Willkommen auf meinem Blog

Auf dieser Seite findet ihr -in den verschiedenen Rubriken unter dem Titelbild- viele nützliche Infos rund um das Thema Vietnam und zudem jede Menge lustig-bis spannende Anekdoten aus meinem Alltag, als Schwiegertochter einer vietnamesischen Familie..

Donnerstag, 16. August 2012

Đảo Cát Bà - Die Insel Cat Ba

Über die Jahre habe ich fast schon vergessen, wie glücklich ich mich schätzen kann, an einem Ort zu leben, von dem manche Menschen nur träumen können, dort einmal im Leben Urlaub zu machen.


Zwar ist Hai Phong selbst nicht unbedingt dieser Platz, dafür haben wir ihn aber quasi direkt vor der Haustür, denn so wie der durchschnitts-Deutsche am Wochenende vielleicht seine sieben Sachen packt und an den See fährt, packen wir die Badesachen und Kleidung zum wechseln ein und fahren nach Cat Ba.

Die Promenade auf Cat Ba
Cat Ba ist die grösste Insel der weltberühmten Ha Long Bucht, die zu den sieben Weltwundern zählt und darüber hinaus seit 1994 ein geschütztes Biosphärenreservat der UNESCO ist.

Cat Ba, ein wunderbares Naturerbe
Neben einer Zahl -für meinen Geschmack- traumhafter Strände, bietet Cat Ba aber auch einen nicht zu verachtenden Nationalpark, der einen Ausflug lohnt.

Ausblick über den Nationalpark
Das Cat Ba ein echter "Geheimtipp" ist, hat sich scheinbar schnell rumgesprochen und somit erfreut sich die Insel schon lange nicht mehr nur einheimischer Besucher.
Trotzdem hat man meist das Glück, so gut wie alleine oder gar tatsächlich alleine an einem der relativ naturbelassenen oder "bewirtschafteten" Stränden zu liegen.

Einer meiner Lieblingsstrände
In den letzten Jahren hat sich auf Cat Ba, wie im Rest des Landes einiges getan und das Eiland erfreut sich nun beispielsweise einer Strandbungalow-Anlage, in der man direkt am Strand übernachten kann.
Dort stehen verteilt auch kleine, hölzerne Pavillions, in denen Hängematten die Besucher zu einem Nickerchen mit Wellenrauschen im Hintergrund einladen.

Strandpavillions
Selbst zur Hochsaison im Juli und August, wo man ohne Vitamin B auf jeden Fall bereits im Vorfeld ein Zimmer reserviert haben sollte und sämtliche Unterkünfte aus allen Nähten platzen, schafft man es nur selten, mit mehr als 10-20 Leuten gleichzeitig am Meer zu liegen, da Vietnamesen in der Regel erst zum frühen Abend hin ans Wasser gehen um den direkten Kontakt mit der Sonne zu vermeiden.

Die kleinen Hüttchen, für eine Nacht direkt am Strand
Aber auch wem das ewige flätzen im Sand oder auf den mit Schirmen geschützten Liegestühlen zu lang wird, kann sich mit einem der unzähligen Freizeitangebote hervorragend die Zeit vertreiben.
Neben Kanufahrten, Schnorcheln, Höhlenbesichtigungen, Klettern, Ausflügen auf dem Fahrrad oder Schlemmertouren z.B. auf den vielen schwimmenden Restaurants vor dem Anlegesteg der Insel, kann man sich auch eine Dschunke für einige Stunden oder -wer das mag- gleich über Nacht mieten und die unzähligen kleinen Felseninseln rings um Cat Ba besichtigen, oder gleich direkt in die Ha Long Bucht fahren.

Schwimmende Restaurants
Ich selber würde so einen Ausflug über Nacht allerdings wohl eher ausschlagen, da es hier in den vorangegangenen Jahren immer wieder zu traurigen Zwischenfällen gekommen ist, in denen Dschunken oder Ausflugsboote sanken und oftmals viele Menschenleben kosteten, weil es mit der Sicherheit nicht unbedingt weit her ist.

Auf dem Ausflugsboot
Da hilft auch der seit diesem Jahr neue, weisse Anstrich -oder besser gesagt die neue "Ansprühung"- nicht viel. Was es damit auf sich hat, könnt ihr in meinem Beitrag vom 16. April dieses Jahres hier nachlesen.

Mit der Familie am Strand
Cat Ba ist auch eines der beliebten Ausflugsziele für uns, wenn meine Mama und mein Bruder uns in Vietnam besuchen kommen, weil wir von unserer Haustür aus nur knapp eine bis eineinhalb Stunden in eines der Hotels auf Cat Ba brauchen und die beiden zumeist auch nur wenig Zeit mitbringen - weshalb eine Reise, beispielsweise in den Süden sich eigentlich nicht lohnt.

