Willkommen auf meinem Blog

Auf dieser Seite findet ihr -in den verschiedenen Rubriken unter dem Titelbild- viele nützliche Infos rund um das Thema Vietnam und zudem jede Menge lustig-bis spannende Anekdoten aus meinem Alltag, als Schwiegertochter einer vietnamesischen Familie..

Freitag, 3. Februar 2012

(KEO) - Der Weihnachtsmann kommt..

Was so spät noch?! Denkt ihr euch jetzt wahrscheinlich, aber jap! So isses..!
Mein ganz persönlicher Nikolaus befindet sich auf dem Weg hier her.

Und mein ganz eigener Nikolaus heisst Andi - und der kommt auch nicht etwa mit dem Schlitten,
sondern mit der Thai-Air via Bangkok.

Ja, ihr habts vermutlich jetzt erraten, Andi ist nicht wirklich der Weihanchtsmann, sondern ein ganz gewöhnlicher Mensch wie du und ich.

Ein bisschen etwas vom einem echten Weihnachtsmann hat Andi allerdings.
Die Tatsache nämlich, dass ich ihn noch nie gesehen habe und er genau wie der andere Weihnachtsmann eben auch, einen grossen "Sack" voll beladen mit "Geschenken" für mich bringt.
Der Zauber wie zu Weihnachten, ist für mich der gleiche.

Ok, zugegeben der "Sack" ist zwar nur ein stink normaler Rucksack und die "Geschenke", dass sind ebenfalls nur normale Sachen, die der Helfershelfer -ein kleiner Engel- oder einfacher gesagt: meine Mutter, für mich zusammengestellt hat, aber eine "Wunschliste" habe ich zumindest geschrieben dafür. Gut, nicht direkt eine echte Wunschliste, aber immerhin einen Zettel, mit den Dingen die ich gerne aus Deutschland hätte und das wird im Volksmund ja auch als Wuschzettel betitelt.

Wenn man eine gewisse Zeit in Vietnam verbracht hat, -ohne die Möglichkeit eines kurzen "Zwischenstops" in der Heimat, dann gehen einem auf einmal die seltsamsten Gegenstände oder Utensilien ab.
Diese Dinge auf dem gängigen Wege zu versenden, dauert allerdings mit unter eine halbe Ewigkeit und wenn man nicht so lange warten möchte, wird das ganz schön teuer.

So sucht man also irgendwann nach Alternativen und eine klasse Variante davon wäre, die Sachen die man sich so sehnlich wünscht und die so unglaublich fern und unnereichbar scheinen, einem Reisenden mitzugeben.
Auf das sind seit jeher schon die gefuchsten Vietnamesen gekommen, die im Ausland leben oder eine im Ausland lebende Person kennen.

Für mich als Deutsche gestaltet sich das etwas schwieriger, da ich ja relativ wenige Verwandte und Bekannte habe, die hin und wieder auf Heimaturlaub nach Vietnam kommen um mir etwas mitbringen zu können.
Will man das Zeug aber trotzdem unbedingt haben, muss man sich etwas mehr einfallen lassen.
Vor einigen Monaten bin ich somit auf die glorreiche Idee gekommen, mal in dem Vietnam-Forum nachzufragen, in dem ich Mitglied bin, ob da nicht vielleicht jemand gewillt wäre, mir evtl. für eine kleine Gegenleistung die paar heissersehnten Gegenstände auf der nächsten Reie mitzunehmen.

Auf diesem Wege habe ich Andi kennengelernt und der ist ein echter Goldschatz.
In ein paar Tagen wird er mir nun schon das zweite Mal eine Tasche von Deutschland nach Ha Noi bringen,
die alles -mir scheinbar überlebenswichtige- für die kommende Zeit enthält, welche meine Mama in München liebevoll für mich zusammengestellt hat.
Und der absolute Knüller: Andi will überhaupt nichts, als Gegenleistung.
Dafür möchte ich mich an dieser Stelle auch noch mal ausdrücklichst bedanken, sollte Andreas gerade zufälliger Weise diesen post lesen.
Es ist schön zu sehen, dass es doch noch ein kleine Zahl Menschen wie ihn gibt.
Die aus purer Nettigkeit und Nächstenliebe handeln und anderen damit eine riesengrosse Freude bereiten.

