Willkommen auf meinem Blog

Auf dieser Seite findet ihr -in den verschiedenen Rubriken unter dem Titelbild- viele nützliche Infos rund um das Thema Vietnam und zudem jede Menge lustig-bis spannende Anekdoten aus meinem Alltag, als Schwiegertochter einer vietnamesischen Familie..

Donnerstag, 19. Januar 2012

Erste Hoffnungsschimmer für Inflation in Aussicht

Laut "finanznachrichten.de" gibt es erste Signale für eine Entlastung der stetig ansteigenden
Inflation in Vietnam.

Das ist für uns eine durchweg positive Nachricht, da Ende des vorangegangenen Jahres die Infaltionsrate bereits bei knappen 19% lag.
Sämtliche Güter, Waren und Dienstleistungen waren teilweise um über ein Dreifaches im Preis gestiegen.
Die extrem hohen Preise in den letzten Monaten von 2011 waren in einigen Fällen fast schon mit den Kosten in Deutschland für die gleichen Produkte zu vergleichen.


Nun Kündigt die Zentralbank wie es aussieht wohl für dieses Jahr einen Rückgang auf 12-, eventuell sogar auf lediglich 8,5-9 Prozent an.
Der Leitzins, der derzeit noch bei 15 Prozent liegt, könnte somit ebenfalls auf 10-11 Prozent gesenkt werden.

Die IWF warnt allerdings davor, vorschnell zu reagieren, was ausländische Anleger verunsichern könnte, die daraufhin ihre Investitionen zurückziehen- und die Banken dadurch erneut in Schwierigkeiten bringen könnten.

Gründe für die derzeitige Krise ist anscheinend die sehr hohe Wachstumsrate.
Das Land expandiert schneller, als die aktuelle Struktur zulässt.
Um die Sache also ohne weitere Probleme über die Bühne zu bringen, wären zunächst einmal weitere Reformen des vietnamesischen Modells von nöten.

Einen etwas ausführlicheren Bericht zum Thema könnt ihr unter folgenden Link lesen:
http://www.finanznachrichten.de/nachrichten-2012-01/22457632-vietnam-erste-signale-einer-zinswende-057.htm

Mittwoch, 18. Januar 2012

Typisch Vietnamesisch!

Dieser Artikel ist zwar schrecklich lang, aber ein absolutes "muss" für jeden jungen Vietnamesen, der in Deutschland grossgeworden ist. Ihr werdet euch mit Sicherheit wiedererkennen und hinterher bestimmt die eine oder andere Träne vor Lachen, aus dem Augenwinkel wischen müssen.. Smilie  Smilie  Smilie


