Willkommen auf meinem Blog

Auf dieser Seite findet ihr -in den verschiedenen Rubriken unter dem Titelbild- viele nützliche Infos rund um das Thema Vietnam und zudem jede Menge lustig-bis spannende Anekdoten aus meinem Alltag, als Schwiegertochter einer vietnamesischen Familie..

Donnerstag, 9. Mai 2013

Familienzuwachs

Nein Kind wird es noch keines und es hat auch diesmal wieder vier Pfoten.
Auf Facebook habe ich schon so einiges über sie berichtet und dabei völlig
vergessen, euch davon zu erzaehlen. :)

Ich hoffe hier achtet jeder nur auf die Katze..oder verpetzt mich nicht bei meinem Mann ;)
Unser neuer Familienzuwachs war naemlich ganz und gar nicht eingeplant
und kam lediglich durch eine Verkettung unglücklicher Umstaende zu
uns. Ursprünglich war das kleine Kaetzchen, das nun ebenfalls hier Zuhause
ist eigentlich das neue "Haustier" unserer direkten Nachbarn.

King Kong haelt nach seinem kleinen Schützling Ausschau..
Wie ihr schon im "Fensterln"-Eintrag von vor einiger Zeit sehen konntet,
liegt unser Wohnzimmerfenster sozusagen direkt im kleinen Vorgarten
des jungen Nachbarpaerchens, die damals King Kongs Freundin Mika
hatten, die leider eines Nachts auf mysteriöse Weise verschwand.. :(

Wer entdeckt wo sie sich hingekauert hat?!
Da die beiden eigentlich ziemlich tierlieb sind, hatten sie sich vor
etwa 2-3 Wochen ein neues Haustier angeschafft.
Ein winzig-kleines weiss-orange getigertes Katzenjunges.
Anh Tung und ich erfuhren davon durch fast 48-stündiges, nicht abreissen-
wollendes Geschrei. Anfangs "wollte" ich gar nicht wissen, woher es kam,
denn ich hatte die Befürchtung, dass sich da jemand lediglich einen kleinen
"Snack" nach Hause geholt hatte..
So traute ich mich erst nach fast 2 Tagen überhaupt nachzusehen,
wessen Kehle das verzweifelte Gekraechze entstammte.

Auf "Papas Schoß schlaeft es sich aber immernoch am besten"!
Das winzige Geschöpf kauerte auf dem noch relativ kalten Boden in
Nachbars Garten. Befestigt mit einer Kordel die ihr um den Hals
geschlungen-und die mit dem anderen Ende an einen kleinen Strauch
gezurrt worden war.

Miu entdeckt unsere kleine Gartenecke
Als die beiden an diesem Morgen zur Arbeit aufgebrochen waren,
wagte ich erneut einen Blick auf das Katzenbaby, da dem Geweine
nach sicher irgendetwas nicht in Ordnung war da drüben und
tatsaechlich: nach einer Drehung des Kaetzchens konnte ich erkennen,
dass es sich die rechte Pfote in der Schur um ihren Hals verhaeddert
hatte und dies ihr scheinbar nun ihr kurzes Beinchen abschnürte.

Ein Herz und eine Seele
Ein herzzerreissender Anblick den ich selbstverstaendlich nicht lange ertrug.
Irgendetwas musste ich unternehmen, aber was?!
Wer schon mal in Vietnam war weiss, dass
Gaerten und Haeuser hier hermetisch abgeriegelt- und für gewöhnlich
mit Stacheldraht, spitzen Stacheln, hohen Mauern und aufgesetzten
Glasscherben gegen mögliche Einbrecher gesichert sind.
So auch in diesem Falle.

Da musste ich drüber...
Das Pfötchen war unten schon abgeknickt und sah zwischenzeitlich
wirklich schrecklich aus. Die kleine Maus musste sicherlich höllische
Schmerzen haben und ich wollte nicht riskieren, dass das Bein evtl.
ganz abstarb, bis jemand nach Hause kam.

Auf so ner kleinen Miu schlaeft es sich doch fein, oder?! ;)
Ich überlegte fieberhaft, was ich unternehmen könnte..
Irgendwann viel mir glücklicherweise die Leiter ein, die ich erst tags
zuvor nach oben geraeumt hatte. Jetzt nachdem ich einen möglichen
Weg hatte, suchte ich kurzentschlossen eine kleine Schere, ein
Halsband aus King Kongs Kindertagen plus Leine zog mir festes
Schuhzeug an, packte alle Sachen in eine kleine Tasche und holte
die Leiter und ein paar alte "Badezimmerteppiche".

Auf Mamas Schoß allerdings auch.. :D
So ausgerüstet machte ich mich auf zu nachbars Garten, bzw dessen
Gartentüre und begann meinen Einstieg. Als ich die Eisenstacheln
umwickelt mit Stacheldrahtzaun auf dem Mauervorsprung über der
Türe überquerte, haette es mich fast nach unten gebrezelt, aber
dann wars geschafft und ich drüben. Wie ich spaeter -diesmal ohne
Leiter, da die sich ja auch der anderen Seite der Türe befand-
nach draussen kommen wollte, daran verschwendete ich nun keinen
Gedanken mehr sondern machte mich umgehend an die Befreiung
der Katzentatze.

Miu zumindest mit befreiter Pfote und sanft gebettet, nach meiner Hilfsaktion
Die sah wirklich schon mehr als übel aus. Das untere Drittel war
komplett umgeknickt, da war wohl nichts mehr zu machen.
Was ich zum damaligen Zeitpunkt noch nicht wusste war jedoch,
dass die Pfote gar nicht durch das abgeklemmt sein in der Kordel
um ihren Hals verursacht worden war, sondern sie der Frau,
die das Kaetzchen unseren Nachbarn verkauft hatte aus dem Arm
herunter auf die Erde gestürzt war, wobei das kleine, zarte Beinchen
gebrochen worden ist.


Im Anschluss wurde das dann einfach so gelassen, weshalb die
kleine Hexe jetzt auf einem halben Bein in L-Form herum humpeln
muss. Morgen sind wir allerdings bei einem neuen Tierarzt, den Tung
nach verzweifelter Suche in den letzten Tagen letztlich gefunden hat,
und bei dem wir abklaeren lassen, was der jetzt noch für sie tun
kann in dieser Angelegenheit.
Sollte er nichts für sie tun können, was ihr nicht erneute, höllische
Schmerzen bereiten würde, werden wir sie zu gegebener Zeit einmal
mit nach Deutschland nehmen, um sie dort einer richtigen OP zu
unterziehen.