Eines der Hotels am Strand
Bei ihrem Besuch im vorletzten Jahr, haben wir uns dann auch endlich mal aufgerafft und sind den Weg ins innere der Insel angetreten, um den Nationalpark zu besichtigen und das hat sich gelohnt.
Zwar war der Aufstieg durch den Dschungel -trotz Wahl der "gemütlichen Wanderroute und nicht des "Adventure-Pfades"- recht abenteuerlich und teils sogar etwas beschwerlich, dafür wurde man dann oben auf dem Gipfel des Urwaldberges mit einem wirklich atemberaubenden Anblick belohnt - auch wenn man sich nicht auch noch die letzten Meter hinauf auf ein wackeliges Metallgerüst zum Aussichtsplateau getraut hat. :)

Aufstieg im Dschungel
Cat Ba hat einige inzwischen äusserst seltene und teils geschützte Pflanzen- und Tierarten, die hoffentlich noch lange erhalten bleiben.
Meine grosse Angst, im Dickicht auf eine Schlange zu treffen, hat sich gottseidank nicht bestätigt.
Dafür ist mir aber mal eine direkt am Strand über den Weg geschlängelt.
Das war meine erste Begegnung mit so einem Tier in freier Wildbahn und ich war nicht sonderlich erquickt über dieses Treffen aber dass Angestellte des Resorts an diesem Strandabschnitt sie zu unserer Sicherheit getötet haben -da angeblich giftig und ein Biss sogar tödlich- fand ich trotzdem nicht besonders schön.

Wer entdeckt den kleinen Krebs?
Zumal sich nach einiger Recherche im Internet im Nachhinein herausgestellt hat, dass es eine völlig harmlose "Flying Snake", eine Schmuckbaumnatter war.

Die Schmuckbaumnatter hat sich auf eine Palme geflüchtet
Was ich dafür allerdings noch nie zu Gesicht bekommen habe, sind die Affen auf der nahegelegenen "Monkey Insel".

Monkey Island - Die Affeninsel
Alles in allem ist und bleibt Cat Ba einer meiner absoluten Lieblingsplätze hier und aus einem geplanten Wochenendausflug wird bei uns immer schnell mal eine Woche.
Wir springen dann nach einigem Hin-u.Her in letzter Minute doch noch schnell von dem Schnellboot, auf dem wir schon sitzen um die Heimfahrt anzutreten.

"Stadttor" am Anlegesteg
Das wäre vor 2 Jahren übrigens auch ratsam gewesen, als wir mit meiner Familie dort waren, denn an diesem Tag ging ein schrecklicher Sturm und die Wellen waren haushoch.
Nie zuvor im Leben war ich mir so sicher, dass unser aller letztes Stündlein geschlagen hätte, wessen wir meiner Einschätzung nach tatsächlich auch nur knapp entgangen sind.

Das Schnellboot zw. Cat Ba und Hai Phong
Das Schnellboot war ein absoluter Spielball der Wellen, die Einheimischen, die sich mit der See auskennen waren mucksmäuschenstill und haben nervös aus dem Fenster geblickt und selbst die wenigen Touristen, die den Anblick der rauhen See und das extreme Auf und Ab des schon alten Bootes anfäglich noch total spannend fanden, sind nach und nach verstummt.

Auch bei schlechtem Wetter ein traumhafter Anblick
Ich danke sämtlichen höheren Mächten, Geistern und Göttern, die uns an diesem Tag heil haben ankommen lassen. Hinterher haben mir auch meine Mama, mein Bruder und sogar mein Mann, den sonst normalerweise wirklich aber auch gar nichts aus der Ruhe oder Fassung bringen kann gestanden, dass sie sich mindestens ebenso sicher waren wie ich, dass wir kentern und untergehen würden.

Schwimmende Stadt vor den Toren Cat Ba`s
Die -glaube ich- 3 kleinen Türen, die jeweils nach aussen aufgehen, hätte im Falle dass wir tatsächlich untergegangen wären kein Mensch mehr aufgebracht und niemand hätte die "Hoang Yen" lebendig verlassen.


Seither achte ich besonders aufmerksam auf das Wetter und würde bei schlechtem Wetter die Überfahrt eher verschieben, denn das ein vietnamesischer Kapitän rund um die Ha Long Bucht eine Fahrt aufgrund von
Sorge über eventuelle Risiken und Gefahren ausfallen lassen würde, wird bis dato wohl eher nicht vorkommen. Die Reedereien und Bootsbesitzer hier sind echte Seelenverkäufer. Deswegen empfehle ich auch jedem, der sich in Vietnam auf einen Dampfer, eine Fähre, eine Dschunke, ein Boot oder ein normales Schiff begibt, vor dem Ablegen selber noch kurz einen Blick gen Himmel zu werfen und im Zweifelsfalle lieber auch abzuwarten, bis das Wetter einigermaßen steht.

Das Sunrise Hotel direkt am Strand
So eilig kann man es eigentlich gar nicht haben. Lieber etwas später ankommen, als gar nicht.


Der vorläufig schlimmste Unfall in der Ha Long Bucht, seit meiner Zeit in Vietnam war soweit ich mich erinnere Anfang letzten Jahres, als eine der Ausflugsdschunken, auf der die Touristen meist gleich über ein oder zwei Nächte bleiben unterging und 12 blutjunge Menschen mit in den Tod riss.
Wenn ich mich richtig erinnere, waren die Urlauber bis auf Ausnahme einer Frau aus Russland erst zwischen Anfang 20 und Anfang 30.
Hier war allerdings nicht das Wetter der Auslöser, sondern scheinbar der schlechte Zustand der Dschunke, die in den frühen Morgenstunden einfach in 2 Teile zerbrach.