Du bist ein Viet, wenn... 
-deine Mutter für längere Autofahrten immer Xoi Vo und Cha Lua mit nimmt 
-du Sojasoße oder Maggi Würze nimmst, wenn dir etwas zu fad ist 
-deine Mutter mindestens fünf Ao Dais hat 
-deine Mama die Pizza mit der Schere zerteilt 
-deine Eltern sofort bei Ankunft der Gäste die Hausschuhpalette in allen Formen und Größen ausfahren 
-du im Vietnamurlaub von Händlern radikal über den Tisch gezogen wirst und dabei denkst, du hättest ein Schnäppchen gemacht 
-deine Eltern die ganze Paris by Night-Reihe zu Hause haben 
-deine Eltern chinesische Filme gucken, die über mind. 20 Videokassetten gehen und die Synchronisation aus einer einzigen weiblichen Stimme besteht. 
-deine Eltern dich immer mit Kindern von Bekannten vergleichen und nur deren guten Seiten aufzählen 
-dich deine Eltern jedes Jahr zwei Mal nach Hannover (Chua) oder Aschaffenburg (Dai Hoi Cong Giao) mitschleppen 
-dein Vater auf einem normalen Flug gleich einen Anzug trägt 
-dein Name nie richtig ausgesprochen wird 
-deine Eltern jeweils 10 Geschwister oder mehr haben 
-du nicht ohne "com", "pho", "bun" kannst 
-deine Verwandten in Vietnam 3 Tage am Stück in der Hocke sitzen können 
-in eurem Wohnzimmer ein Ahnenaltar und ein christlicher/budhistischer Altar aufgebaut sind 
-du im Vietnamurlaub vergeblich nach dem Klopapier suchst und neben der Toilette nur eine Popodusche auffindest 
-du mit deiner Familie in die USA reist und mindestens einen Abstecher nach Little Saigon, Cali machst, um Pho zu essen 
-deine weiblichen Landsleute in Vietnam auf Sonnenlicht reagieren wie Graf Dracula (Hut, Gesichtsschutz, Handschuhe bei 35°C im Schatten) 
-es auf deiner Hochzeit ein 10-Gänge-Menü gibt, darunter Goi, Sup Mang Cua, Xoi, Heo/Vit Quay, Tom, Cocktail/Suong Xa 
-deine Eltern bei Familienessen mit deinen Verwandten um die Rechnung kämpfen 
-deine Mutter sofort all ihre Freundinnen anruft, sobald es irgendwo Angebote und Schnäppchen gibt 
-du mindestens fünf Mal in Holland campen warst und das nur für "bac cua" 
-du zum sechsten Mal nach Holland willst und vom Campingplatz abgelehnt wirst, da Vietnamesen dort Hausverbot haben 
-deine Familie nur dort Urlaub macht, wo sie Freunde/Verwandte hat, um Hotelkosten zu sparen 
-deine Mutter zu jedem Scheiß Nuoc Mam beilegt 
-du nicht mehr ohne Nuoc Mam kannst 
-deine Eltern über Schärfegrad "F" lachen 
-du schon mal als Mitglied der Marlboro-Mafia bezeichnet wurdest 
-deine Hochzeit mindestens 10.000€ kostet und 90% der Gäste von deinen Eltern ausgesucht und eingeladen werden 
-du als jüngstes Kind die Klamotten deiner älteren Geschwister trägst/ -du als ältestes Kind deine Klamotten an deine jüngeren Geschwister "vererbst" 
-deine Mutter dir für jedes Wehwehchen gleich eine ganze Flasche "Dau Xanh" (Minzöl) draufschmiert 
-du erkältet bist und vorgibst gesund zu sein, da du befürchtest, von deiner Mutter zu "song", "cao gio" oder "chao" gezwungen zu werden 
-du wurdest schon mal mit einem Holzkochlöffel/Gürtel/Bambusstock verprügelt, musstest dich danach kniend in eine Ecke verziehen und 2 Tage lang mit ausgestreckten Armen zwei Wasserflaschen halten 
-du von Europäern als Chinese/Koraner/Japaner o.ä. bezeichnet wirst, nur nicht als Vietnamese 
-du als Kind einen Pony geschnitten bekommen hast, der millimetergenau gerade ist 
-du dir auf einer Autofahrt mit deinen Eltern Huong Lan und Tuan Vu geben musst 
-du Nguyen oder Tran mit Nachnamen heißt 
-du mindestens zwei Vornamen hast 
-diese kitschig sind (Minh=hell, klug/Duc=Tugend/Tuyet=Schnee/Huong=Duft/Ngoc=Edelstein etc.) 
-deine Eltern regelmäßig Geld an die Verwandtschaft in Vietnam schicken 
-deine Verwandten in Vietnam dich nicht mehr kennen, wenn du es nicht tust 
-alle auf dem Wohnzimmerboden schlafen, wenn es mal etwas mehr Gäste werden 
-du als Kind gezwungen wurdest, die Freunde deiner Eltern mit "A!", einer Verbeugung und verschränkten Armen zu begrüßen 
-wenn deine Mutter dir vebietet, sich zu dritt ablichten zu lassen, weil sonst einer davon stirbt 
-du markengeil bist 
-du als Kind die Augen schließen musstest, sobald sich zwei Menschen im Fernsehen küssten 
-deine Mutter in der Familie die Hosen anhat 
-deine Vorfahren besser französisch sprechen können als du je in der Schule gelernt hast 
-dich nach einem Vietnamurlaub selbst die fettesten Kakerlaken, tote Hunde am Haken, Froschschenkel etc. nicht anekeln 
-du Baguettes kennst, die man auf Faltpapiergröße zusammendrücken kann 
-deine Eltern Firmenangestellte sind oder ein Restaurant besitzen 
-dein Vater keinen Alkohol verträgt, aber auf jeder vietn. Veranstaltung bei den trinkenden Zockern aufzufinden ist 
-du süchtig nach Co Tuong oder Tien Len bist 
-jeder das Thema Vietnamkrieg anspricht, sobald er weiß, woher du kommst 
-du deinen Freunden als erstes "du ma, dit me, cho de, con cac etc." beibringst 
-deine Eltern bei jeder Kleinigkeit "dit me/du ma" sagen 
-du Verwandte in den USA, Deutschland und Kanada hast 
-dich die Bravo und Biologielehrer aufgeklärt haben und nicht deine Eltern 
-du bei der Ausreise am Flughafen vom Zoll angehalten wirst und immer etwas gefunden wird 
-dein heute gedämpfter Reis morgen der gebratene Reis sein wird 
-du denkst, Frühlingsrollen, Banh Bao, Banh Cam, Ca Ry seien urvietnamesisch 
-du jemanden in der Verwandtschaft hast, der von Chinesen abstammt 
-dich Leute mindestens fünf Jahre jünger schätzen 
-du dich jedes Mal wegpissen musst, wenn ein vietn. Erwachsener eine Rede auf deutsch hält aufgrund der Intonation 
-deine Eltern Sau Rieng (Durian-Frucht) mögen
-für dich als Jugendlicher nur Vietnamesen als Ehepartner in Frage kommen, du älter wirst und mit einem Nichtvietnamesen den Rest deines Lebens verbringst 
-eure Reissäcke zu Hause nicht weniger als 20kg umfassen 
-ihr eine Karaokemaschine daheim habt 
-du dich über deine Karaoke singenden Eltern beschwerst 
-du dabei heimlich mitsingst Smilie 
-du nur in Vietnam jemals das Gefühl haben wirst, Millionär zu sein (zumindest Dong-Millionär Sehr glücklich
-es für dich nichts Neues ist, verstorbene Verwandte direkt vor der Haustür zu begraben 
-du dich darüber aufregst, was für Tratschtanten vietn. Eltern sein können 
-du dich mit deinen berühmten Landsleuten freust (Johnny Nguyen, Schauspieler/Scotty Nguyen, Pokerstar/Tila Nguyen, Pornostar/Dat Nguyen, NFL-Player)
-du am Flughafen grundsätzlich mindestens zehn Kilogramm Übergepäck hast 
-du es normal findest, "verdorbene" Garnelen- und Fischreste als Soße zu essen (Mam Tom) 
-in eurer Küche mindestens ein Karton mit Mi Goi (Instantnudeln) von MaMa oder YumYum steht 
-du zum Knutschen mit Deinem Partner auf dem Moped sitzend an einem Park stehst, neben all den anderen knutschenden Paaren 
-"Ausgehen mit Freunden" immer bedeutet: Cafe (Tang 1), Seafood (Tang 2), Karaoke (Tang 3). Und zwar IMMER! 
-du als Kerl NIE NIE NIE ein "gutes vietnamesisches Mädchen" zu dir nach Hause einladen kannst, weil sie dann sofort denkt du willst sie heiraten oder nur Sex, oder sogar beides 
-ein "gutes vietnamesisches Mädchen" dich zu sich nach Hause einlädt und all ihren Verwandten vorstellt, obwohl du sie gar nicht heiraten willst, und auch keinen Sex, oder beides 
-du beim Essen die Knochen auf den Fussboden schmeißt 
-du nach dem Essen IMMER Zahnstocher brauchst und Dir dabei die Hand vor den Mund hälst 
-du bereits zum FRÜHSTUECK eine heiße, fettige Nudelsuppe isst (Pho, Bun Bo ect...) 
-du "Xa Xi" magst, welches wie Nagellackentferner schmeckt 
-du "Rau Ma" magst, welches wie Spülmittel schmeckt 
-das was du gerade isst, immer gut und gesund fuer das ist, was Du eben gerade isst. (Iss Leber, ist gut fuer die Leber) 
-dein eigenes Kleinkind sich zum pinkeln immer direkt an den Strassenrand stellen oder hocken muss 
-dir deine Mutter immer erzählt "Der (wildfremde) Onkel am Nachbartisch schimpft gleich mit Dir, wenn Du nicht schnell aufisst 
-du Sojasoße oder Maggi Würze nimmst, wenn dir etwas zu fad ist 
-wenn Deine Eltern mit Maggi gewürztes Spaghetti Bolognese mit Stäbchen essen 
-deine Eltern abends immer vor dem Fernseher sitzen, um sich auf VTV Phim Truyen anzusehen, die meistens aus 25 Folgen bestehen 
-du stundenlang im Schneidersitz pokern od. "tien len" zocken kannst 
-deine Eltern dir ständig sagen, dass du deine Haare schneiden sollst 
-du in einer Wohnung voller Elektronikgeräte wohnst 
-du von deinen Eltern Ärger kriegst, wenn du eine 2 geschrieben hast 
-du für deine Eltern immer ein Kind sein wirst, auch wenn du schon 20 bist 
-du größer bist als deine Eltern (und deine Schuhgröße 40+ ist, während Mama 36 trägt) 
-deine Eltern später bei dir wohnen, wenn sie alt sind 
-deine Eltern in eurem Garten trai bau züchten 
-du zu Hause mindestens zwei Reiskocher hast 
-eure Fernbedienungen daheim in Folie verpackt sind 
-es bei euch zu Hause mehr Stäbchen und Schälchen vorhanden sind als Teller und Messer, Gabel 
-dein Vater sein Handy am Gürtel trägt 
-irgendein/e Bekannte/r von euch "Nails=Neil/Neo" lernt, macht oder betreibt 
-in der Wohnung mindestens 1 anh nghe thuat (professionelles Foto aus VN) hängt, damit alle Gäste fragen: "Bist du das?" (egal zu wem) 
-du schon über 20 bist und immer noch Bescheid sagen musst, wo du hingehst, bist, mit wem und wann du wieder kommst 
-andere Leute dich alles über Vietnam ausfragen und du klarstellen musst, dass du nicht Vietnamistik studierst 
-fremde Leute alles über dich wissen weil die dein "Gesicht gelesen" haben 
-es für Sachen, die du machst, immer vietnamesische Sprichwörter gibt 
-deine Eltern bei Asialand shoppen gehen 
-zu Anlässen (Geburtstag, 1Monatsjubiläum, Hochzeit) nirgends Geschenke siehst, aber haufenweise weiße phong bi (Briefumschläge) 
-bei euch mindestens 1 gratis Kalender von einem Asiamarkt (Einzel- oder Großhandel egal) mit irgendwelchen Frauen in Ao Dai hängt 
-egal was ansteht, das Essen das wichtigste Thema ist und immer im Übermaß 
-in eurer Küche niemals Nuoc Mam, Mi Chinh und Tuong Ot fehlen 
-dein späterer Lebenspartner mindestens studiert haben musst (am besten: Arzt, Anwalt, Big Boss, Politiker o.ä.) oder wohlhabende mächtige Eltern hat 
-du Männer kennst, die sich mindestens einen suuuperlangen Nagel wachsen lassen (Daumen, Kleinfinger, beides...), aber total ungepflegt gelb-braun ausschaun (zum Popeln!) 
-du älter wirst und checkst, dass Vietnamesen doch vor der Ehe Sex haben und nicht den/die allererste/n Freund/in heiraten 
-ihr immer einen vollen Kühlschrank und vor allem Kühltruhe habt. Eure Mütter denken, alles Gefrorene hält sich für die Ewigkeit 
-es bei euch Hühnchen (oder auch anderes Geflügel) mit voller Montur gibt (Kopf,Hals, Füße, Darm...) - alles wird verwertet 
-ihr euch nie traut, Freunde zum Essen einzuladen wegen der vielen genannten Dingen vorher 
-du keine gescheiten Doppelvokale (wie z.B. "Google") schreiben kannst, weil Vietkey aktiviert ist 
-deine Eltern "Sprite" bestellen und es kommt ein "se be rai" raus 
-deine Verwandten in Vietnam mit Jeans ins Meer steigen 
-dein Opa seine langgewachsenen Haare auf einem Muttermal zwirbelt 
-50 Leute auf ein Familienfoto passen 
-dein Papa mit der Videocam Sachen aufnimmt, die er sich nie angucken wird 
-deine Mama die Kartons der Cornflakespackung als Spritzschutz beim Frittieren benutzt 
-dein Vater bei neuen Elektrogeräten die Anleitung wegwirft und lieber solange an den Tasten herumfummelt bis sie funktionieren 
-deine Eltern mit Birkenstocks zum Supermarkt gehen 
-deine Mutter das schönste Geschirr in der Vitrine aufbewahrt, es bei Besuch (, am besten bei Verwandten aus Vietnam,) nur für die Gäste benutzt wird und ansonsten tabu ist 
-deine Eltern schimpfen, dass du schlafen musst, obwohl Wochenende ist 
-deine Mutter losheulen muss, wenn sie cai luong schaut 
-deine Mutter einen Brief liest, flucht und dich dann fragt, ob du es übersetzen kannst 
-deine mutter sagt, du sollst schlafen gehn, weil es schon zu spät ist, obwohl es erst 20.00 Uhr ist 
-deine Mutter dich total blamiert, z.B. ihr "gutes" deutsch 
-deine Mutter Bekannte trifft und sie nur über Probleme von Vietnam oder ähnliches sprechen 
-deine Mutter dir immer alle deine Pickel ausdrücken will 
-30 Minuten Verspätung noch ziemlich pünktlich sind 
-du mal etwas von Allem sein kannst...verpeilt/verärgert/verspielt/verdummt etc. 
-du ein EGOshooter bist und dich sobald es geht,so oft wie möglich fotografierst 
-du gut in der Schule bist 
-deine Mutter dir als kleines Kind, dir immer deine Nase mit dem Fingerchen gesäubert hat 
-du am Strand immer Hot Pot essen musst 
-du in der Wohnung keinen Hut oder ähnliches aufhaben sollst, da du sonst nicht mehr wächst 
-du bei KFC deine Pommes mit Chilisoße essen musst 
-du deinen Freunden keine Schals und keine Scheren schenken darfst, weil du sie sonst nie wieder siehst 
-wenn dich ein Mädchen beim ersten Kennenlernen immer sofort nach deinem chinesischen Sternzeichen fragt 
-du beim Lachen immer die Hand vor den Mund nimmst 
-du im Restaurant die Tüte mit den feuchten Tüchern immer mit einem lauten Knall aufmachen musst 
-du für deine Mutter nicht nur beim Arzt anrufen, sondern auch als Übersetzer beim Termin mitgehen musst 
-deine Eltern dich ihr Postwesen übersetzen und erklären lassen 
-deine Eltern am Wochenende zum Flohmarkt fahren, um irgendwelche nutzlosen Sachen zu kaufen und behaupten, es sei ganz neu 
-deine Mutter und ihre Freundinnen zusammen Sammelbestellungen beim Großhändller machen, um Rabatt gewährt zu bekommen
-du schon mal mit deinen Eltern auf dem Tschechien-Markt warst 
-deine Mutter beim Flug in die Heimat die Koffer mit Süßigkeiten vollstopft 
-du dein Zimmer mit deinen Geschwistern bis zum Erwachsenenalter teilen musstet 
-du als kleiner Junge nie im Verein Fußball spielen durftest, weil die Gefahr der Verletzung zu groß war 
-deine Mutter draußen auf dem Balkon kocht, weil es folglich in der Wohnung weniger riecht 
-deine Eltern beim Essen schmatzen und rülpsen und es für selbstverständlich halten 
-deine Eltern eine Satschüssel mit vietnamessischen Programmen besitzen 
-dein Vater ein Pokal beim Botcha "bun" gewonnen hat 
-deiner Mutter beim Einkaufen kurz vorm Bezahlen einfällt, dass sie noch was braucht und dich ohne Geld beim Kassieren stehen lässt -du gerade lachst, weil das hier alles wahr ist =)
-du jeden Sommer mit mind.20 Verwandten zum Grillen an den See musst