Egal..Hauptsache schlafen.. ;)
Zwischenzeitlich scheint sie zumindest schmerzfrei zu sein und hat
sich wie es aussieht gut mit diesem Handicap arrangiert.
Sie klettert, springt und rast wie keine andere und steht da ihren
Artgenossinnen sicher in nichts nach..
Aber es hat sie noch um einiges schlimmer getroffen, was auch der
Grund war, warum sie dann letzten Endes überhaupt ganz bei
uns gelandet ist. Nach meinem kleinen Einstieg, bei dem ich sie
freigemacht-, mit frischem Wasser versorgt-, und ihr eine alte Short
von mir als weiche, warme Unterlage dagelassen- hatte, hatte ich
naemlich zunaechst versucht sie möglichst aus meinem Kopf zu
verbannen. Zu viel Mitleid ist hier nicht sonderlich gut, denn in den
wenigstens Faellen kann man wirklich etwas an der Situation der
Tiere verbessern. Wenn man da dann mit jedem Tier halb mitstirbt,
dem es schlecht geht, dann haelt man es hier nicht aus, denn dafür
gibt es einfach noch zuviel, das völlig falsch gemacht wird im
Umgang mit den Vierbeinern.

Augen so blau wie der ein Bergsee
Dank ihres herzzerreissenden Geschreis, konnte ich sie jedoch
nicht ernsthaft aus meinem Gedaechtnis streichen und klebte
am Ende doch alle viertel Stunde spaetestens am Fenster um zu
kucken, ob ihr was fehlte und ihr zumindest gut zuzureden, da sich
von meinen Nachbarn keiner auch nur 1 Minute mit ihr zu
befassen schien.

Miu`s Handicap..die abgeknickte "L"-Pfote
Als es dann so rapide mit ihr bergab ging, dass ich eines Morgens
zu Tung sagte, sie würde die kommende Nacht sicher nicht mehr
überstehen, bat Tung den jungen Thang (so heisst unser Nachbar)
von nebenan, sie uns heute "herüberzureichen", damit wir uns ein
wenig um sie kümmern könnten und der ging erfreulicherweise
darauf ein und gab sie Tung durchs Fenster hindurch.

Unser Schicksal
Jooooaaar....und seit diesem Tag ist sie jetzt hier :))
Uns war klar das sie binnen 1-2 Tagen sterben würde, würden
wir sie zurückgeben und so zögerten wir die Rückgabe immer
weiter hinaus, bis letztlich unser Nachbar von selbst sagte, er
würde sie nicht mehr haben wollen und der Verkaeuferin
zurückbringen, weil sie den beiden einfach zu schwach sei...
Das war anh Tungs Stichwort und er sagte ihm, das sie
auch bei uns bleiben könne.
Nachmittags gab mein Mann Thang dann noch etwas Geld
mit dem der Besitzerwechsel besigelt wurde und das einem
vietnamesichen Aberglauben nach eine Hilfe in der Aufzucht
des Kaetzchens sein sollte.

Papp-satt?! -DAS muss ein Miu-Kaetzchen sein.. :D
An dem Tag als sie zu uns kam ging es ihr aber tatsaechlich
schon so schlecht, dass Tung und ich bis zum heutigen Tag
einige Mühe hatten und haben, sie durchzubringen.
Das kaputte Pfötchen war da schon fast das geringste
Problem, denn sie litt unter sehr starken Durchfall, der bei
dem Fliegengewicht das sie ist schnell lebensbedrohlich
werden kann, hat vermutlich Katzenschnupen der ihr
zudem eitrige Augen und eine verklebte Nase verursacht,
sie hat Milben in den Ohren und war über- und über mit
Flöhen besetzt.

Er weicht ihr nicht mehr von der Seite
Zwar ist sie noch nicht ganz über den Berg, aber
zwischenzeitlich geht es ihr mindestens zeitweise riiichtig,
riiichtig gut dank Tungs liebevoller Fürsorge, da er derjenige
ist, der ihr 3 Mal taeglich eine ganze Spritze voll Medizin
in den Magen befördert obwohl sie versucht die Zaehne
zusammen zu beissen wie eine Eins, er ist auch derjenige
der ihr die antibiotischen Tropfen in die Augen tröpfelt
(und damit meine ich wirklich "IN" die Augen) und der ihr
den Popo waescht, wenn sie sich und alles andere mal wieder
vollgemacht hat.

Miu und Tung beim fernsehen
Bei uns siehts derzeit aus wie in einer Grosswaescherei,
denn saemtliche Bettlaken, Decken, Bezüge, Kissen,
Kleidungsstücke, usw wurden von ihr im Stundentackt
beschmutzt, so dass ich mit dem Waschen gar nicht mehr
hinterher komme und uns der Platz zum Trocknen der
Waesche ausgegangen ist.
Aber was solls...hauptsache wir kriegen sie durch und die
herrliche Freundschaft, die gerade zwischen ihr und
King Kong -unserem alten Einzelkind- entsteht, der
anfangs verstaendlicherweise gar nicht sehr begeistert war
von seiner neuen Nebenbuhlerin, kann weiterhin erblühen
und hoffentlich ein langes, langes Leben lang halten.


In den Momenten, in denen sie fit ist fetzen die beiden
bereits durch die Bude als haetten sie nie etwas anderes
gemacht, kugeln und "beissen" sich (wobei besonders
King Kong da über vorsichtig ist, dass er ihr nicht weh
tut dabei), tollen über uns und unter unseren Beinen
hindurch und spielen mit offensichtlicher Freude und
Enthusiasmus "Fangsti" und "Verstecksti"... :)
Die kleine "Miu" wie wir sie getauft haben hat unser
aller, aber besonders Tungs und King Kongs Herz
im Sturm erobert und haelt uns alle ganz schön auf
Trab und stellt die Bude und unseren Tagesablauf
völlig kopf. Für meinen geliebten Mann kam sie genau
zur rechten Zeit nach den Problemen mit seiner
Mutter und dem Tief in dem er sich aufgrund dessen
die letzten Wochen über befand.

Erstes anbandeln durch King Kong`s Angst vor Gewitter
Sie hat es geschafft ihm wieder ein Laecheln ins Gesicht
zu zaubern und unser Heim ist endlich wieder erfüllt
von herzhaftem Gelaechter und Freude und es ist
einfach ein Bild für Götter, wenn die freche Matz
mit gespielter "kalter Schulter" an King Kong vorbei-
spaziert, um sich vor seinen entsetzen Augen in seinem
Bettchen breit zu machen, oder von seinem Tellerchen
zu essen..Aber er laesst sie treu-und gutmütig wie er ist
gewaehren.