Sonnenuntergang vor den Toren Cat Ba`s
Genaueres zu diesem schrecklichen Zwischenfall könnt ihr hier nachlesen.

Keine Menschenseele weit und breit
Da bin ich jedesmal heilfroh, wenn wir die An-oder Abreise nach Cat Ba oder Hai Phong hinter uns- und wieder festen Boden unter den Füssen haben.
-Und diesen festen Boden kann man auf der Insel übrigens auch super ausnutzen, wenn man einen der herrlichen Wanderwege entlang der Klippen zwischen den einzelnen "Cat Co"-Stränden benutzt.

Erster Ausflug nach Cat Ba im Frühsommer 08
Hier hat man eine atemberaubende Aussicht aufs offene Meer- und bereits vereinzelten Felseninseln hinaus.

Entlang der Wanderwege, die die einzelnen Strände verbinden
Meine erste Reise innerhalb Vietnams ging übrigens auch nach Cat Ba. Damals habe ich aber aufgrund der noch nicht so prächtig ausgeprägten Vietnamesisch-Kenntnisse nicht so richtig verstanden, wo`s hingeht und hatte von daher weder Sachen zum Baden, noch Kleidung zum wechseln, geschweige denn eine Zahn-od. Haarbürste dabei.

Mit BH und Tungs Unterhose am Meer ;)
Glücklicherweise ist anh Tung aber ja nicht der Grösste und ich hab mir dann einfach mit seinen Klamotten ausgeholfen und mir ein paar Pflegeprodukte in einem der Shops gekauft.
Das war der bislang einzigste "romantische Pärchenausflug", den ich im Leben gemacht habe und es war bestimmt eine der schönsten Wochen in meinem Leben. Geplant waren ursrpünglich eigentlich auch nur 2 Tage. :)

Mit Tungs T-Shirt über Cat Ba
Mein Mann -zur damaligen Zeit erst noch mein Freund- hatte uns in dieser Woche eine Dschunke für uns ganz allein gemietet und bei einem der vielen schwimmenden Fischhändler etwas für ein romantisches Überraschungs-Dinner auf einer einsamen Insel mit verlassenem Sandstrand eingekauft.
Um dorthin zu gelangen, mussten wir aber erstmal von unserem Boot aus die letzten Meter zur Insel durchs Wasser warten, denn für das Schiff wäre das Meerwasser hier zu seicht gewesen.

Auf einer ähnlichen Insel hatten wir unser Strand-Dinner
Abends sind wir dann meist über die Promenade geschlendert und haben ein wenig gebummelt.
Entlang der Hauptstrasse befindet sich eine Vielzahl kleiner Stände, die Souveniers, Schmuck, Spielsachen und vor allem Gegenstände, die mit Perlmutt aus der Region verziert sind, verkaufen.

Die Promenade bei Nacht
Dort gibt es auch eine Reihe von Cocktailbars und Restaurants und etwas weiter oben, in den Strassen in denen die Hotels liegen befindet sich auch eine Discothek.
Ich habe aber noch längst nicht alles gesehen und Cat Ba hat mit Sicherheit noch einige versteckte Schätze mehr zu bieten, als die die ich bislang kennengelernt habe.

Anh Tung und ich mit Fotografin im Schlepptau ;)
Wer in den Norden Vietnams reist, sollte sich das Eiland, dass zu einem Kalksteinplateau gehört, dass nach und nach immer weiter ins Meer abrutscht und das ich gerne das Nha Trang des Nordens nennen, jedenfalls nicht entgehen lassen.

Hier nun noch ein paar Bilder für euch:

Ausblick von einem der Wanderwege
Die Schmuckbaumnatter
Hotelstrasse
Ein Strand ganz für einen allein
Unser erster Liebesurlaub

Auf der Ausflugsdschunke mit Tung
Mutter und Tochter
Der Pool des Sunrise Resort

Einzigartige Natur
Tung, Bi und ich an Deck der Ausflugsdschunke
Unsere kleine Maus

Unsere Multi-Kulti-Familie

KEO

Sonntag, 12. August 2012

Erste Gay-Parade in Viet Nam

In Ha Noi hat Anfang dieses Monats die erste Gay-Parade in Viet Nam stattgefunden.
Knapp 100 Teilnehmer radelten klingelnd und singend mit Regenbogenfähnchen "bewaffnet" durch die
Haupstadt und machten mit ihrer Aktion auf die Stellung Schwuler und Lesben in Viet Nam aufmerksam und obwohl der Umzug nicht offiziell genehmigt war, schritt die Polizei nicht ein.

Das freut mich persönlich sehr, denn das Thema Homosexualität war oder ist in Viet Nam bislang eher ein grosses Tabu, obgleich es hier selbstverständlich genauso viele Schwule und Lesben gibt, wie überall sonst auf der Welt.

Einigermaßen zu ihrer Sexulität stehen, können diese aber nur in den grossen Städten, allen voran Sai Gon.
Dort gibt es beispielsweise bereits Cafes, deren Bedienungen komplett aus Transvestiten bestehen usw.
In den kleineren Städten wie unserer oder gar auf dem Land, wäre sowas im Grunde unvorstellbar.

