerweise hat sich das aber wieder geändert, seit ich es in den letzten Jahren nicht mehr so richtig feiern konnte und deswegen möchte ich Bi (s.bald unter "Über mich" od. der Tag-Cloud) nun ein Stück von diesem Zauber, den Weihnachten auf die Kinder hat, näherbringen.

Hier also die Fotostrecke vom Winter 2010:

Han, King Kong und ich an Bi`s 1.Weichnatsfest

Mein selbstgebastelter Adventskranz

Natürlich gabs auch eine Bescherung

Han mit einer Freundin, beim öffnen der Geschenke

Neugierig kuckt Han, was in Papas Weihnachtskarte steht

..und freut sich über das anscheinend gelungene Geschenk

unser Wohnzimmer mit Girlande und Plastikbaum ein bisschen auf Weihnachten getrimmt

Sonntag, 11. Dezember 2011

Sie liebt mich, sie liebt mich nicht...

Für all die jenigen unter euch, die meinen, noch relativ "jungen" Blog schon regelmässig verfolgen, erstmal ein grosses "sorry"!
Ich habe mir vor ein paar Tagen wohl einen Virus über das Internet eingefangen und seidem steht mein Notebook kopf, was vielleicht die erst spärlich gesäten posts und die ewigen Baustellen auf meiner Seite erklären.
Ich werde mir künftig mehr Mühe geben, euch nicht so lange auf die neuen Einträge warten zu lassen, aber nun zum eigentlichen Grund meiner neuen Nachricht:

Das wäre eine Email, von einer neuen Internetbekanntschaft gewesen, die seit einigen Monaten nun, in Hanoi lebt. Dort schrieb sie mir: "Ich komme mir in Vietnam manchmal vor, wie unter einer riesen Kinderschar.."
Mit Verweis darauf, dass dieser Gedanke allerdings nichts mit der Grösse meiner Bekannten zu tun hat.

Auslöser für diese Feststellung, war ein Gang zur Apotheke, auf "Heimaturlaub" in Deutschland, wo ihr schnell und unkompliziert geholfen werden konnte.
"In Vietnam wäre das wieder ein riesen Umstand gewesen", schrieb sie weiter und dann kam die Frage: "Ob ich sie verstehen würde? Ob ich wüsste, was sie meint"?!

Ob ich weiss, was sie meint?!?!

Ja aber Hallo! :) Ich kann sie nicht nur verstehen, seit dieser Mail von ihr, fühle ich eine tiefe, seelische Verbundenheit!! ;)

Jedoch meinte die Bekannte auch, "psst, aber bitte niemanden weitersagen" :)
Guuuut, ich werde es nicht weitersagen... - Ich werde drüber schreiben! ;)
Ihre Identität ist hier ja gewahrt und wir sind ja unter uns. Ich für meinen Teil, habe aber kein Problem damit, hier mal "Tacheles" zu reden und ohne Umschweife zu zu geben: "Ja! Auch mir gehen die Vietnamesen hin und wieder auf den Sack!"
Und das nicht nur hin und wieder, sonder geschätzte 5 Minuten täglich.
Wenn sich zum Beispiel mal wieder zum hundertsten, ein zwei Köpfe nach mir umdrehen und einer der beiden Köpfe zum anderen sagt: "Boah, eine Tay! Da läuft eine Tay", oder wenn bei einer, meiner wenigen Einkaufstouren im Big C Center oder der Metro, zum dritten Mal in folge, meine Einkäufe inspiziert und kommentiert werden oder aber, ich zum tausendsten nach über 3 Jahren gefragt werde, was wir eigentlich essen Zuhause..
Weiter Klassiker, sind missglückte Englischversuche, der unumstrittene "Hello!"-Rufe-Renner, bestaunen und anfassen, der blonden Haare, die Bitte um Almosen, die weitverbreitete Meinung, das Geld würde auf Konten von Ausländern von alleine nachwachsen, irgendwelche anderen abstrusen und teils beängstigenden "Annährungsversuche" und der Ausstausch von Informationen darüber, wer oder was ich bin unter mir völlig unbekannten Menschen.
(Vietnamverrückt?!)

Da das aber noch nicht ganz das ist, was meine Bekannte gemeint hat, als sie von der Kinderschar schrieb, gehe ich noch etwas weiter ins Detail.

Für "uns", die Leute, die nämlich im Ausland grossgeworden sind, kann Vietnam vermutlich nie mehr sein, als eine "Hassliebe".
So niedlich und liebenswürdig, die Unbeholfenheit der Vietnamesen auf den ersten Blick auch sein mag, muss man sich -aus welchen Gründen auch immer- über einen längeren Zeitraum hier aufhalten, kann einen das mitunter in den Wahnsinn treiben.
Wir Deutschen, Österreicher oder Schweizer sind im Verlgeich zur vietnamesischen "Gemütlichkeit" (Lethargie?) und Gleichgültigkeit wahre Workaholiker und Perfektionisten.

Über Türen, die nicht richtig schliessen, Kanten, die nicht gerade sind, Bodenbeläge, die Wellen schlagen, oder Bilder, die schief hängen, zuckt man hierzulande nur gelassen mit der Schulter, während uns diese Bilder teilweise bis in den Schlaf verfolgen.

Die Frage ist allerdings, welche Lebensform einem die höhere Lebensqualität beschert, die Bilder, die perfekt an der Wand hängen, oder ein gemässigter Pulsschlag mit friedlicher Nachtruhe?!