-in eurer Wohnung ein 4-teiliges Muschelbilderset hängt
-deine Mutter einen grünen Jadeanhänger (Phat Ba/Buddah) an einer Goldkette trägt
-in eurer Vitrine eine Flasche Reisschnaps, mit irgendwelchen ekligen, eingelegten, toten Tieren steht 
-deine Mutter so laut spricht, wenn sie mit Vietnam telefoniert, als müsse man je weiter man voneinander entfernt ist, umso lauter schreien.. 
-deine Mutter regelmässig teure Kosmetik- und Duschartikel nach Vietnam schickt
-ihr ein riesen Hackbeil in der Küche habt
-deine Mutter in der Hocke sitzend, Hühnchen unter Zeitungspapier auf dem Fussboden zerhackt
-in eurer Wohnzimmervitrine mind. eine spektakuläre Flasche teurer Marken-Whiskey-oder Cognac steht
(X.O. ; Hennesey ; Johnny Walker ; Jack Daniels ; Chivas Regal..)
-auf eurem Wohnzimmerschrank ein mind. 4-teiliges Miniatur-Buddahfigürchen-Set steht
-die Wäsche minimum bis in eure Jugend auf einem Wäscheständer irgendwo in der Wohnung getrocknet wurde und nicht in einem Trockner
-früher bei euch immer "Banana-Cards" (zum billig-telefonieren ins Ausland) rumlagen
-es in eurer Wohnung nach Räucherstäbchen riecht
-in eurem Auto zum Schutz der Insassen ein Jadeanhänger vom Innenspiegel baumelt
-deine Mutter die Wohnung so sauber hält, dass man vom Fussboden essen könnte
-dein Vater jede peinliche Schulaufführung von dir mit der Kamera aufgezeichnet hat
-ihr hin und wieder mind.10-20 Gäste habt und diese auf Bastmatten, Tischdecken oder Betttüchern auf dem Boden mit euch essen
-deine Mutter sich bei Kopfschmerzen Tigerbalsam oder Dau Xanh auf die Schläfen reibt
-du deine Eltern regelmässig zu Arzt- oder Behördengängen begleiten musst um für sie zu übersetzen
-deine Mutter beim kochen jedes Gericht mit "Glutamat/bot ngot" würzt