Viele Vietnamesinnen und Vietnamesen würden sich wegen der Intolleranz der Leute niemals trauen, sich zu outen. Ein schwuler Sohn, oder eine lesbische Tochter ist bislang nach wie vor für die meisten Eltern ein Gesichtsverlust.

Erste Gay-Parade in Vietnam (Bildquelle: http://spiegel.de)
Das sich nun scheinbar endlich etwas tut in der Gesellschaft freut mich deshalb persönlich so sehr, weil viele meiner Freundinnen und Freunde in Deutschland homosexuell sind und ich der Meinung bin, dass man jedem eben das seine lassen sollte.
Die eigene Sexulität kann man sich nunmal nicht aussuchen und sollte von daher auch von anderen toleriert werden.
Da ist doch nichts weiter schlimmes dabei und man tut doch auch keinem damit weh, wenn man nun als Mann auch einen Mann liebt oder als Frau eben eine Frau.
Das gab es schon immer und wird es auch immer geben, warum also sollte man versuchen, so zu tun als gäbe es das nicht?!

Das in Viet Nam aber scheinbar tatsächlich ein Umbruch ansteht, zeigt auch dass aktuell wohl über eine Änderung des Gesetzes nachgedacht wird, welches eine Homo-Ehe derzeit noch verbietet.

Nachdem sich aber zwischenzeitlich immer mehr von den jungen Leuten trauen, sich trotz des Verbotes wenigstens zeremoniell trauen zu lassen -und das obwohl ihnen in der Regel danch eine Strafe droht- und auch immer öfter einige der Stars und Sternchen, aber auch der "normalen Bevölkerungsschicht" in Viet Nam mehr oder weniger offen dazu stehen, das gleiche Geschlecht zu lieben, kann das Thema wohl nicht mehr länger totgeschwiegen werden.. :)

Ich wünsche allen, die das Thema selbst betrifft, dass Viet Nam den Weg, den es gerade erst beginnt zu gehen zielstrebig, nicht zu langsam und erfolgreich bis zum Ende geht. :)

KEO

Donnerstag, 2. August 2012

We`re back

Nach fast 7 schönen Wochen sind wir nun seit dem 25.Juli zurück in Vietnam.
Beide, bzw alle 3 diesmal mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn nicht nur anh Tung und mir fiel der Abschied von meiner Familie wirklich schwer, sondern auch King Kong hatte sich viel besser als erwartet eingelebt.

Letzterer durfte am letzten Tag noch einen kleinen Blick in den Hunde Himmel werfen..
Naja, oder zumindest auf das, was in seiner Vorstellung sicherlich die Verkörperung dessen ist:
Dem Mallertshofener Hundesee.

King Kongs Bruder Alf im Park
Nach einem kurzen Marsch durch einen Waldweg taten sich mit einem Mal die Bäume auf und zum Vorschein kam ein strahlend blauer Himmel, gleisendes Sonnenlicht, ein türkisblauer See mit weiten, saftigen Wiesen ringsherum und überall spielende Hunde.
Herrchen und Frauchen, die Bälle oder "Quietschies" warfen, Hunde die im Rudel tobten oder durchs Grün tollten, Hunde die schwammen oder sich in der Sonne aalten, Hunde die sprangen und bellten...

Ja, so muss wohl sicher das Paradies sein hat er sich bestimmt gedacht.

Mit anh Tung in der Isar
Und immer an King Kongs Seite: Alf, sein treuer, grosser Hundebruder, den ich vor meinem Abschied vor 4 Jahren meinen Eltern aufgeschwatzt hatte. Als Ersatz sozusagen ;)

Mit den beiden und meiner Mama zusammen, sind wir täglich im Park spazieren gegangen.
Auch wenn das Wetter uns einen kleinen Strich durch die Rechnung gemacht hat, wars wunderschön.

Abschiedsparty von unseren Freunden
Zwar wären wir am Flughafen, als wir durch die Drehtüre nach draussen ins Freie getreten sind am liebsten gleich wieder rückwärts zurück, weil uns die etwa 18 Grad am Anfang so freundlich entgegengeschlugen, aber die EM hat uns dann wieder aufgefangen und uns die Zeit während des Mistwetters vertrieben. ;)

Zur Überraschung aller, hat anh Tung sich diesmal sogar zusammengenommen und über den gesamten Zeitraum der deutschen Küche gefrönt.
Zu guterletzt haben es ihm die Kochkünste meiner Mama so angetan, dass er ihr Essen zurück in Vietnam nun vermisst.

Bubu
Eines der Highlights war sicher die riesen Grillfete mit gut 20 Mann an der Isar.
Um es anh Tung leichter zu machen haben wir uns zum grössten Teil mit vietnamesischen Freunden getroffen, wodurch aber leider sämtliche meiner alten Freunde und Bekannten viel zu kurz gekommen sind.