Und meine Freude ist tatsächlich riesen, riesen gross! So gross, dass ich mich fühle wie damals, als Kind unter dem Weihnachtsbaum kurz vor der Bescherung..
Ein unsagbar schönes Gefühl.
Mir ist aber fast ein wenig peinlich, was genau ich da jedes Mal unbedingt haben möchte.

Im Grunde kann man ja nun auch in Vietnam, so ziemlich alles käuflich erwerben, was es eben auch in Deutschland so erhältlich ist.
Dinge die dann am Ende also auf so einen Wunschzettel kommen, sind dadurch mitunter ein wenig abstrus.

Bei diesem Besuch von Andi z.B.: ein paar Scheiben ganz gewöhnliches, trockenes Brot vom Bäcker aus dem Supermarkt und eine Packung "Debreziner"-Knackwürste, getrocknete Rinderkehlen -oder was immer das auch genau sein soll- für King Kong, beim letzten Mal einige Paare Wintersocken, im Paket von vorgestern dann auch mal den "Christ"-Stollen meiner Mutter, mit Plätzchen dazu (die der Post sei Dank übrigens ein nettes Bröselgemisch im gepolsterten Briefumschlag ergaben, was vielleicht auch einer der Gründe ist, soetwas lieber über Leute wie Andi ankommen zu lassen), eine Mini-Flexirollleine für den Hund (die gab es zwar hier auch, aber natürlich nicht mehr in der gewünschten Farbe!) ;) , Aschenbecher (aus den vietnamesischen fliegen immer, aber auch wirklich immer(!) die Zigaretten raus, auf den Tisch), Chihuahuakleidung (selbst die gibt es nun schon in Vietnam. King Kong hat jedoch einen besonderen Geschmack) ;) , Deosticks (die trockenen nicht die mit "Nassrollkopf"!), viel, viel Literatur, die verschiedensten Süssigkeiten und so geht das dann auch weiter, in einer ganzen Reihe von Absurditäten und Abstrusitäten. :))

Ich scheine da aber wie von anderen "Expats" zu hören ist bei Leibe nicht die einzige zu sein, die sich so allerlei "Kuriositäten" auf diese Weise anliefern lässt.

Bald ist Montag, da ist es dann wieder so weit und Andis Schlitten, äh Flieger setzt vollgepackt mit den Geschenken, äh meiner Tasche zum Landeanflug auf Vietnam an..

Donnerstag, 2. Februar 2012

(CATINAT) - Meine Freizeit in Sài Gòn (1.Teil)

Ein Abstecher in die Gegenwart, wie sie aus der Vergangenheit geboren wurde. „Einer Meeresmuschel aehnlich“.