Mal sehen was der morgige Tag für uns bereit haelt..
Tung sagte es sei "duyen so", dass wir -die wir nie im
Leben daran gedacht haetten uns eine Katze anzuschaffen!-
nun bei "Miu" gelandet sind..oder besser, sie bei uns.
"Duyen so", das ist so etwas wie eine schicksalhafte
Begegnung, ein schicksalhaftes Ereignis. Etwas das
vorherbestimmt war und aus einem tieferen Grund geschieht
und allein wenn ich das Glitzern in Tungs Augen sehe,
wenn er sich mit ihr beschaeftigt denke ich, er hat sicher
recht...

(P.s.: Ein wirklich rieeesen, rieeesen-grosses Dankeschön an dieser Stelle an meine Mama, Manuela und ihre Maedels aus dem Forum für ihre guten Ratschlaege und engagierte Hilfe! Ohne euch haetten wir Miu heute sicher bereits nicht mehr!)

Montag, 29. April 2013

30-04 Ngày giải phóng miền nam/Der Befreiungstag Südvietnams

Schon seit Samstag ist hier in Vietnam bei uns Müßiggang angesagt, denn morgen ist es soweit:

Am 30.04.1975 endete der Vietnamkrieg indem sich die südvietnamesische Armee den Viet Cong, also den Kommunisten des Landes ergab und diese im Anschluss das damalige Sai Gon, welches heute den Namen Ho-Chi-Minh-Stadt traegt besetzten.
Die letzten Amerikaner verliessen daraufhin fluchtartig das Land und wurden mit Helicoptern ausgeflogen.

Die Vietnamesen nennen diesen Tag deshalb auch "Ngày giải phóng miền nam" was soviel bedeutet wie Tag der Befreiung Südvietnams.

Die südvietnamesischen Kaempfer wurden teilweise "umerzogen" teilweise flohen sie in den Dschungel, wo sich eine nicht unansehnliche Zahl sogar über Jahre hinweg versteckte.


Für die heutigen Vietnamesen ist dieser Tag aber auch aus ganz anderem Grund ein Tag zum feiern, denn wie in diesem Jahr haben sie aus diesem Anlass ganze 5 Tage frei!

Von Samstag bis Mittwoch können sie einmal die Seele baumeln lassen und sich Familie und Freunde widmen, denn anders als zu Neujahr gibts zu dieser Festlichkeit keine laestigen Pflichten die erfüllt werden müssen :)

Die meisten oder zumindest diejenigen, die es sich leisten können gönnen sich von daher einen Urlaub und bereisen das Land oder spannen ein Tage am Strand aus.

Ferienziele wie bei uns im Norden die Insel Cat Ba und die Ha Long Bucht sind komplett ausgebucht und werden in dieser Zeit auch völlig überfüllt sein.

Samstag, 27. April 2013

Frau Nguyễn

Liebe Leute, nach all dem Mist und den Unglücken, die uns in letzter Zeit widerfahren,
habe ich heute endlich, endlich zumindest persönlich was für mich zu feiern!!

Heute kam naemlich, nachdem ich mich nun schon so lange Zeit danach sehne der Bescheid vom
Standesamt in Berlin, der unter anderem folgende Mitteilung erhielt:

 [....]

Die Namenserklärung zugunsten des Ehenamens Nguyễn nach deutschem Recht ist hier bereits durch Zugang wirksam geworden.

 

Mit freundlichen Grüßen


....

Sprich mein sehnlichster Wunsch, den Familiennamen meines Mannes zu tragen ist heute auch nach deutschem 
Recht in Erfüllung gegangen und ich kann all meine offiziellen Dokumente und Ausweispapiere nun auf meinen
Ehenamen aendern lassen.

Ab heute heisst es also auch ganz offiziell und für den deutschen Rechtsraum gültig: Sabrina Nguyễn.

Selbst mein Mann hatte heute seit vielen Wochen endlich mal wieder was zu lachen und worüber er sich freuen konnte und war stolz wie Bolle, dass seine Frau nun seinen Namen traegt.

Gewollt war das aus zwei Gründen: Einmal dem persönlichen, da sowohl anh Tùng wie auch ich in der Beziehung ziemlich altmodisch eingestellt sind und wir beide das als Symbol dafür sehen, dass wir tatsaechlich eine Familie sind und zusammengehören.

Obgleich das tragen eines gemeinsamen Familiennamens in Vietnam so eigentlich nicht mehr üblich ist.
Das früher eine verheiratet Frau ab Tag ihrer Eheschliessung folglich dann mit Namen ihres Gatten angesprochen wurde,
aus "Ba Huong" wurde dann beispielsweise "Ba Tung", ist zwar heutzutage aus der Mode und das übliche 
Ablegen des Maedchennamens einer Frau um dann einen gemeinsamen Ehenamen zu bestimmen gibt es so eigentlich in Vietnam nicht, dennoch hat dieser Akt für meinen Mann den gleichen Wert wie für mich, die aus einem Land stammt in dem es nach wie vor durchaus üblich ist, dass bei einer Heirat die Frau künftig den Namen ihres Mannes traegt.

Zwar kann man auch in Vietnam auf eigenen Wunsch die aenderung des Nachnamens beantragen, doch hatte dies in unserem Fall keinerlei Auswirkung auf das deutsche Recht und somit unter anderem z.B. auf den Namen der in meinem Pass steht. 

Der zweite Grund ist ein rein praktischer. Da wir ja gemeinsam in Vietnam leben, werde ich mich künftig wesentlich leichter tun bei erforderlicher Angabe meiner Daten. 
Eine weitere Erleichterung im persönlichen wie praktischen Bereich wird uns das bei der Geburt eines ersten gemeinsamen Kindes bescheren, denn hier bekommt das Kind normalerweise den Nachnamen des Vaters.

Heisst die Mutter also Beispielsweise: "Tran Thi Huong" und der Vater "Nguyen Khanh Truong", so würde dem Kind, sollte der Vorname meinetwegen "Bao Trang" sein dann der Volle Name "Nguyen Bao Trang" zuteil werden.
Sollte unser erstes Kind ein Sohn werden, waere es aber mit Sicherheit von besonders grosser Bedeutung für meinen Mann, dass das Kind dann auch wie gewöhnlich seinen Namen weitertraegt. 

In unserem Falle würde das Kind aber mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eher meinen Namen bekommen, da ich ja nach wie vor Auslaenderin bin und nicht unter diese Form der vietnamesischen Namensgebung falle.
Wenn allerdings doch, dann waere zumindest ein Bezug zu mir als Mutter nicht mehr offensichtlich weil ich als Auslaenderin ebenfalls benachteiligt waere was das Ausstellen des üblichen Familien-Identifikationsnachweise -dem vietnamesischen Familienbuch "So Ho Khau" betrifft. Das gaebe es für mich bzw uns als Familie nicht, bzw könnte wenigstens mein Name nicht dort eingetragen werden, da dies ausschliesslich Vietnamesen vorbehalten ist.