Auch meine Eltern und Brüder habe ich im Grunde viel zu wenig gesehen, dafür das wir nun schon 3 Jahre nicht mehr bei ihnen waren. Bleibt mir also nur, auf anh Tungs Versprechen zu hoffen, dass wir künftig öfter auf Familienbesuch fliegen werden.
King Kong hat sich Gott sei Dank während des Fluges wacker geschlagen und war so brav, wie er es nur hätte sein können.
Erspart hätte ich ihm die Reise trotzdem gern, denn auch wenn er wie ein Lämmchen in seinem Cannel oder auf, über und unter mir lag (von Bangkok nach München) war es sicherlich kein Zuckerschlecken für ihn.

Grillfete an der Isar
Wieder Zuhause hiess es dann erstmal Grundreinigung des Hauses, Koffer entpacken und Geschenke verteilen (selbstverständlich standen wieder jede Menge sinnlos Wünsche auf der Liste, wie Penaten Artikel, L`Oreal und all die anderen Sachen, die es in Vietnam ja nicht gibt ;) haha) und Essen gehen mit Freunden, Essen gehen mit Freunden und nochmal Essen gehen mit Freunden.. :P

Gestern Abend sind wir nun das erste Mal dazu gekommen, selbst zu kochen und Zuhause zu essen.. ;)

Na dann Prost Mahlzeit :)
Meiner lieben Mama und meinem lieben Papa sei gedankt für die wunderschöne Zeit, den fahrbaren Untersatz, die gute Verpflegung und all die Liebe, die wir von euch erhalten haben!
Ihr fehlt uns jetzt schon wieder unendlich!!

KEO

Freitag, 1. Juni 2012

Familien in Vietnam


Gewiss : Die meisten Paare leben miteinander oder im Alter nebeneinander , so aehnlich wie in Deutschland auch . Uns ist neben dem, was gut oder zufriedenstellend “laeuft” , nur auch aufgefallen (und Alkohol und Spielleidenschaft ist oft eine Quelle haeuslicher Unzufriedenheit) :
  1. Die Nachbarin in unserer Hẻm: nachdem wir alle begeistert waren von dem kleinen Wuermchen, das als Drittes in die Familie nebenan hineingeboren wurde , machte die Mama Schulden. Im Spiel. So viel, dass sie sie nie wieder im Leben zurueckzahlen kann. Sie nahm , wohl fuer immer, Abschied von uns und von ihrer Familie und zog sich zurueck ins Mekongdelta zu ihren Eltern. Die drei Kinder besuchen sie dort gelegentlich. Wir versuchen zu helfen, wo immer es geht. Voraus ging im vorigen Jahr : heftigstes Geschrei, auch mitten in der Nacht, aus dem Haus der Betroffenen. Dann war sie eines Morgens weg. 

  2. Vor zwei Monaten heirateten unsere aelteste Enkelin mit unserer Unterstuetzung einen lieben, netten jungen Mann. Nach drei Wochen hiess es : sie giften sich an, auch lautstark in und vor ihrer Wohnung im Haus der Eltern des jungen Mannes. Eifersucht und Geld spielten eine Rolle. Beide schaemen sich vor uns und kontaktieren uns nicht mehr. Die Telefonnummern haben sie geaendert.

  3. Nach 40 Jahren Ehe laesst sich eine Verwandte von uns von ihrem mir lieben Ehemann scheiden. Viel Getoese ging dem voraus. Er trinkt viel Alkoholisches. Kinder haben sie nicht. Der einzige Sohn hat sich vor Jahren umgebracht. In unserer Furcht vor Suizid des Mannes verfolgten wir ihn eine ganze Nacht in der Stadt. Jetzt lebt er – mittellos - in der Naehe seiner Herkunftsfamilie im Sueden. 

  4. Letzte Woche : der Schwiegersohn kam bei uns vorbei. Mit auffaelligen drei langgezogenen Schnittwunden verdaechtig nebeneinander im Gesicht. “Beim Rasieren”. Die Ehefrau, unsere Tochter, ist eine allseits bekannte “Kratzbuerste”.

  5. … die vielbeschworene heilige Familie in Vietnam ist auch nicht mehr das, was sie mal war – ich habe meine Zweifel : war sie das jemals ? oder ein Wunschtraum ? 

CATINAT

Montag, 28. Mai 2012

Wir nähern uns heimischen Gefilde ;)

Auf den Tag genau morgen in 1 Monat sind wir das letzte Mal vor 3 Jahren zum ersten und bislang einzigen Mal nach Deutschland aufgebrochen.

In der Nähe des Münchner Stachus
 Seither wars lang geplant, oft verschoben, hin und wieder kam was dazwischen und manchmal gab es Verzögerungen etwa wie durch den Kauf des Hundes, der ja auch Papiere braucht.

Für letzteren bzw für dessen Mitnahme auf die Reise musste ich mich erst vor wenigen Tagen in dem Vietnam Forum rechtfertigen, in dem ich schon seit einigen Jahren Mitglied bin.
Ich finde diesen Vorwurf allerdings insoweit berechtigt, wenn man die Gründe nicht kennt, warum ich den kleinen Stinker nicht einfach hier lasse.

Schreibe ich doch auch selbst auf der neuen Blogseite "Auswandern mit Hund", welch grosser Stress so eine Flugreise für solch ein Tier bedeutet und das man sie nach Möglichkeit am besten Zuhause lassen sollte..
Hier liegt allerdings der springende Punkt: ..nach Möglichkeit.
Und die Möglichkeiten sind in unserem Fall schlecht bis ganz schlecht.