Na, wer hat bis zum Schluss durchgehalten und kann nicht behaupten, dass alle Punkte haargenau so sind?! Lachen

Freu mich auf eure Kommentare Smilie

Dienstag, 17. Januar 2012

Meine Geschichte

Heute gibt es zur Abwechslung mal keinen Blogeintrag, da ich das heutige, bisschen freier Zeit zwischen den Vorbereitungen zum Tet-Fest dafür verwendet habe, endlich einmal an der Fortsetzung von "Meiner Geschichte" zu arbeiten.

Ich bin diesmal auch ein ganzes Stück weiter gekommen und habe nach der Vorgeschichte nun auch den Teil meiner ersten Vietnamreise und dem Kennenlernen von Tung und mir geschrieben.


Das ganze habe ich mit einer Reihe von persönlichen Bildern aus meinem ganz privaten Fotoalbum untermalt.

Die komplette Geschichte wird allerdings noch ein ganzes Stück länger werden.
Da ich nebenbei ja aber auch noch die normalen Einträge für den Blog posten möchte, Arbeiten muss und eben gerade mitten beim vorbereiten meiner Aufgaben zu Tet stecke, hoffe ich ihr könnt euch noch ein wenig gedulden.

Ich habe der Menüleiste zudem inzwischen ein "Leserbild der Woche" hinzugefügt.
Das ist ein neuer Teil meiner Blog-Interaktiv Aktion, in der ich euch -die Leser meines Blogs- etwas mehr mit in die Gestaltung des Blogs und den Blog selbst einbeziehen möchte. Auf diese Idee bin ich gekommen, als ich vor ein paar Tagen das wunderschöne Profilbild eines neuen Skype-Freundes und dessen Frau gesehen habe.


Ihr könnt mir also wenn ihr wollt, witzige Schnappschüsse oder Lieblingsbilder von euch zusenden, wenn ihr diese gerne für eine Woche auf der Seite ausstellen möchtet.
Den Anfang hat dieses Mal gleich Ernie, ein guter Freund von mir aus Hai Phong gemacht, auf dem er mit seiner Frau bei deren Verlobungsfeier zu sehen ist.

Wenn ihr möchtet, könnt ihr gerne auch ein paar Zeilen dazu sagen, die ich dann für euch im Blog poste.
Sollte jemand von euch interesse daran haben, sein eigenes Bild hier im Blog zu veröffentlichen, dann erreicht ihr mich über das Kontaktformular, dass sich unter der letzten Rubrik befindet.

Viel Spass nun beim lesen der Fortsetzung von "Meine Geschichte".

Ihr findet sie unter dem Titelbild oder direkt indem ihr auf die farbig markierten Teile in diesem Text klickt.

(KEO) -Gute Reise Küchengott Ông Táo

Heute stand Grossputz auf dem Programm.
Der Hausaltar wurde gereinigt und die Asche der Räucherstäbchen, die sich das Jahr über in und um den Behälter sammelt wird endlich einmal weggefegt.
Danach werden die üblichen Opfergaben (über die ich in den nächsten Tagen mal ausführlicher Berichten werde) gebracht und im Anschluss, in einem kleinen Blechofen das Geistergeld verbrannt.

Typische Opfergaben für den Hausaltar, 7 Tage vor Tết (Quelle: vietbao.vn)
Gewidmet ist diese jährliche Prozedur genau 7 Tage vor dem Tết-Fest (dem traditionellen, vietnamesischen Neujahrsfest): Ông Táo - dem Küchengott.