Mit einem rein vietnamesischen Name waere unser gemeinsames Kind jedoch auch vor so simplen Dingen wie "Mobbing in der Schule" gefeit. Über einen deutschen Namen würden sich bestimmt die anderen Kinder lustig machen.
Sowas kennen wir alle ja noch zu gut aus unserer eigenen Schulzeit, oder?! ;)

Haben mein Mann und ich einen gemeinsamen Namen, traegt den dann künftig auch unser gemeinsames Kind und wir sind klar und deutlich als eine zusammengehörende Familie zu erkennen und es gibt keine Unklarheiten und Verwirrungen was Vater und Mutter anbelangt.

Aber auch ohne diese Zukunftsmusik bin ich heute einfach überglücklich und voller stolz!
Jetzt heisst es schlicht Herr und Frau Nguyễn oder aber  Tùng und Sabrina Nguyễn! :)
Einfach herrlich :))

Paralell dazu laeuft übrigens ebenfalls in weiser Vorraussicht auf einen zukünftigen Sprössling die Eintragung unserer in Vietnam geschlossenen Ehe ins deutsche Eheregister die in den letzten Zügen liegt, damit wir bei Geburt eines gemeinsamen Kindes dann auch umgehend zum vietnamesischen-, ebenfalls einen deutschen Pass beantragen können.
Ansonsten würde das Kind ausschliesslich rein vietnamesischer Staatsbürger sein, denn zur Welt kommen würde das Kind mit Sicherheit in Vietnam.

Wenn das über die Bühne gelaufen ist fehlt zur Vollstaendigkeit nurnoch der positive Bescheid meines Beibehaltungsantrage, der mir ermöglichen würde, zur deutschen noch eine weitere Staatsbürgerschaft anzunehmen.
Dieser Antrag ist jedoch der schwierigste von allen da er nicht nur kostentechnisch sehr ins Gewicht faellt sondern auch die Ansprüche für eine Bewilligung nicht ohne sind.
Dennoch hoffe ich diese erfüllt zu haben und hoffe auch hier auf eine positive Nachricht aus Deutschland.

Der naechste Schritt waere im Anschluss die umgehende Beantragung der vietnamesischen Staatsbürgerschaft, bevor sich das kleine Fensterchen wieder schliesst und eine Annahme der vietnamesischen Staatsbürgerschaft ohne erfoderliche Aufgabe der gebürtigen Staatsbürgerschaft für Ehegatten von Vietnamesen erneut nicht mehr möglich ist.

Ziemlich viel Papierkram und Bürokratie, die da gerade im Hintergund ablaeuft. 
Besonders haengt eine geregelte und gesicherte Zukunft für mich in Vietnam nun davon ab, 
nachdem meine Schwiegermutter uns hat fallen lassen, denn mit ihr ist auch die Aussicht auf ein eigenes Geschaeft flöten gegangen und es ist umso entscheidender für mich geworden, an die Arbeitsgenehmigung und eine Gleichstellung auf dem Arbeitsmarkt hier zu kommen. Ich hoffe ihr drück mir fleissig die Daumen, dass alles schief geht und wir danach endlich in eine Sorgenfreie, gemeinsame Zukunft hier blicken können, in der wir auch an Nachwuchs denken können...

Montag, 22. April 2013

Liegt das Glück im Unglück?

Hallo meine Lieben,

seid dem letzten Beitrag sind wir nun auf Wohnungssuche und spielen auch einige Lösungswege durch, wie z.B. unser Haus hier wieder in einen einigermaßen bewohnbaren Zustand gebracht werden könnte usw.

Alles etwas schleppend, weil ich mich gar nicht wohl fühle, seit wir vor knapp einer Woche wieder hierher zurückgekehrt sind.
Mir gehts etwas bescheiden aber ich versuche trotzdem jeden Tag ein paar Stunden am bzw im Haus zu machen, um es uns ein klein wenig angenehmer zu gestalten, solange wir noch nichts neues haben.

Auch ein Angebot von Tungs Tante gab es. Die hat ein Haus in Hai Phong, obwohl sie und ihr Mann eigentlich in Ha Noi leben und arbeiten. Ob das so eine gute Idee waere, darüber bin ich mir allerdings gar nicht sicher. Es waere sicherlich wesentlich sinnvoller -nun wo anh Tung dazu bereit ist- auch den Absprung aus dieser Familie zu schaffen.

Zwar meint es nicht jeder von ihnen schlecht mit uns, trotzdem ging bisher alles, was diese Familie für uns geplant oder angeleiert hat am Ende in die Hose. Ein kompletter Neustart ist sicherlich das beste für uns.

Da wir für diesen Neustart aber auch einiges an Geld brauchen werden, wovon wir in den letzten Monaten mehr als reichlich verloren haben, meine Arbeitserlaubnis aber noch eine ganze Zeit lang auf sich warten lassen wird und auch Tung erst im Sommer wieder mehr verdienen wird, bin ich gerade dabei Alternativen zu finden, mit denen sich etwas Geld machen laesst.

Eine davon waere der Versuch unsere Geschichte endlich mal zu Buche (in dem Falle E-Buche) zu bringen und zu sehen ob sich ein paar Leute finden, die das dann lesen wollen und so evtl. ein paar Euros in die Kasse zu kriegen.

Nach ein paar klaeglichen Anfragen, ob jemand jemanden kennt, der jemanden kennt, der irgendwie mit Verlagen zu tun hat, hat mir heute ein Freund erklaert, wie ich das Ganze als E-Buch an den Mann bzw die Frau bringen könnte und dafür bin ich gerade Feuer und Flamme.

Ich werde mich demnach bald etwas zurückziehen und dem Schreiben widmen um die Geschichte so bald wie möglich "druckreif" zu kriegen. Ich hoffe bis dahin haben sich die unter euch, die bislang schon so begeistert "meine Geschichte" auf dem Blog verfolgt haben, dann auch einen Ebook-Reader zugelegt. ;)

Zwar hatte ich bis dato mit E-Books selbst noch gar nichts am Hut, das klingt aber alles sehr spannend und vielleicht klappts ja und die Sache wird ein Erfolg. Würde zumindest langsam aber sicher mal mehr als an der Zeit sein, dass wenigstens irgendwas, was wir in Angriff nehmen mal ein positives Ende nimmt und wir wenigstens einmal ein klein wenig Glück haben.

Soviel Mist wie uns über all die Zeit wiederfahren ist, würde jedenfalls bestimmt genug spannenden Stoff für ein packendes Gruselbuch liefern bei dem es einem beim Lesen eiskalt den Rücken runterlaeuft und die Gaensehaut garantiert ist ;)

Waer jedenfalls lieb von euch, wenn ihr mir die Daumen drückt! Ich kanns gebrauchen!