Wenn anh Tung mal nicht der perfekte Werbeträger ist ;)
Vietnam ist im Bezug auf Tier oder Haustierhaltung nach wie vor noch "ein klein wenig" anders gepolt als Länder wie Deutschland.
Welchen Umgang oder welche Lebensumstände ein Hund oder eine Katze hier zu erwarten hätte, wird ebenfalls genauer am Ende dieser neuen Seite beschrieben, deshalb gehe ich jetzt nicht mehr genauer darauf ein und bitte euch, es dort nachzulesen.

Auf diesen Gepflogenheiten ergibt sich jedoch im Ganzen, dass ich keine einzige(!) auch nur halbwegs Vertrauenswürdige Person für die Betreung der immerhin knapp 2 Monate, die bislang eingeplant sind, habe.
Im besten Falle wäre King Kong ein psychisches und physisches Wrack bei unserer Rückkehr, im schlechtesten Falle: schlicht und ergreifend nicht mehr am leben.

Und wisst ihr was?! DAS hat ihm NICHT GESCHMECKT!! O _ O
Klingt überzogen, würde aber ganz zackig gehen.
Dafür ein kurzes Beispielszenario, würde ich ihn meinetwegen zu meiner Schwiegermutter verfrachten.
(Bi soll ja wenn möglich nachkommen):
Meine Schwiegermutter ist in der Regel bis spät abends ausser Haus.
Im Haus selbst ist während dieser Zeit ein O-xin (Hausmädchen), die häufig wechseln und von daher schon mal keinerlei Bezug zu dem Hund hätten-, die zudem meistens vom Land stammen, wo so ein Tier gleich nochmal eine ordentliche Ecke weniger Geringschätzung erfahren und die King Kong allein schon deshalb lediglich als zusätzliche Arbeitsbelastung sehen könnte und ihn generell lieber loswerden würde.
Das sie das Tier lieber loswerden möchte, da Mehrarbeit, muss ich ihr aber nicht mal unterstellen um damit zu rechnen, dass sie beim Öffnen und Schliessen der Türe unachtsam sein wird und mein schlauer, kleiner Fuchs, der ganz genau weiss, dass das Haus seiner vierbeinigen Freundin rund 50 Meter entfernt liegt und der obendrein an Auslauf gewohnt ist, den er da sowieso nicht bekommen und missen würde, einfach Beine kriegt (wie man so schön sagt) und auf die Strasse flitzt um seiner Holden einen Besuch abzustatten.
Bei solchen "Ausbrüchen" ist er immer ganz flink und Motorräder?! Die passen doch sicher auf...
Ja denkste..denkt er! Tun sie aber nicht und dann wäre es auch schon passiert. So gänzlich ohne böse Absichten.
Hinzu kämen noch etliche weitere Szenarien. Diese ist vermutlich jedoch die wahrscheinlichste.

Ich nehme King Kong also sicher nicht mit auf die Reise, weil ich das so lustig finde.
Da kann ich mir bestimmt angenehmeres vorstellen, als bei dem ohnehin schon recht ätzenden Flug von Hanoi nach München auch noch so ein Viech mitzuschleifen ;)

Anh Tung mit seinen heissgeliebten Schwiegereltern
Ferner die Reise kommt so, wie sie geplant ist überhaupt zu stande.
Das hängt allerdings nicht von anh Tung und mir ab, sondern von der deutschen Botschaft in Hanoi.
Die sitzen nämlich gerade über dem Visaantrag meines Mannes.
Wird dem nicht stattgegeben, bleibt uns ohenhin nichts anderes übrig, als alle Pläne so wie sie sind über den Haufen zu werfen.
Für uns wäre dies das absolute "worst case scenario" wie Bear Grylls so schön sagen würde (hoffe ich habe den richtig geschrieben).

Das war beim letzten Mal zumindest so und anh Tung hat sein Visum erst nach einem persönlichen Gespärch meinerseits mit dem bearbeitenden deutschen Mitarbeiter erhalten.
Nicht jedoch ohne mich darauf hinzuweisen, dass ich auch ja darauf achten solle, dass mein Mann nach Ablauf des Urlaubes nur ja mit im Flieger sitzt...
Zu diesem Zeitpunkt waren wir bereits eineinhalb Jahre miteinander verheiratet.
Fast den gesamten Zeitraum davon miteinander in Vietnam lebend.

Als Touristin im eigenen Land unterwegs
Ich kann ja nachvollziehen, dass gewisse "Sicherheitsvorkehrungen" getroffen werden, damit das Land nicht vor lauter Einwanderer aus allen Nähten paltzt und man sich nicht Leute reinzieht, die man gar nicht haben will, sprich kriminelle und Resorten aber ich denke wir haben zur genüge bewiesen, dass man uns nicht zu diesen hinzuzählen kann und man uns von daher ziehen lassen könnte. Des weiteren muss mein Bruder doch auch für jeden Besuch bürgen und würde für jegliche Eventualitäten haftbar gemacht.

Und nun, nachdem wir gut 5 Jahre eine Familie sind, sitzen wir noch immer und bangen um die blosse Erlaubnis um einen mehrwöchigen Familienbesuch.
Hier möchte ich euch eh bitten uns für unseren Termin bei der Botschaft morgen die Daumen zu drücken!
Morgen wird nun entschieden, ob wir fliegen werden - oder nicht.