Der Küchengott "Ông Táo" auf seinem Karpfen (Quelle: phanthi.vn)
Der Legende nach, reitet dieser auf einem Karpfen zum Meer, wo er sich in einen Drachen verwandelt und zum Himmlischen Palast fliegt, um dem Jadekaiser (Ngọc Hoàng Thượng Đế) Bericht über die Taten der Familie, im vorangegangenen Jahr zu erstatten.

Verkauf der Opfergaben aus Pappe
Die Nachricht, die der Küchengott -der sich die kompletten 12 Monate über fleissig Notizen über das gute oder schlechte Verhalten der Familienmitglieder macht- dem Jadekaiser überbringt, ist demnach entscheidend für den Wohlstand oder das Wohl, dass uns im kommenden Jahr widerfährt. 

Besonders originell: Bemalte Fische
Den Bräuchen folgend, wird in unserer Familie bei der Feier für Ông Táo, am 23.Tag des letzten Mondmonates ein gebratener Fisch für den Küchengott mit auf den Hausaltar gestellt.
Alternativ kann aber auch ein Papierfisch als Gabe gereicht werden oder viele Familien besorgen sich auch gleich einen echten Fisch. Einen der noch lebendig ist.
Vorzugsweise einen Karpfen, was sich aber eher nach dem Reichtum der Familie richtet.

Umzug zu Ehren des Küchengottes (Quelle: chuaphuclam.com)
Dieser Fisch wird anschliessend in einen Fluss oder See in die Freiheit entlassen, was ihm symbolisch gesehen ein langes Leben geben soll, -faktisch gesehen aber oft erst das Leben kostet, da nicht wenige Vietnamesen auf die glorreiche Idee kommen, die Tiere -im besten Falle- gleich von einer Brücke aus in die "Fluten" zu werfen..


Einigen Fischen wird die "Freiheit" geschenkt (Quelle: vietbao.vn)
Das Ritual um Ông Táo ist die erste Vorbereitung für Tết Nguyên Đán, zu der sich möglichst alle Familienmitglieder einfinden und das in der Regel dann mit einem gemeinsamen Essen, der für den Küchengott zubereiteten Speisen endet.

Sonntag, 15. Januar 2012

(KEO) - Was tun, wenn man kein Auto hat?!

Diese Frage stellt sich für einen waschechten Vietnamesen erst gar nicht, wenn es um die Frage der Transportmöglichkeiten geht.
Wozu auch?! Wir haben doch unsere Motorbikes!
Die Mischung zwischen "echten" Motorrädern und den niedlichen "dolce Vita", der italienischen Rollervariante.

Eine Couch?! Kein Problem
Das hier selbst bei Regen und Donner kein Mensch im geschlossenen und beheizten Auto fährt, sondern auch im grössten Unwetter brav mit seinem Zweirad durch die Strassen und Gassen tuckert, hat weniger etwas mit dem durchweg freundlicheren Klima als in deutschen Breiten zu tun, als schlicht mit der fiesen Tatsache,
dass Autos erst seit einiger Zeit auch der normalsterblichen Bevölkerung zum Erwerb geboten werden.

Ein paar Tiere?! Auch kein Problem! (Quelle nhutho06.violet.vn)
Wobei "normalsterblich" sind diejenigen, die sich am Ende auch wirklich so ein Teil leisten dann wohl nun doch nicht so ganz.
Die extrem hohen Zoll- u. Einfuhrgebühren und der gewichtige Steueranteil, lassen den Endpreis in astronomische Höhen schnellen, weshalb so ein Viertürer dann letztlich eher nur in den Wohnzimmer der oberen 10-Tausend landet.

Vergleichsweise einfach: Kleiderständer
JA, ihr habt richtig gelesen: "den Wohnzimmern"!
In Vietnam parkt man seinen fahrbaren Untersatz für gewöhnlich, nämlich noch dort, wo es am sichersten ist:
Den eigenen Vier-Wänden.

Zuhause bleiben, wegen dem bisschen Regen?! (Quelle: vietbao.vn)
Das erklärt auch die breiten Eingangstüren, die eher Eingangstoren gleichen und das Haus einer besseren Garage oder eines Ladens anmuten lassen. Das sind in der Regel grossflächige Flügeltüren, die komplett zur Seite hin aufgeschoben werden können und die komplette Hausbreite umfassen.
Zu dieser Haustüre -die meist einige Stufen weit, nach oben versetzt liegt- führt dann bei fast allen eine Rampe, über die der Schatz der Familie -das Motorrad oder Auto-, in die Wohnräume gefahren werden kann.

Wer findet den Fahrer?! (Quelle: tintuc.xalo.vn)
Jedem Ausländer stellt sich jetzt aber mit Sicherheit die Frage, "aber was wenn man mal etwas mehr einkauft, oder etwas sperriges zu transportieren hat?!" - Alles kein Problem! Die Vietnamesen sind geübt in der Kunst des Schichtens und des Stampelns. Wahre Logistikweltmeister könnte man sagen. Sollte man auch sagen, wenn man sich so auf den Strassen hier umsieht.

Eine Reifenpanne wäre kein Grund zur Panik. (Quelle: vcmedia.vn)
Da wird von Tieren, über einem Dutzend Menschen, Möbeln und Leitern, bis hin zu Kühlschränken alles aufs Motorrad gepackt oder geschnallt, was nicht niet- und nagelfest ist. Aber seht selbst in der kleinen Fotoreihe, die ich euch zusammengestellt habe, damit ihr das unfassbare, etwas besser fassen könnt.. ;) :

Möbeltransporter?! Die brauchen wir hier nicht. (Quelle: bbc.co.uk)

Die Festtagsdeko kommt auch auf 2 Rädern (Quelle: baothuathienheu.vn)

Nur ordentlich festgezurrt muss alles werden. (Quelle: vnepxpress.vn)

Dann kann auch der "Beifahrer" noch mit (Quelle: vnexpress.vn)

Nichts für schwache Nerven: Schweinetransport (Quelle: thanhphovinh.gov.net)
Die nächsten 3 benutzen zwar "Hilfsmittel" zum Transport oder sind Cyclos, aber deswegen nicht weniger spektakulär:

Ganze, oder zumindest "fast ganze" Autos (Quelle: tindachieu.com)

Ein kleiner Hänger zur Hilfe (Quelle: http://vietgiaitri.com)

Auch die Cyclos sind nicht weniger "transportfähig" (Quelle: http://vietbao.vn)
 Zum Abschluss noch eine Abbildung, wie so eine ganz normale "Haustüre" in Vietnam aussieht:

Die riesigen Flügeltüren von innen

Schiebegitter, Rolläden, Stufen und Rampen: Ein typsich vietnamesischer Hauseingang