Wo ich wohne, und was noch wichtiger ist : wo ich LEBE, das hat Euch Moi gezeigt. Mein kleiner Freund von nebenan. Bekannte von mir machen den Fehler, zu glauben , dass ich in Sài Gòn  dort wohne, wovon ich zum Teil gleich berichten werde, wenn es um meine „Freizeit“ geht. Rein raeumlich sind beide Viertel , das Backpackerviertel der Đề Thám  und der Bùi Viện als Freizeitrefugium und das labyrinthhafte Altstadt - Wohngebiet  mit der Nachbarschaft der Familie von Moi  scheinbar fast eins. Weit gefehlt !
Auch wenn ich in drei Minuten von zuhause im Bùi Viện  - Đề Thám  - Phạm Ngũ Lão bin : es sind zwei Welten. 
Mein Umfeld in der Altstadt ist von Auslaendern fast voellig unberuehrt. Ich fuehre nur ganz, ganz selten einen Bekannten durch das Labyrinth mit mehreren Ausgaengen , dem am dichtesten besiedelten Flecken ganz Vietnams. Vor allem : wie man wieder hinauskommt , ohne Angst zu bekommen beim Stolpern ueber die Gruppen von Einheimischen, die draussen vor der Tuer kochen, spielen, arbeiten, manchmal sogar schlafen, trotzdem mit dem Motobike sich durchschlaengeln ...
Wie schrieb ein Forumsmitglied „ da stinkt es, da ist es laut, da ist es schmutzig“  – schrecklich. Von allem auch : ein bisschen etwas Wahres. Aber auch : der Duft der Kerzen und des Gebratenen , die Musik aus den offenen Wohnungen und das Kinderlachen  , die wunderbare Pflege von Koerper und Waesche bei jeder einzelnen Familie mit den stets sauberen Kindern .


Gut, dass besagtes Forumsmitglied so empfindet. Er kommt dann nicht hierher.

Die Frage, moechtest Du hier leben ? stellt sich mir hier nicht mehr. Die entscheidendere Frage , moechtest Du hier sterben ? -  zu der werde ich spaeter einmal im Blog hier Stellung nehmen.
Warum zeigt uns der Catinat keine Fotos aus den  Hẻms ? Ich fotografiere hier nicht. Nicht die Leute , die ich dafuer liebe, dass sie mir hier einen Alltag unter ihnen ermoeglichen.

Dabei hat alles eine Bedeutung und waere es wert , na ja , dokumentiert zu werden. Manchmal geht das mit Dingen. Der Ton (-Blech) ofen mit den drei Ziegeln zum Beispiel. Erinnert Euch an die Geschichte vom Kuechengott. Wieviel Personen kamen in der Glut um und wurden zu Asche ? Genau : drei. Ein grandioses Andenken einer uralten Kultur in ihrem Widerspruch zur chinesischen Uebereinflussung mit der Nutzung des Levirats. Eine Frau und zwei Maenner.


Heute ist fuer mich ein trauriger Tag. Vor einem Jahr hat Mois Mama die Familie verlassen. Drei Kinder sind jetzt beim Papa und seinem immerhin grossen Familienanhang. Ab und zu besuchen die Kinder mal die die Mama, die bei ihrer Familie im Mekongdelta wohnt. Sie kann nicht mehr zu uns zurueck. Vor einem Jahr um diese Zeit hat sie sich im Uebermass am Spielen mit den Gruppen vor den Haustueren beteiligt. Und dabei 5000 USD Schulden gemacht. Sie wird, so jung wie sie noch ist, nicht wieder „auf die Beine“ kommen. Ueberall wird gespielt. Eine Art Bingo, Brettspiele , alle Moegliche. Auch Moi drohte schon, einer Sucht zu verfallen : dem Internet. Da haben wir uns alle zusammengetan um ihn etwas davon zu befreien. Kein Kleingeld mehr von den Nachbarn, Absprachen mit den Internetbetreibern, am Anfang wurde er von der Familie sogar an eine Kette an die Haustuer gelegt. Man moechte sich auf die Lippen beissen, um nicht laut zu sagen : Shit - Tết.

Mois Schwestern - Nur ohne Mama neben sich
Moi und seine beiden Geschwister haben ihre Mama nicht mehr neben sich . Sie leben aber nach wie vor in einer sehr grossen , sehr gemischten Familie.
Nun habe ich mich gruendlich verquatscht. Sorry. Aber das ist Alltag hier. Zu jeder Nachbarfamilie gibt es eine Geschichte. Und was es mit der Meeresmuschel und der Geburt der Zeit auf sich hat, das : beim naechsten mal. 