Leider ist es im Grunde ein "Muss" für uns, diese Reise jetzt nach 3 Jahren Abwesenheit anzutreten, denn genau beim Termin für die Abgabe der Unterlagen zum Visumsantrag vor einer Woche ist meine liebe Oma verstorben. Für mich völlig überraschend. Ich glaube erst tags zuvor habe ich meine Mama nach ihrer Einschätzung über die noch verbleibende Lebenserwartung der Mutter meines Vaters gefragt.
Ich war mir sicher, ich würde sie noch ein letztes Mal sehen können und mich verabschieden können.


Im Sommer 2009, von dem wir einen Monat in Deutschland verbracht hatten, hat sie anh Tung kennengelernt und war zu meiner Verwunderung, genau wie der Rest der Familie vom ersten Moment an scheinbar recht angetan von ihm.
So hat mein Mann auch -dem besonders unserer beider Eltern sehr am Herzen liegen- sofort am Tag nachdem er von ihrem Tod erfahren hat (uns erreichte die Nachricht ihres Ablebens in der Nacht vor dem Botschaftstermin) Opfergaben für meine Oma für den Ahnenaltar gekauft und zurechtgemacht und sogar noch vor mir die Räucherstäbchen entfacht.

Ich hoffe inständig, dass auch er mit bei der Beerdigung sein kann.
Ganz zu schweigen davon, dass er seinen Schwiegervater und einen der 2 Schwager in diesen 3 Jahren nicht mehr gesehen hat, meine Mutter und seinen Lieblingsschwager Daniel seit ihrem Besuch im April 2010 nicht mehr und uns beiden dieser gemeinsame erste Urlaub innerhalb dieser gesamten Zeit mehr als gut tun würde.
Auch geht es meinem Papa nicht gut und ein Krankenhaus Aufenthalt stünde dringendst an.
Der ginge allerdings nur, wenn meine Mama meinen Mann und mich zur Unterstützung hätte, da meine Eltern einen gemeinsamen Laden besitzen.

Wenigstens von der Heimat meiner Mama war a.Tung völlig begeistert
Jede Menge Dinge, über die ich mir derzeit den Kopf zerbreche, was euch vielleicht auch die vielen, kleineren Pausen auf dem Blog erklärt.
Die Frage, ob Bi rund 2 Wochen nach unserem Abflug nachkommen kann, muss morgen ebenfalls noch versucht geklärt zu werden.

Sollte jedoch alles so klappen, wie wir uns das vorstellen, könnten wir spätestens am Samstag schon im Flieger Richtung "Schland" sitzen.
Für mich nach so vielen Jahren eine fast surreale Vorstellung.
Abgesehen davon aber mein grösster Traum und innigster Wunsch.
Es wäre einfach nur wundervoll, gemeinsam mit anh Tung wieder bei meinen Eltern zu sein - und zwar bei beiden, denn besuchen kann uns hier leider nur meine Mama weil mein Papa eine unüberwindbare Flugangst hat und er ohnehin aus gesundheitlichen Gründen besser auf so einen Flug verzichten sollte.

Wenn mit viel Glück auch noch alle anderen vorgenommenen Dinge für Deutschland glatt über die Bühne gehen, werde ich aus diesem Urlaub endlich offiziell und anerkannt auch in Deutschland verheiratet sein, die Papiere für die Vorbereitung meines Antrages auf die vietnamesische Staatsbürgerschaft in der Tasche haben und darüber hinaus...tadda-da-daaah: Frau Nguyễn sein.

Meine liebe, süsse Mama (alles gute zum Geburtstag mein Engel!!)
Das alles sind bereits die Grundsteine für die Nachwuchsplanung, da er oder sie aus bürokratischen Gründen eines Tages vorraussichtlich mal in Vietnam das Licht der Welt erblicken- und trotzdem aber zum vietnamesischen auch einen deutschen Pass kriegen können soll.

Aber das ist jetzt ein bisschen weit ausgeholt ;)
Morgen früh gehts ja nun erstmal auf in die nächste Runde "bing, bing, bing, bing" , wo wir erfahren werden, was von unseren Plänen sich vorläufig überhaupt umsetzen lässt und ob wir diese Woche gemeinsam endlich wieder meine Familie in die arme schliessen können, oder nicht...

Sollten wir fliegen, kann ich anh Tung ja bitten ein Video von der Ankunft und dem Wiedersehen mit meinen Eltern am Münchener Flughafen für euch zu drehen :D
Das wird bestimmt sehr emotional...*schnief*

Der unschöne Moment des Urlaubs, der Abschied :.(
Also drückt uns bitte nochmals die Daumen für morgen und wünscht mir zudem, dass ich ein ein wenig die erneut in mir aufsteigende Flugangst abschütteln kann. Die hat sich nämlich wieder angemeldet :((

Ach ja übrigens wird auch mein lieber, treuer Co-Autor Catinat demnächst mit seiner Frau im Flieger richtung "Heimat" sitzen. Auch bei den beiden steht die Vietnam-Sommerpause an :)

Bangkok, noch kein einziges Mal geschafft, da weiter als zum Flughafen zu kommen..
Wir werden aber natürlich auch von "drüben" fleissig weiterposten.