Rollläden als moderner Schutz gegen ungebetene Gäste

Freitag, 13. Januar 2012

(CATINAT) - Enfant terrible

Da ist sie. Sie !
Der Schwarm aller Buben zwischen 4 und ….Jahren. Die Diva. Der unangefochtene Jungstar unserer Hẻm (Gasse) in der “Unterstadt”.
Sie wickelt jeden um ihre winzigen duennen Finger. Entziehen kann man sich ihrem frechen Charme nicht. Xanh Xanh ihr Name , auch Sâu Xanh gerufen, kleine blaue Raupe. Immer praesent , ein Punkt nur von Statur , aber immer im Mittelpunkt der Downtown.In Wirklichkeit also eine “Macht”.
Sie faellt auch mal hin beim Ueberholen der Jungenmeute - winziger “gefallener teuflischer Engel” sozusagen. Aber das Besondere an ihrem Verhalten : ihr Lachen dabei , cười . Frech, aber auch zum Mitlachen. Das Lachen ist schon in ihr Gesicht geschnitten.
Sâu Xanh , die kleine Raupe mit der Kraft und Ausstrahlung eines feuerspeienden Drachen. Und wenn die Jungen sich vor ihr um ihre Gunst streiten , sich verletzen , dann erinnere ich mich an H.Heines Spitzbuebin-Gedicht, wenn er, der Dieb, aus dem Gefaengnis nach ihr ruft “…komm zu mir, …ich schmachte” , erleben muss “ Sie schuettelt das Haupt - und lachte.”

Neugierig, quirrlig Xanh Xanh
In der asiatischen Mythologie gibt es eine Gestalt, die ihr aehnlich ist , bzw. sie ihr . Eine Gestalt, die mehrmals starb und reinkarnierte. Ein rechtes Enfant terrible. Zwar ein Junge , Ne Zha , aber warum nicht wiedergeboren werden als Maedchen, als Xanh Xanh oder Sâu Xanh , die freche Raupe mit der Kraft eines Drachen ? 


Die kleine Raupe zeigt begeistert ihren Helden
Lady Yin gebar ihrem Mann, dem militaerischen Kommandeur Li Jing einer Passregion , - zu dessen Entsetzen eine Fleischkugel. Die Mutter hatte das schon geahnt, denn Zeit seines Lebens und darueber hinaus wuerden ihr Sohn und sie sich immer wieder im Traum treffen. Der Vater hieb mit dem Schwert auf die Kugel ein. Die teilte sich , entfaltete sich und heraus sprang ein wilder Junge, der sprechen konnte. Nezha oder Ne Zha oder Nata oder oder Nézhā oder Núozhā (nach Wiki). Erzogen wurde er vom unsterblichen Lehrer Taiyi Zhenren.
Eines Tages, als er am Meer spielte, kam ihm der Ao Bing, der dritte Sohn des Drachenkoenigs der oestlichen Meere, Ao Guang, provozierend nahe. Nezha toetete ihn im Kampf. Die ganze Familie Li Jing sollte sich beim Drachenkoenig dafuer verantworten. Der ungestueme Junge Nezha besann sich auf die familiaeren Tugenden und buesste, indem er Seppuko beging, den rituellen Selbstmord, wobei der Unterleib selbst aufgeschnitten und die Eingeweide beim Sterben herausgeloest werden.
Die Mutter liess ihrem Sohn heimlich einen Tempel bauen, so wie es in ihren Traeumen vorhergesehen war. Der noch immer zornige Vater liess den Tempel verbrennen.

Heute als Comic-Held: Nezha
Der Lehrer Taiyi Zhenren gestaltete aus Lotuswurzeln einen neuen Koerper fuer die Seele des Nezha.
Aber wegen der Tempelzerstoerung hegte der neugeborene Nezha Hass auf seinen Vater. Sie fochten viele Kaempfe aus, aber der Vater spuerte, dass er dem Sohn nicht mehr gewachsen war . Vor allem auch, als dieser einen seiner Brueder , Muzha, an der Seite des Vaters ueberwaeltigte.
Mehrere Goetter vermittelten . Nezha hatte auch das Wohlwollen des Jadekaisers gewonnen. Denn er hatte den Aufstand des Affenkoenigs Sun Wukong gegen den Kaiser niedergeschlagen.
Zum Schluss soll sich der staerkere Sohn dem schwaecheren Vater gebeugt haben. Darueber gibt es aber unzaehlige lokale Versionen. Auch Li Jing wurde in den Himmel gehoben. 

Am Ende kämpfen beide doch immer für das Gute
Nezha wird immer jung dargestellt, oft richtig noch als ein wilder Junge. Er springt auf Feuerraedern einher , kleiner Gruss von Hermes aus Athen und von Merkur aus Rom. Er hat den Ring des Universums um sich geschlungen, manchmal auch in der linken Hand , die rote Kriegsschaerpe um die Schultern und einen langen Speer mit feuriger Spitze in der rechten. In einigen Geschichten kann er auch Feuer speien. Oder er hat drei Koepfe und sechs Arme. Die Geschichten wurzeln in Synthesen von taoistischen , hinduistischen und buddhistischen Elementen. Nezha beunruhigt die Welt zwischen China , Japan, Korea, Formosa , Kambodscha , Vietnam und Indien. Kaempft zuletzt nach “jugendlichen” Irrungen und Wirrungen doch immer “fuer das Gute”.
Ne Zha oder Xanh Xanh. Goettliche Enfants terribles mit Herz. Sozusagen auf Feuerraedern.

Dienstag, 10. Januar 2012

(KEO) - Tết-Das vietnameische Neujahr, in einer ganz "normalen" Familie

Kaum ist das eine vorüber, steht auch schon wieder das nächste Neujahrsfest an.
Das "eigentliche" Silvester, findet bei uns nämlich erst in rund 2 Wochen statt:
Das vietnamesische Tết-Fest.
Diesmal fällt es auf den 23.01.2012, ein Drachenjahr. Etwas früh, denn im Normalfall wird das "frohe Neue" in Vietnam, so gegen Mitte bis Ende Februar willkommen geheissen.
Dadurch, dass Tết sich aber nach dem Mondkalender (Âm Lịch) richtet, verschiebt es sich alljährlich um einige Wochen und kann wie heuer eben schon Ende Januar sein. Für gewöhnlich liegt es jedoch irgendwann zwischen Februar und März.