Catinat

Dienstag, 31. Januar 2012

Haustiere in Vietnam

Schon seit einigen Monaten spiele ich mit dem Gedanken, eine kleine Zoohandlung zu eröffnen.
Jedes Mal wenn ich aber ernsthafte Pläne mache, kommen wieder die Zweifel:

Bubu auf dem Rücken einer Freundin ;)
 Ist Vietnam schon so weit?

Mit King Kông auf Tour durchs nächtliche Hải Phòng
Bei all dem Fortschritt, ich denke zumindest eine Stadt wie Hải Phòng auf alle Fälle noch: Nein!
Seit ich angefangen habe, King Kông regelmässig "Gassi" zu führen, habe ich mir wohl den Ruf "ein bisschen Meschugge zu sein" eingehandelt.

 Seis drum, mir tut das nicht weh. Ich bin ja schon gross...

Bubu fertig für einen Winterspaziergang
Ich hatte ja schon einmal geschrieben, dass für den normalen Vietnamesen das "Austreten" seines Hundes darin besteht, ihn an einem kurzen Strick hinaus zum Bordstein zu führen, wo sich der Vierbeiner dann ein paar Mal um die eigene Achse drehen "darf, soll, muss", bis "es" dann eben passiert ist.
Dann ist der ganze Zauber auch schon wieder vorbei und es geht wieder in die sicheren Wohnräume.

King Kongs Heimtierausweis
Nicht wenigen Köterchens bleibt jedoch sogar das verwehrt. Man bringt ihnen ernsthaft bei, ihr Geschäft dort zu verrichten, wo auch unsereins es tut. Nämlich auf dem Toilettenboden.
Selbst in Bubus "Gesundheitspass" steht auf vietnamesisch geschrieben, dass man die lieben Kleinen zur Vorbeugung gegen böse Viren und Bakterien lieber in den eigenen Vier-Wänden verwahren sollte.
Da bekommt das Wort "Haus-Tier", eine ganz neue Dimension..

Teure Rassekatzen
Aber nicht nur Hunde sind der Ahnungslosigkeit ihrer Besitzer hier völlig hilflos ausgeliefert.
Das gleiche gilt auch für Katzen, Fische, ect, ect..Ja sogar kleinen Babyschildkröten!
Letzteres hat Bi mal -trotz meines lauten Protestes- von anh Tùng zum spielen (ja richtig gehört, zum puren Spielvergnügen!) geschenkt gekriegt.
Bei so einem lebendigen "Spielzeug" weiss man schon im Vorfeld, dass die Haltbarkeitszeit nicht sonderlich lang ist.
Die sterben einem dann mit unter schon mal schnell weg, wenn eine horde wilder Kinder sie dann so "bespielt".
Von den beiden Schmuckschildkröten Babys, die mein Mann seiner Tochter gekauft hatte, konnte ich vorläufig erstmal nur eine retten.

Bi vor einigen Jahren mit ihrer "Spielzeugschildkröte"
Für die zweite hatte ich dann ganz liebevoll in einem Bottich, einen kleinen "Wildpark" errichtet und ordentliches Futter für sie besorgt. Dann gab es "Ruhezeiten" für die winzige Meeresbewohnerin, die strikt einzuhalten waren. Hierfür erntete ich damals noch ziemlich verwunderte Blicke von Hân und von Tùng selbst, gabs einen "Vogel". Allerdings nicht im zoologischen Sinne, wenn ihr versteht

Seltene Zierfische
Das unschuldige Wesen hat das ganze aber trotzdem leider nicht überlebt. Einige Tage später war sie auf einmal spurlos verschwunden..Wobei so ganz spurlos dann doch wieder nicht, da einige Spuren ins Zimmer unseres "O-sin`s" (eine Hausangestellte) führten.
Ich konnte ihr jedoch nie irgendetwas nachweisen.

King Kongs "Ex" mit ihrem "Neuen"
Weil ich durch diese "Aktion" jedoch festgestellt hatte, wie arg es tatsächlich noch um das vietnamesische Tierhaltungsverständnis bestellt ist, habe ich es mir seitdem zur Aufgabe gemacht, auf erziehungstechnischer Ebene dagegen vorzugehen und mit gutem Beispiel voranzuschreiten.