Donnerstag, 18. April 2013

(Über)-Lebenszeichen einer Verstossenen

Leute, Leute...
Nun musstet ihr ja mal wieder laenger als lang auf einen persönlichen Beitrag von mir warten.
Wer von euch schon seit einiger Zeit mit dabei ist, ist das sicher leider schon gewohnt.

Tut mir auch ehrlich leid, aber es gab mal wieder einen driftigen Grund.
Der war oder ist diesmal auch so driftig, dass ich nicht mal jetzt sonderlich grosse Lust verspüre,
ausgiebig darüber zu schreiben.

Mein Herz diesbezüglich hatte ich mir vor wenigen Tage bereits im zugehörigen Forum ausgeschüttet und von dort (besser von einzelnen Mitgliedern dort) überraschend viel guten Zuspruch und vor allen Dingen teilweise ach echte Hilfsangebote erfahren.

Das gibt mir ein wenig das Gefühl von Rückhalt und die Einsicht, dass wir langjaehrigen Deutschen hier in Vietnam zwar weit verstreut- und rar in der Zahl leben, dass diejenigen die da sind aber dennoch eine kleine eingeschworene Gemeinschaft sind und zusammenhalten- bzw für einander dasein würden, wenns hart auf hart kaeme.

Man weiss man haette jemanden zu dem man gehen kann, selbst wenn man sich noch nie zuvor persönlich kennengelernt hat, einfach aus dem Grund, weil wir alle gemeinsam haben, dass wir Deutsche sind.
Aus Deutschland selber kennt man sowas gar nicht. Um ein bisschen Nationsgefühl zu kriegen muss man erstmal rund weit über 10.000 Kilometer von "Zuhause" weg..
(Dann klappts auch mit dem Nachbarn) ;)

Und waehrend ich eben gerade so nett vor mich hinschreibe, komme bestimmt ein paar von euch um vor Neugierde, was jetzt eigentlich bei uns los ist.

Ich will mich dennoch kurz fassen. Also nur soviel:
Mein Bruder und seine Freundin waren für etwa 2 Wochen hier, wovon sicherlich auch mind.rund ein Tag vermutlich ganz nett war. Dann jedoch ist die Situation eskaliert. Auslöser dafür war zunaechst meine Schwiegermutter.

Ihr wisst ja sicher das die Beziehung zwischen ihr und mir nie zum allerbesten stand.
Teils weil ich keine Vietnamesin bin, teils weil die Exfrau meines Mannes und mein Exfreund (die aus der gleichen Familie stammen) bzw deren gesamte Familie ganze Arbeit geleistet hatten und mich im Vorfeld sowie über den gesamten Zeitraum bis heute fortwaehrend bei meiner Schwiegermutter schlecht gemacht- und Lügengeschichten über mich erzaehlt haben.

Zu der besonders schlimmen Verleumdung ich könne aufgrund meiner Krebserkrankung damals keine Kinder bekommen (in Vietnam ist sowas nach wie vor ein echter Trennungsgrund!) kam vor schaetzungsweise 2 Jahren oder so noch der Unfug ich waere ein Junkie und schwer drogenabhaengig.
Dies wurde so auch an meine eigene Familie herangetragen, die sich deshalb mit der Zeit wegen völlig banaler Dinge (z.B. das ich nicht gerade vor Fett am Körper strotze und sehr dünn bin u.ae.) anfingen echte Sorgen um mich zu machen.

Aber lange Rede..besonders meine Schwiegermutter muss ein aussergewöhnlich bereitwilliger Empfaenger für all diese üblen Nachreden gewesen sein und sah wohl durch den Besuch meines Bruders ihre Chance, mich ein für allemal loszuwerden und dachte scheinbar wenn sie ihm erzaehlen würde, ich waere drogensüchtig, dass dieser mich dann auf alle Faelle sofort einpacken und zurück mit nach Deutschland nehmen würde.

Problem unerwünschte Schwiegertochter gelöst! Nicht ganz, denn der stand eines Abends unverhofft mit einem Drogentest vor mir (ich hab aber auch immer was verdaechtig lang gebraucht bei fertig machen zum ausgehen! ;) ) und der war selbstverstaendlich negativ.
Ich kann es selber kaum fassen, dass ich mich überhaupt dazu herabgelassen habe so einen Test zu machen.
Meinen eigenen Eltern haette ich den wahrscheinlich um die Ohren gescheppert, oder besser gesagt:
Die würde sowas nie bringen, weil bei uns in der Familie noch Werte wie Aufrichtigkeit und gegenseitiges Vertrauen zaehlen..

Mein Mann jedenfalls war danach aber nicht mehr zu halten und hat der "Guten" das Schaelchen für den Test, in dem sich mein "Pipi" befand unter die Nase gehalten und seither ist auch er bei ihr ganz tief unten durch.

Aus ihrer wirklich niedertraechtigen Aktion, mit der sie mich eigentlich loswerden wollte, ist sie am Ende nun -zwar nach wie vor mich- aber nicht auf die von ihr gewünschte Weise- und zudem nicht nur mich alleine- sondern auch ihren eigenen Sohn losgeworden.

Denn der haelt völlig unvietnamesisch zu mir und ist enttaeuscht und verletzt über das Verhalten seiner Mutter. Nach einem ehrlich grausamen Brief, den seine Mutter scheinbar an meinen Bruder schicken wollte (was sie letztlich aus irgendeinem Grund aber doch nicht getan hat), in dem sich seine Mutter in den haesslichsten und gemeinsten Worten über mich und ihren eigenen Sohn ausgelassen hat (so was übles und verletzendes habe ich noch nie in meinem ganzen Leben zu Gesicht bekommen und würde ich vermutlich nicht mal meinem aergsten Feind zumuten!!), den unsere Kleine uns zugespielt hatte und zwei od. drei weiteren argen Zwischenfaellen haben anh Tung und ich nun unsere 7 Sachen zusammengekratzt und sind fürs erste wieder zurück in unsere "Bruchbude", in der wir die letzten Jahre gelebt hatten.

Weil diese Unterkunft aber in einem so dermaßen unbewohnbaren und heruntergekommenen Zustand ist und weil darüber hinaus aufgrund fehlender Papiere (u.a. das "So Do") im Grunde genommen meine Schwiegermutter auch das Sagen über dieses Haus hat wollen wir nun endgültig hier raus und sind gerade auf der Suche nach was nettem, kleinen, zur Miete. Drückt uns bitte die Daumen, dass wir möglichst bald was ordentliches finden, wo wir uns wohlfühlen und endlich richtig heimisch werden können.