Und wisst ihr, worauf ich mich neben meiner Familie am meisten freue?!

FINALE! OHO! FINALE..!! Die Fussball-EM :)) Yeeeaaah, vielleicht ist das auch das Wunderzaubermittel, um anh Tung diesmal die schreckliche Langeweile, die er in Deutschland hat zu vertreiben.

KEO

Donnerstag, 24. Mai 2012

Unser prima "Badewetter" (Achtung Ironiealarm)

Schon die ganzen letzten Tage hat es uns nicht schlecht erwischt.
Es regnet ohne Ende!


-Und das so stark, dass wir im 3. Stock (!) unseres Hauses im Flur wieder unsere "Rutschbahn" eröffnen konnten!  Mr. Green


Diese Rutschbahn würde meiner Meinung nach sogar den Wasserrutschen in deutschen Erlebnisbädern wie dem "Alpamare" oder dem Rutschparadies in der "Therme Erding" bei München Konkurrenz machen!
Das Wasser steht knöchelhoch und mit so einem kleinen Badezimmer-Fussboden-Plastikvorleger-Fussabstreifer-Dings (keine Ahnung, wie man die eigentlich genau nennt?!) lässt es sich hervorragend durch die Wasserrinne im Gang schlittern.  Cool


Der Clue dran ist, dass das Wasser dadurch, dass wir wohlgemerkt im dritten Stock sind, eine Strömung hat Richtung Treppe hat, weil es ja logischerweise hier nach unten abfliesst.
Der Regen der von oben nachkommt, ist aber so heftig, dass sich das Regenwasser schneller sammelt- als es abfliessen kann und somit unser Flur (der ähnlich einem Balkon ist) die guten 10-15 cm hoch zum Flurgeländer komplett geflutet ist.


Eine Fetzengaudi, dass sag ich euch!  Sehr glücklich


Auch eine kleine "Freiluftdusche" haben wir an einer Stelle dort oben, wo das Dach den Wassermassen nicht standhält und hereinstörmen lässt...


Im Erdgeschoss wäre sicher ein Schlauchboot von Vorteil.
Mindestens aber eins zum Paddeln, um vom Wohnzimmer in die Küche, oder das Bad zu gelangen.


Glücklicherweise ist unser Hauptwohnraum, dass Wohnzimmer -in dem wir auch schon seit geraumer Zeit schlafen- nicht ebenerdig und bleibt so einigermaßen trocken (geschlossene Fenster und Türen selbstverständlich vorausgesetzt! Winken )


Wo aber bestimmt kein Fuss mehr trocken geblieben ist, ist die "nördliche Hauptstadt" Hà Nội.


Den Medien zufolge müssen gestern gegen Nachmittag bis zum frühen Abend, stellenweise die Fluten einen Jahresrekord von bis zu 50 mm erreicht haben!!  Geschockt


Die anderen Messergebnisse: Vân Hồ 43mm, Đồng Bông 27mm, Thanh Liệt 40mm, Trúc Bạch 23mm, Yên Sở 14mm, Hồ Tây 27mm, sind allerdings auch nicht von schlechten Eltern.  Winken 


Bei einem so starken Regenfall, dem zudem bereits einige Tage heftigen Regens vorausgegangen sind, machen hier natürlich die Abflüsse schlapp und sind innerhalb kürzester Zeit dicht.
Es dauert Stunden, bis das Wasser wieder einigermaßen abgeflossen ist - und so lang heisst es dann eben:
Land unter!


Das sind die Vietnamesen jedoch schon gewohnt und das Leben steht deswegen nicht still.
Da streift man sich ein -angesichts des teilweise hüfthohen Wassers- ganzkörper-Kondom (=ein Regencape) über und lenkt seine Honda oder Szuzuki dann halt stur durch die neu entstandenen Seen und Flüsse.  Lachen
(Gemäß dem Falle, der Motor macht nicht schlapp, was aber durchaus mal vorkommen kann.)
Schieben ist ja auch noch eine Möglichkeit..
Irgendwie muss man immerhin von A nach B kommen.  Auf den Arm nehmen


Ist zwar jetzt alles recht lustig und nett geschrieben, allerdings sind solche Sturzbäche die vom Himmel kommen und ihre Folgen mit Sicherheit nicht ganz ungefährlich und richten ausserdem mitunter erheblichen Schaden an.


Letzten Sommer hat uns das Gewicht des angesammelten Regenwassers zum Beispiel das Dach eingedrückt und auch die Böden und Wände erleiden regelmässig Wasserschäden.
Die Liste der Dinge, die nach so einem "Monsun" einer Reparatur bedarfen ist lang und bei vielen fehlt einfach das Geld die Schäden ständig auszubessern.
 Das ist dann selbstverständlich nicht mehr lustig..   Neutral


Wenigstens ist es jedoch soweit mir bekannt ist, dieses Mal bei abgestorbenen Motoren, feuchten Häusern und überfluteten Strassen geblieben.


Hoffen wir, dass es das bei nächsten mal auch tut.

Bilderquelle: http://vietbao.vn

KEO