Alle eingetragenen Impfungen
Mindestens den Kindern wollte ich eine gute Lehrerin sein.
Bei unserer Kurzen kann ich nun schon die ersten Früchte dieser Aussaat ernten.
Die hat inzwischen das beste Tierverständnis, dass man bei einem Kind ihres Alters beobachten kann und gibt ihre Erfahrungen und Kenntnisse auch ganz eifrig an die anderen Kinder weiter.
Sie erzieht nun also sozusagen Freunde und Bekannte für mich. Das gibt mir Hoffnung, dass in der nächsten Generation dann eine Schar Kinder mit dabei sein wird, die Respekt vor allen Kreaturen und Lebewesen hat und die diese Werte ihrerseits dann ebenso wieder an andere weitergeben..

Ein Hund im Kinderpulli zum Schutz gegen die Kälte
Ganz so düster sieht es aber ohnehin bereits nicht mehr aus.
Erste sichtbare Veränderungen und ein allgemeines Umdenken sind derzeit zu erkennen.
War ich im letzten Jahr noch so gut wie im Alleingang, was die Pflege und "Ausrüstung" von Bubu betrifft, habe ich in diesem Winter schon eine Vielzahl von Nachahmern, was z.B. warme Kleidung für nicht wettergerechte Rassen in Vietnam betrifft.
Und die meisten der völlig verwahrlosten und verdreckten "Wuschels" erstrahlen mit einem Male in einem unsagbaren Glanz.
Mit einem Schlag will jeder 2.te wissen, wie und mit was ich King Kong denn bade, weil sein Fell so schön glänzen würde, oder wo man die tolle Flexileine zum Gassigehen herbekommt und welche Tricks ich draufhabe, dass King Kong mir bei unseren Spaziergängen so ohne weiteres folgt..

Die nächste Generation Vierbeiner
Das freut mich natürlich irrsinnig und macht mich zudem ein Stück weit stolz, dass ich tatsächlich etwas bewirken konnte.
Der Laden wird also mit Sicherheit kommen. Vielleicht so in 2 bis 3 Jahren..
Wenn Vietnam dann soweit ist...

Samstag, 28. Januar 2012

(CATINAT) - Hat Tet mal für euch in Augen"schein" genommen:

Erst immer das Profane. Auch zu Tết 2012.
Wenn zum Beispiel in Erwartung des Festes ueber dem Markt , Chợ Thái Bình in Sài Gòn der Drache “Omo” verschlingt und der Phoenix “Comfort”.


Nun habe ich schon zwei Praesentkoerbe von Nachbarn ueberreicht bekommen.


Wieviel moegen sie wohl ausgegeben haben ? Um das genau zu bestimmen, habe ich das Foto mit den Preisen gemacht. Wer hat mich lieber, am liebsten , bei wem muss ich mich wie revanchieren ? Ach, es ist alles so menschlich .
Die Hektik vor den Feiertagen fuehrte zu gewaltigen menschlichen Eruptionen. Viel Stress, viel Streit. Nicht nur die Schulden muessen bezahlt werden, auch die offengebliebenen menschlichen Rechnungen. Der “Haussegen” liegt oft schief. Intensives und ausgiebiges Brettspielen vor der Haustuer scheint etwas zu beruhigen.
Stress. Wohin ausweichen ? Sich hinter Orchideengardinen im Park verbergen ?


Sich in die Bonsai-Idylle zum einsamen Angler beamen ?


Sich selbst von einem der liebenswerten Drachen fressen lassen ?


Oder sich den farbenpraechtigen Artgenossen ausliefern ?


Die Zwei haben ihre Wahl getroffen . Oder ist alles nur schoener Schein ?