Meine Mama ist ein wahrer Engel und unterstützt uns dabei. Ohne sie waere uns das zur Zeit unmöglich.
Hoffentlich können wir ihr dann schon stolz unser neues, niedliches Zuhause praesentieren, wenn sie Ende Mai mit meinem Bruder Nummer 2 und dessen Freundin auf ihren normalerweise 1xjaehrlichen Besuch kommt. Darauf freue ich mich schon unendlich, denn sie fehlt mir höllisch und wir haben ihr so, so viel z verdanken für all die Liebe und tatkraeftige Unterstützung, die sie uns gibt! :)

Puuuh, das ist aber alles ganz schön heftig, denkt ihr euch jetzt sicherlich, aber das ist ja noch gar nicht alles.
Ihr erinnert euch naemlich sicher noch an die Wohnung in My Dinh, Ha Noi, in die wir kurz vor dem vietnamesischen Neujahrsfest so gut wie all unsere Sachen, also unseren kompletten Hausstand, Flachbildschirmfernseher (natürlich den ganz grossen), die brandneue Anlage, die wir aus Deutschland mitgebracht hatten im vorigen Sommer, die Kaffemaschine, den Wasserkocher, einen neuen Herd, neue Töpfe, Pfannen, Tassen, Teller, Besteck, die beste Kleidung, Bücher, Vorraete, eine neue Matratze, neues, edeles Bettzeug...und so weiter und so weiter und leider noch ganz, ganz viel mehr so weiter..
(wirklich Unmengen von guten, teuren, neuen und alten Sachen) - gebracht hatten und in die wir eventuell ja eigentlich einziehen wollten?!

-Ja?! ..Ok, denn genau diese Wohnung (als einzigste von vermutlich weit über Hundert Parteien..) und das auch noch im 25. Stock (oder wars der 26.ste?! -is ja wurscht, sehr, sehr weit oben jedenfalls) ist bis an die Knöchel vollends in Pisse und Scheisse geschwommen! (Entschuldigt die Wortwahl, aber nichts anderes war es) Und mittendrin natürlich unser ganzes Zeugs, dass wegen der noch fehlenden Möbel, die wir ja erst noch hochschaffen wollten, zu der Zeit noch auf dem Boden stand.

Wer sich nun fraegt wie sowas passieren kann...Ich weiss es ehrlich gesagt auch nicht! Ich weiss nur soviel, dass die Toiletten in beiden Badezimmern wohl tagelang aus vollem Rohr übergelaufen sind und so die Vaekalien von was weiss ich wievielen Leuten, wie gesagt bis an die Waden und in wirklich jedes einzelnen Zimmer strömen konnten.

Je nach persönlicher Schmerzgrenze ist natürlich alles hinüber (denn wer möchte noch von einem Tellerchen essen, oder aus einem Becherchen trinken, dass in der Sch.... und in dem Urin von wildfremden Leuten geschwommen ist?!) Die Verwaltung unten im Haus versucht jedenfalls gerade sich irgendwie rauszureden und uns die Schuld in die Schuhe zu schieben, damit kein Schadensersatz gezahlt werden muss...

So, nun dürft ihr das alles aber erstmal etwas sacken lassen und kriegt hoffentlich keine Alptraeume von dieser unschönen "Gute-Nacht-Geschichte"...Ich melde mich sobalds was neues bzgl. nem neuen Domizil gibt..Bis dahin..haltet die Ohren steif und lasst euch nicht unterkriegen. :)

Mittwoch, 20. März 2013

Der grausame Tod zweier Studentinnen (Wichtig: dieser Beitrag ist nicht für Kinder u.Jugendliche geeignet!)

Hallo ihr Lieben,

(Hinweis: Dieser Beitrag enthaelt Medien -Fotos und Videos-, die nicht für Kinder,
Jugendliche oder zart beseitete Personen geeignet sind, da auf ihnen getötete 
Personen und Leichenteile fast völlig unzensiert zu sehen sind!)

der Fall von dem ich euch heute berichte, liegt zwar schon rund 2 Wochen zurück,
trotzdem möchte ich euch diese Sache nicht vorenthalten, denn grausame Unfaelle
wie dieser sind hier leider nach wie vor an der Tagesordnung.

Regelmaessig kommt es zu Unfaellen mit Transportern
Besonders macht die Geschichte für mich die Tatsache, dass sie sich an einer Stelle
ereignete,die mir aeusserst gut bekannt ist, da ich sie selbst haeufig befahre und sie
zudem zwei blutjungen Maedchen widerfuhr, die scheinbar einige meiner Freunde
kannten.

Die Strasse ist gesaeumt von Rosenblaettern..
Haette ich das nicht als Auswahlkriterium gewaehlt, gaebe es eine ganze Reihe
anderer Fallbeispiele.Youtube ist voll mit solchen- oder aehnlichen Clips in denen
es Vater und Sohn, Mutter und Tochter, oder wie hier 2 Freundinnen oder Freunde
erwischt hat.

Die beiden Maedchen hatten keine Chance..
Trẩn Thị Hoa und Trần Thị Trang, beide erst zarte 20 und aufgewachsen in Nam Định,
studierten zur Zeit als sich die Tragödie ereignete beide an der Universitaet in
Hải Phòng. In den frühen Morgenstunden, des 07. Maerz diesen Jahres befanden sie
sich gerade auf dem Rückweg ihres Besuches vom "Đằng Hải"-Blumenmarkt im
Bezirk "Hải An", bei dem sie eben ein paar der schon rar gewordenen Rosenstraeusse
erworben hatten, um diese Tags darauf, am "Ngày Quốc Tế Phụ Nữ"
(dem Welt-Frauentag) zu verkaufen.

Nach fast 4 Stunden wurde der LkW mit einem Kran angehoben um die 2.Leiche zu bergen
Damit, so hatten sich die zwei aus aermeren Verhaeltnissen stammenden Maedchen
erhofft, würden sie für sich und ihre Familien, ein paar Dong hinzuverdienen können.
Doch dazu kam es leider nicht mehr, denn als sie kurz vor der Kreuzung
Nguyễn Bỉnh Khiêm-/Lê Hồng Phong Strasse-, in unmittelbarer Naehe des Big C-
Centers waren, schlug das Schicksal gnadenlos zu.



Falls das Video bei euch nicht angezeigt wird, könnt ihr es evtl. unter: http://www.facebook.com/photo.php?v=354840027954559 sehen

Ein LkW, beladen mit einem 40 Fuß-umfassenden Container erfasste das Motorrad
der beiden Freundinnen. Sie gerieten unter die riesigen Raeder des knapp 100 Tonnen
schweren Gefaehrtes-, wurden laut Aussage der Polizei dann rund 50 Meter weit
mitgeschliffen und waren auf der Stelle tot.