Baumbehang für den "Cây Đào"
Und Tet ist wie bei den Deutschen das Weihnachtsfest:  "Traditionsgemäß" die stressigste Zeit im Jahr!
Den Bräuchen und Sitten folgend, muss das gesamte Haus vom (nicht vorhandenen) Keller bis unters Dach
einer Generalreinigung unterzogen werden, etliche Gerichte sind vor-und zuzubereiten, Arbeitskollegen,
Freunden und Familie wird die Aufwartung gemacht, der Altar (der in jedem Haushalt zu finden ist) hat auf Hochglanz poliert zu werden, ein Baum wird herbeigezaubert und geschmückt, Kindern steckt man die roten Briefchen -die ein paar Banknoten beinhalten- zu, für die Erwachsenen besorgt man ganze Geschenkkörbe oder mit Präsenten gefüllte Taschen, Opfergaben werden gebracht und -ein einziges Mal im Jahr- Vorräte herangeschafft.

Die Wohnung auf hochglanz poliert
Alles fiebert auf den einen Moment hin, nach dem sich ganz Vietnam im Anschluss für etwa eine Woche im totalen Ausnahmezustand befindet.

"Chợ Tết" (z.dt. der Neujahrsmarkt)
Denn ist die Neujahresnacht vorüber, sind die Strassen hier wie leergefegt.
Sämtliche Geschäfte, Ämter, Banken und Restaurants haben geschlossen und jeder widmet seine freie Zeit seinen Nächsten. Man besucht sich gegenseitig, holt sein edelstes Tröpfchen aus dem Schrank und es wird
gegessen, gegessen, gegessen und nochmals: gegessen.

Nachdem es den Ahnen serviert wurde, kann man selber zubeissen
Jeder ist einer Hochstimmung, der auch die extrem niedrigen Temperaturen um Tet herum, keinen Abbruch tun können.

Auch bei uns Zuhause spürt man die Veränderungen bereits wieder deutlich und euch interessiert mit Sicherheit, was da genau passiert und wie so ein Jahreswechsel in Vietnam von statten geht.

Da das neue Jahr aber erst noch vor der Tür steht, berichte ich euch einfach wies letztes Mal war.

Der Drache aus Blumen auf dem "Chợ Tết"
Bevor es so richtig losging, also noch gegen Ende des alten Jahres, hatten wir erstmal jede Menge Arbeit in der Firma. Liegengebliebene Unterlagen mussten abgearbeitet- und noch ausstehende Geschäfte oder Verträge weitestgehend unter Dach- und Fach gebracht werden und geliehene Gegenstände oder Beträge wurden zurückgegeben, um zu vermeiden dass das neue Jahr finanziell schlecht läuft.
An einem freien Wochenende sind wir dann mit unserer Kurzen auf den Tet-Markt (Chợ Tết) gegangen um uns die alljährlichen, prachtvollen Blumendekorationen anzusehen und um ein paar rote Umschläge für die Geldgaben an Kinder (lì xì) und etwas Schmuck für den Neujahrsbaum (cây đào) zu besorgen.

Die traditionellen, roten Umschläge (lì xì)
 Die folgenden Tage verbrachten wir damit, verschiedenen Familienmitgliedern, Kollegen und Freunden von uns kurze Besuche abzustatten, oder solche Besuche bei uns Daheim zu empfangen und bewirten.
Das läuft für prinzipiell immer gleich ab. Für die Erwachsenen werden Taschen oder Körbe, gefüllt mit Keksboxen, Tees, Kakao, Kaffee, Zigaretten oder Spirituosen überreicht und den Kindern die schönen Cellophan- od. Papierhüllen (lì xì) zugesteckt, in denen sich je nach wohlstand des Empfängers und des Senders zwischen 20.000-500.000 Dong befinden.

Blick auf das Tet-Feuerwerk, vom 11.Stock eines Hotelbalkons
 Ich würde sagen, dass eine 50-Tausend Dong Note so den gängigsten Inhalt darstellt.
Wichtig ist dabei, dass der Geldschein neu ist. Mindestens aber sauber, glatt und ordentlich gefaltet.
Danach sitzt man bei einem Tee (meistens grüner) oder den -mit einem Schluck Rotwein, edlen Cognac od. Whisky gefüllten- besten Gläsern aus der Vitrine des Hauses, etwa 5-20 Minuten zusammen und erkundigt sich gegenseitig nach der Gesundheit der Familie und den letzten Neuigkeiten oder Veränderungen.
Kaum hat man sich hingesetzt, verabschiedet man sich auch schon wieder und bricht zu seiner nächsten Steppvisite auf.

Auf Neujahresbesuch bei Verwandten
Richtig nett wird dieser Brauch, wenn jemand (wie mein Mann Tung), in gehobenerer Position ist oder einfach einige Mitarbeiter unter sich hat, die ihm die Aufwartung machen müssen.
Auf "diese Weise" haben wir im letzten Jahr dann am Ende der Feiertage rund 6 Stangen Vinataba (Zigarettenmarke), 5 Karton Bia Ha Noi, 1 Karton Heineken Bier (alle a 24 Dosen), 3 Flaschen Jimmy Walker, 2 Flaschen Jack Daniels, 1 Flasche Hennesy, 2 Geschenkkartons mit "Baileys" und Schmuckgläsern, 2 Flaschen Rotwein, 2 Flaschen Weisswein, 6 Geschenkboxen Kekse, 8 Tees, 4 Kakaosorten, 7 Kaffe (Instant u 1"echter"), 3 Karton Pralinen, 2 Karton Schokokonfessionen, 2 Fische und 3 Hühner erhalten ;)
Bestimmt habe ich etwas vergessen, aber das reicht ja auch fürs erste. Ich hatte alles gestapelt und abfotografiert, aber kurz nach Neujahr, am Geburtstag der Kleinen ist dann die Kamera verschwunden bevor ich diese atemberaubenden Bilder hochladen konnte. :(

Die "Präsenttüten" neben Tung beginnen sich zu sammeln
Während der Berg an Mitbringseln immer höher wurde und wir unsere Einkäufe getätigt hatten, haben wir unseren "Weihnachtsbaum" (in Vietnam meistens Kirschblüten- oder Pfirsichbäume, die vorläufig nur Knospen tragen, sich dann zu Tet aber öffnen und den Baum herrlich erblühen lassen) bei meiner Schwiegermutter drüben abgeholt und ihn mit Bi zusammen, mit den Anhängern (Goldfische- und Münzen, rote Fähnchen -auf denen Glückssprüche stehen-, blinkende Lichterketten und falsche Pfirsichfrüchte) geschmückt.