Na, die beiden haben den Sinn von Tết offenbar begriffen :


Oder ?
Wie definiere ich meine Wahlheimatstadt Sài Gòn ? “Hier ist nichts so, wie es scheint !”

Donnerstag, 26. Januar 2012

Đêm vũ trường - Don Hồ

Eines meiner absoluten Lieblingslieder.
Einfach so, weil mir gerade danach ist und um euch einen kleinen Einblick in die vietnamesische Musik-"Szene" zu geben.
Das Lied ist zwar schon ziemlich alt, aber gehört mit Sicherheit zu den "Klassikern"!
Aber hört am besten selbst mal rein:

Dienstag, 24. Januar 2012

(KEO) - Xông Nhà / Der erste Besucher

Bimmel, bammel...Es ist eingeläutet.
In der Nacht von Sonntag auf Montag haben nun auch endlich die Asiaten die Jahreswende hinter sich gebracht und das Jahr des Drachen "willkommen" geheissen.


Ausser Stress, Stress, viel Stres, zwischendurch etwas Arbeit und dann wieder: Stress,
bedeutet der Jahreswechsel allerdings noch so manches mehr, denn der mächtige Drache verheisst auch Erfolg und einen reichen Kindersegen.

Der Kindersegen kann zwar meinetwegen ein wenig warten, aber der Erfolg wäre für dieses Jahr schon mal ein ganz guter Anfang, da wir uns für 2012 beruflich ganz schön was vorgenommen haben.

Auf dem Plan steht eine komplette neu-Orientierung, mit Schritt in die Selbstständigkeit.
Das nötige Startkapital hat die Schwiegermutter bereits bewilligt und auch die Nachrichten lassen auf einen wirtschaftlichen Aufschwung- und Rückgang der Inflationsrate hoffen.

Der Drache könnte also tatsächlich den lang ersehnten Erfolg bringen, wenn wir uns nicht allzu dumm anstellen..

Bevor es nun Richtung Zukunft geht, aber nochmal kurz ein Rückblick auf die vorangegangenen Tage:

Ihr habt es ja sicherlich schon an der Ebbe im Blog gemerkt: es ging drunter und drüber.
Nachdem wir die Vorbereitungen zum Tết-Fest mit ein paar Gaben für Ông Táo -unseren Küchengott- eingeleitet hatten, ging es im Eilschritt munter weiter mit einem Grossputz unseres Hauses, dem Haus meiner Schwiegermutter (7 Stockwerke klein!), dem Zubereiten von Speisen für den Hausaltar, dem Empfangen und Bewirten von Gästen (wiedermal schön Geschenke gemacht) und im Gegenzug einem Besuch unserer Seits, bei Freunden und Bekannten.


Alles prima soweit. Bis zu dem Punkt, an dem Tungs Mutter mich in die Küche rief, wo hinter der Glastür zum Garten ein verängstigtes Huhn mit Schreckens geweiteten Augen um sich blickte.
Das Problem hierbei: Das Huhn sollte später als Opfergabe auf dem Hausaltar landen - und ich meiner Schwiegermutter dabei behilflich sein, es dorthin zu verfrachten. Kurzum:
Ich sollte ihr helfen, es zu killen!

Das war dann der Moment, in dem Bi und ich uns ansahen und "Fersengeld" gaben.
Im "davonflitzen" kam Gott sei Dank gerade Tungs Sekretärin zur Tür herein, die ich umgehend zur Küche dirigierte.
Für die schien das aber auch nicht weiter schlimm zu sein, denn die krempelte auch gleich fleissig die Ärmel hoch und meinte: "Joar, dass bring ma mal gleich hinter uns. Das ham wa gleich! Wo ist den das Messer?!"
Dann hat sie sich das arme Huhn an den Beinen gepackt und reingetragen, wo sie kurz darauf ganz eifrig ein Küchenmesser geschliffen hat...