Nur wenige Tage vor ihrem Tod
Die maechtigen Reifen zerquetschten ihre Rippen, zermalmten buchstaeblich ihre
Schaedel und trennten sogar einer von ihnen einen Arm ab.
Beim Zusammenstoß mit einem so übermaechtigen "Gegner", kann selbst der beste
Helm der Welt nichts mehr bezwecken.

Sie wurde nur 20 Jahre alt: Trẩn Thị Hoa
Besonders tragisch ist der Umstand, dass der ebenfalls noch sehr junge Fahrer des
Transporters, Cao Huy  Hoàng (27), die Maedchen Hoa und Trang  in einem Bereich
der Strasse überfuhr, in dem er mit dem Lastwagen eigentlich überhaupt nichts zu
suchen gehabt haette, da dieser dem Zweiradverkehr vorbehalten- und für Personen-und Lastkraftwagen gesperrt ist.

Brutal aus dem Leben gerissen
Zudem fuhr er mit überhöhter Geschwindigkeit und hatte zu allem Überfluss
scheinbar nicht einmal einen Führerschein, weshalb dieser Fall mit Sicherheit auch
besonders streng geahndet wird. Das es genau an dieser Kreuzung und dem
unmittelbar folgenden Kreisverkehr in regelmaessigen Abstaenden zu vergleichbaren
Unfaellen kommt, dürfte auf das Strafmaß allerdings keinen Einfluss haben.

Die Umstehenden haben Raeucherstaebchen für die Toten entfacht
In einer Mitteilung auf Facebook ist von mind. 290 Mio. Đồng die Rede, die er
zusaetzlich zu einer vermutlich sehr hohen Haftstrafe jeweils -als sogenannten
"Ausgleich"- an die Familien seiner Opfer entrichten müssen wird.

Der Schaedel ist völlig zermahlen, gegen die schweren Reifen hatten die Maedchen keine Chance
Umgerechnet waeren das immerhin mehr als 20.000 Euro und das ist ein Betrag,
den bestimmt weder er, noch seine Angehörigen auf der hohen Kante haben.

Die Trauerfeier für Trẩn Thị Hoa
Hoa und Trang, die beide dem christlichen Glauben angehörten und die erst wenige
Tage vor ihrem grausamen Tod auf einem Ausflug noch ein gemeinsames
Erinnerungsfoto geschossen hatten, wurden bereits kurze Zeit nach dem
bedauerlichen Unfall beigesetzt.

Samstag, 16. März 2013

Häuschen, Häuschen du musst wandern (Nachbarschaftskrieg)

Wenn es was gibt, worin ein echter Löwenanteil an den in Vietnam lebenden Vietnamesen die ich bisweilen kennengelernt habe ehrlich gut ist, dann ist das mit viel Stolz und Selbstüberzeugung zu verkünden, wie toll und sozial die eigenen Landsleute hier doch miteinander umgehen.
Wieviel Respekt man im Umgang miteinander hat und wie Streitigkeiten ja nie-, niemals offen oder lautstark ausgetragen werden...(haha denkste! :p ) wie klasse man seine Kontakte, Beziehungen und die Gemeinschaft innerhalb der Nachbarschaft pflegt und so weiter und sofort... ;)

Und da schieben sie wieder... :)
Was bei diesen Ausführungen, derer die Vietnamesen auch nie müde werden selbstverstaendlich nicht fehlen darf ist, dabei noch zu unterstreichen, wie unfaehig, unsozial und kalt im Gegenzug doch wir "Kartoffeln", sprich die Langnasen auf diesem Feld sind! (das eigentl. niemand der laesternden Personen schon mal im Ausland war, um sich ein Bild davon machen zu können, ob wir Auslaender überhaupt tatsaechlich so sind, oder diese überhaupt auch nur einen einzigen Auslaneder kennen würden, aufgrund dessen Verhalten sie sich dieses Urteil evtl. haetten bilden können, tut aber nix zur Sache und der Überzeugung keinen Abbruch!) :D

Vorangehendes Thema ist in regelmaessigen Abstaenden mitunter Gespraechsstoff für leidenschaftliche Debatten zwischen meinem Mann und mir, da dieser die weitverbreitete Meinung seiner Mitbürger teilt, -ich im hingegen der Auffassung bin, dass sich Vietnamesen im Grunde nicht grossartig von Westlern unterscheiden, weil Mensch nun mal Mensch ist und diverse Gegebenheiten wie Eifersucht, Neid, Cholerik od. Sanftmut, Streben nach Macht oder Nachsicht, Freude, Leid usw. usw einfach in der Natur des Menschen liegen und vom Charakter des einzelnen abhaengig sind und sich von daher schlicht nicht auf div.Nationalitaeten festlegen lassen.

Folgend meiner Einstellung betrachte ich nun seit rund einer Woche also mit völlliger Genugtuung ein -für mich sehr amüsantes- für die Beteiligten wohl eher aeusserst nervenaufreibendes Schauspiel, dass sich direkt vor unserer Haustür abspielt.

Die "Lady in black" ist übrigens Auslöser allen Übels ;)
Was da stattfindet ist eine waschechte Nachbarschafts-Kleinkriegs-Posse. Krieg am Gartenzaun, könnte man sagen. Schauplatz des Geschehens hier allerdings unser ganzer, separat liegender Strassenzug mit allen hier lebenden Parteien und was des Deutschen liebster Streitgrund zu solchen Gelegenheiten -naemlich der Gartenzwerg- ist, ist hier: Unser Pförtner- bzw. Sicherheitsdienst-Haeuschen! :)

Und letzters wandert bereits seit einigen Tagen von einem Ort zum anderen..Aktuell stehts direkt neben unserer Haustüre, weshalb wir gerade vermutlich ein besonders hohes Maß an Sicherheit geniessen :p

 Aber der Reihe nach: Das Haus meiner Schwiegermutter, in das wir vor kurzem ja vorübergehend zurückgekehrt sind, liegt im "Khu Trai Cau". Das ist ein von der Hauptstrasse abgehendes, ruhiges und gehobenes Wohnviertel mit nochmals 3 internen Strassenzügen, in dem schnieke Haueser stehen, deren Besitzer zur besser verdienenden od.zumeist eher einflussreichen Schicht gehören, die sich zwischenzeitlich fast allesamt auch schnieke Autos zu ihren schnieken Haeusern gegönnt haben.