"Cây Đào" der vietnamesische "Weihnachtsbaum"
Am Tag des Tetfestes sind Tung und ich dann früh morgens mit unserer Kleinen ins Kloster raus nach Kien An gefahren. Man will sich ja schliesslich, schonmal das Wohlwollen der Götter und Geister, im Vorraus für das nächste Jahr sichern.
Nachdem wir gebetet- und jeder Gottheit ein bisschen Kleingeld zugesteckt hatten, sind wir nach Hause gefahren um das gesamte Haus auf hochglanz zu bringen und das Essen für unseren Hausaltar vorzubereiten.

Mit Hân vor dem Kloster
Hierfür muss ein Huhn gekocht, ein Schälchen mit Kräutersalz -in das eine kleine grüne Zitrone und kleingehackte Chillischoten kommen-, gebratene Frühlingsrollen, Miến (Glasnudelsuppe), gebratener Fisch und ein Schälchen Mắm (Fischsosse) auf ein grosses, rundes, silbernes Serviertablett arrangiert werden und dann ca. für die Dauer des Abbrennens von Räucherstäbchen, mit auf den Hausaltar gestellt werden.

Einige der typischen Gerichte zu Tết
Weitere Gaben sind Spirituosen, ein Bündel Falschgeld (tiền vàng) und eines mit verzierten Papier, zu besonderen Anlässen wie diesen zusätzlich noch ein ganzes Set aus Papiergegenständen wie Pferden, Toilettenartikeln, Autos, Kleidung, Schuhe und ganze Häuser, dass hinterher alles in einem kleinen Blechofen verbrannt wird.

Das "Geistergeld". Opfergaben aus Papier
Ausserdem noch Zigaretten (von denen eine für die Geister angezündet und auf ein abgebranntes Räucherstäbchen gesteckt wird-brennt sie ganz ab und bleibt die Asche dabei auf dem Stummel, ist das ein gutes Zeichen und bringt Glück), Blumen (in der Vase und lose Blütenköpfe auf einen Teller verteilt), ein Gefäß mit trockenem Reis und ein weiteres mit Salz gefüllt, ein Miniatur-Teeservice mit frischen Wasser, ein Topf zum einstecken der Räucherstäbchen und ein kleiner Teller auf dem ein grünes Blatt mit dazugehörender Frucht liegt (chau cau/den dt. Namen kenne ich leider nicht).

Der hauseigene Altar in der Neujahrsnacht
Als wir dann unsere Opfergaben gebracht hatten, haben anh Tung und ich mit aufeinandergelegten Handflächen in Brusthöhe, zu den verstorbenen Ahnen gesprochen und uns hinterher 3xMal vor dem Altar verneigt.
Nach gut einer halben-dreiviertel Stunde, haben wir das Tablett mit dem Essen und die einzelnen Papiergaben nach unten geholt und die falschen Scheine, Pferde, Kleidungsstücke und Co in dem kleinen Blechofen vor der Haustür verbrannt.
Auch im Erdgeschoss hatten wir einen riesen Teller mit den ausgewählten Gerichten aufgestellt.

Früchteteller und Blumenschmuck für den Hausalter
Bis wir endlich mit allem fertig waren, war es auch fast schon Mitternacht und wir haben uns schnell auf den Weg, zum nahegelegenen Haus meiner Schwiegermutter gemacht, für die ich schon am Tag zuvor das Haus geputzt hatte, damit sie in Ruhe ihre Vorbereitungen treffen konnte.
Weil er der einzige männliche Nachkomme ist, muss anh Tung auch hier, gemeinsam mit seiner Mutter für eine ausreichende Verehrung der bereits verstorbenen Familienmitglieder sorgen.
Als wir eintrafen, saß sie bereits in ein Gebet vertieft vor dem Hausaltar, im obersten Stockwerk ihres Zuhauses. Bi trieb uns zur Eile an, weil sie pünktlich um 0 Uhr, auf der Dachterrasse das Hai Phonger Feuerwerk ansehen wollte.

Meine Schwiegermutter noch mit Lockenwicklern im Haar, ins Gebet vertieft
Darum machten anh Tung und ich uns ebenfalls schleunigst daran, ein paar "Tackte" zu den Verstorbenen zu sprechen, so dass wir rechtzeitig zum Abschuss der Raketen fertig waren und auf den Balkon traten.
Allerdings wurden wir, besser gesagt Han (Bi's richtiger Name) herbe enttäuscht, da von dort aus lediglich ein bunter Schimmer am Himmel zu erkennen war.
Dementsprechend enttäuscht stampfte unser Zwerg (wobei sie inzwischen eigentlich schon der totale Lulatsch ist) einige Male kräftig mit den Füssen auf, quetschte ein paar Tränen raus, quengelte und quietschte ein wenig und lies sich erst durch einen "lì xì" wieder etwas aufmuntern.

Bi stampft frustriert auf! :)
Das meine Schwiegermutter bereits kurz nach unserem Eintreten erschreckt meinte, wir sollten den Hund wieder rüber bringen, weil der ein schlechtes Omen für das kommende Jahr sei, haben wir übrigens
"überhört". War doch fast so, als hätte sie gesagt: "Bringt euer Kind weg, das bringt Unglück!" ;)
Ausserdem hat King Kong schreckliche Angst vor den Böllergeräuschen (auch wenn die richtig langen,lauten Böllerketten schon längst verboten sind), weshalb wir den vorangegangenen Jahreswechsel überhaupt erst Zuhause verbracht haben.
Den im vorletzten und vorvorletzten hatten wir ausserhalb, im Restaurant oder einem Tanzlokal verbracht.

Mit "lì xì" in der Hand konnte Bi dann auch wieder lachen
Kurz nach dem Feuerwerk sind anh Tung und ich wieder zu uns gegangen, wo wir noch ein bisschen gefernseht-, etwas von den leckeren Mahlzeiten gegessen- und die Jahreshoroskope unserer entsprechenden Tierkreiszeichen studiert haben.

Anh Tung kommt seiner Pflicht nach
Fast die kompletten Feiertage im Anschluss, haben wir wie vermutlich die meisten Vietnamesen, damit verbracht sämtliche nähere, entfernte und ganz weit entfernte Verwandte auf dem Land und in den Dörfern in und um Bac Giang zu besuchen.

Hinterher war die kleine Maus wieder froh
Und so schnell wie es gekommen war, war es auch schon wieder vorbei und nun steht bereits das nächste Tet-Fest vor der Tür!

Noch ein letzter Abschiedskuss für mein kleines Pony...


bevor anh Tung es erbarmungslos in den kleinen Metallofen stopfte...


 und den Flammen übergab..!



Und damit wünsche ich euch allen, im Vorfeld schon einmal ein frohes und erfolgreiches, neues Jahr des Drachen!