Haeuschen, Haeuschen du musst wandern... :p
 Weil die Strassen hier so schön breit sind und weil das parken der Autos im eigenen Wohnzimmer heutzutage auch total "nha que", also etwas "bauernhaft" und unmodern ist und natürlich auch zur allgemeinen Sicherheit, haben sich die Bewohner des Viertels vor ein od.zwei Jahren dazu entschlossen, gemeinsam ein paar Security Leute anzuheuern, die in verschiedenen Schichten, rund um die Uhr dafür sorgen,
dass nurnoch die Leute Zutritt zu unserem Block erhalten, die hier auch wirklich hingehören.

Da`s bei uns im Winter mitunter allerdings recht frostig werden kann und die Securitys (vietnamesisch "bao ve") ja zudem 7 Tage die Woche 24 Stunden am Tag anwesend sein müssen, haben sie sich ihr eigenes, kleines Blechhaeuschen -viereckig mit kleinem Fenster, einem Dach und einer Türe) mitgebracht und dieses ursprünglich direkt am Eingang des Viertels, da wo die Zufahrt in die Hauptstrasse mündet, aufgestellt.

Das widerum ist eigentlich die naheliegendste Lösung, weil auf diese Weise das komplette Gelaende abgesichert ist, man sofort sieht wann wer rein und rausgeht und darüber hinaus von Aussen gleich ersichtlich ist, dass dieser Bereich überwacht wird, was Langfinger und Randale vermutlich gar nicht erst auf dumme Gedanken kommen laesst.

Gleich parkt es wieder vor unserer Haustür ;)
Bis zum heutigen Tage schien auch jeder zufrieden darüber zu sein, wie das geregelt wurde.
Betonung liegt jedoch auf "schien", denn vorige Woche nun, gab`s Vormittags ein lautes Gedröhne und Geschepper und bei meinem Blick nach draussen sah ich, wie ein ganzer Haufen Halbwüchsiger gerade dabei war, das Pförtner-Haeuschen über die Strasse in Richtung unseres Hauses zu ziehen.

Nicht weit hinter diesem liessen sie es dann auch mitten auf der Strasse stehen.
Binnen Kürze bildete sich eine Traube wutentbrannter Anwohner um die Teenies und die zwei anwesenden Securitys, die ihnen machtlos ob deren Tat gefolgt waren und sofort entbrannte eine laute Diskussion die mich wisssen ließ, dass scheinbar die Eigentümer des ersten Hauses vorne Links nicht mehr gewillt waren, das kleine Blechhaeuschen, etwa auf Höhe ihres Domizieles noch laenger zu akzeptieren.

Schon gegen Mittag des vorigen Tages stand das Haeuschen nicht mehr an seinem angestammten Platz am Strassenrand unmittelbar zur Kreuzung, sondern "mittendrin statt nur dabei" genau IN der Strasse, so das Autos und Motorraeder links und rechts daran vorbeifahren mussten. Das hatte mich zwar ein wenig verwundert, allerdings dachte ich, das waere vielleicht die Idee der Securitys gewesen, evtl. um ein-u.ausfahrende Fahrzeuge besser kontrollieren zu können, oder so aehnlich.. ;)

Das Haus geradeaus hat übrigens einen Geist :)
Aber denkste! Jetzt stand das Teil jedenfalls Mitten in der Mitten wie der Bayer so schön sagt und die vielen dicken Autos unserer Nachbarn konnten nurnoch mit Mühe seitlich daran vorbeimanövrieren.
Mit jedem neuen Vehicel das vorsichtig versuchte vorüberzukommen, wurden die Stimmen des inzwischen grossen Menschenauflaufes lauter und wütender.

Alle schrien wild durcheinander und mittlerweile wirkte das ganze eher wie das anprangern bei einer Hinrichtung auf einem Markplatz im Mittelalter, als unter einer ach so zivilisierten und sozialisierten Nachbarschaftsgemeinde in Vietnam. Haetts Eier und verfaultes Obst gegeben, waer das mit Bestimmtheit auch geflogen und erst als die herbeigerufenen Polizisten und der Vorsteher des Volkskomitees unseres Zustaendigkeitsbereiches eintrafen, kristallisierte sich ein Alphamaennchen unter dem aufgebrachten Mob heraus, der das Sprechen übernahm.

Eine Entscheidung wurde vom Vorsteher und der Polizei gefordert, als die jedoch nicht kam, wurden Stimmen nach einer Unterschriftenliste laut. Dann nach einer Vollversammlung der Bewohner des "Khu Trai Cau" plus sozusagenden "Gemeinderat", was im Anschluss so auch besiegelt wurde.

`09 mit meinem Bruder - noch fast Auto-frei
Die fand auch schon statt aber scheinbar ist man auch dort nicht zu einer von allen Parteien akzeptierten Lösung des Problemes gekommen, denn seither wandelt das kleine Security-Haeuschen taeglich von einer Stelle zur anderen und wird mind. 2-3 Mal am Tag geraeuschvoll durch die Strasse gezogen, was immerzu ein mind. ebenso geraeuschvolles Wortgefecht der Hausbesitzer mit sich bringt.
Das bevorzugteste Plaetzchen ist allerdings schraeg vor unserer Haustüre und das ist eine ganz glückliche Fügung des Schicksales für mich gewesen, hat mir das Haeuschen doch vorgestern Deckung vor meiner Schwiegermutter geboten, als ich mal wieder zu einer meiner mitternaechtlichen Touren mit King Kong aufbrechen wollte.

An diesem Tag war die unterwegs zu einer Tanzveranstaltung und wollte erst gegen 0 Uhr 30 wieder Zuhause sein. Um ihr nicht in die Arme zu laufen, machte ich mich deshalb um kurz nach 12 auf den Weg (die sieht das naemlich gar nicht gerne, wenn ich so spaet noch unterwegs bin, um nicht zu sagen, eigentlich darf ich es nicht solange wir wieder bei ihr im Haus sind).

Aber wie das Leben so spielt, kam der schwarze Jeep der sie abliefern sollte just in dem Moment in die Einfahrt gebogen, als ich mich gerade zur Tür herausgeschlichen- und leise das Schloss zugemacht hatte.
Mit einem Satz packte ich mir King Kong auf den Arm und hechtete fast gleichzeitig hinter das angrenzende Blechhaeuschen, dass mir Sichtschutz bot.
Knapp ist gar kein Ausdruck, aber ich bin unentdeckt davongekommen :D

Blick vom Balkon Richtung Einfahrt des Trai-Cau-Viertels
Mein abschliessendes Fazit ist jedenfalls, dass so richtig schöne, ordentliche Nachbarschaftspossen kein inner-deutsches Phaenomen- und die Vietnamesen uns Deutschen in der Beziehung gar nicht so unaehnlich sind (auch wenn sie das niemals freiwillig zugeben würden) :p
Ich bin schon gespannt, wo das Haeuschen heute wieder stehen wird :D