Bi und ich haben versucht uns unterdessen auf irgendwelche niedlichen Ponys auf ihrem Notebook zu konzentrieren. Als das erbärmliche Gekrächtze jedoch unerträglich für meine zart besaitete Seele wurde, habe ich mich mit den Worten: "Ich geh mal eben die Schlafzimmer wischen", nach oben verdrückt.


Gestern haben wir dann auf unseren Xông Nhà, den ersten Besucher im Haus nach dem Jahreswechsel gewartet. In Vietnam spielt es nämlich eine grosse Rolle, wer das ist und mitunter auch in welchem Jahr dieser oder diese geboren sind.

Je nachdem kann das dann Glück oder eben Unglück für die Familie im neuen Jahr bedeuten.
Weil unsere Kleine sich gerade auf ihr eigenes Tierkreiszeichen, dass Jahr der Schlange vorbereitet,
war sie für uns der passende Kandidat.
Wollen wir mal sehen, obs was bringt.

Heute sind wir bereits früh morgens nach Bac Giang, in der Nähe von Ha Noi aufgebrochen um die üppige Verwandtschaft auf dem Lande zu besuchen.
Letztes Jahr musste ich wegen Krankheit aussetzen und habe somit nicht schlecht gestaunt, was sich inzwischen dort getan hat.
Sowohl die Strasse dorthin, glänzt mit neuem Aspahlt, sowie sämtliche Häuser und ganze Strassenzüge, die allesamt neu aus dem Boden gestampft worden sind.

Selbst in der totalen Pampa glänzt also nun eine schicke Villa nach amerikanischen oder chinesischen Vorbild, nach der anderen. Vietnam hat sich in den letzten paar Jahren rasant verändert und macht einen wirklich gewaltigen Sprung nach vorne!

Freitag, 20. Januar 2012

(CATINAT) - Die Geschichte, wie ich Küchengott wurde

Koennt Ihr mir helfen ?
Marktluecke entdeckt. Noch x Tage bis Tết :  wer entwickelt einen “Tết -Kalender” in der Form eines Adventskalenders fuer Vietnam mit mir bis zur kommerziellen Reife ? Auch 24 Tuerchen zum Oeffnen mit Leckerchen oder einfachen Bildchen.  
Ich bin kein Fussballgott , nur simpla Vorstoppa, ich bin KEIN KUECHENGOTT.  Obwohl :  meine 7-Tage-Woche = 7 Gerichte sind “legendaer”.  Spiegelei am Montag … Meist was mit Ei , das muss-te  damals wohl sein als maennlicher Single in den sogenannten besten Jahren. Am Dienstag Eier….  etc.
Und obwohl :  im Alter von Ông Táo und Gesellen bin ich auch. 
Wer laesst sich nicht gerne verwoehnen ? Zur Zeit in Sài Gòn vor Tết mit  Thèo lèo und Củ kiệu und bánh Trưng oder bánh chưng. Was das ist ? Schlagt bei Wikipedia nach. Besser noch :  esst ! Hmmmhhh  . Endlich mal auch was Suesssaures fuer meinen Gaumen dabei. Oder fragt Keo, die Kuechenfee. 
 
Wie ich dann doch noch Kuechengott wurde 
Scheinbar gluecklich verheiratet tat ich in meinem hohen Alter das, was die meisten betagten und beleibten westlichen Herren in Sài Gòn als ihr Hauptanliegen betrachten : ich legte mir eine 30 Jahre juengere Geliebte zu. Unter deren liebevollen Pflege wurde ich all meiner Habe verlustig , selbst die Unterhose war weg. Grauer oder gruener Star liess mich erblinden. Als blinder Bettler kam ich an einem Haus vorbei und klagte der Frau mein Leid. Sie staerkte mich mit einer selbst gemachten Pho , wie nur eine sie hatte machen koennen , naemlich mit der richtigen Menge Ingwer als Gewuerz dabei  :  meine von mir vermisste Ex. Sie hiess mich die Auge oeffnen. Da war sie ! Vor Scham stuerzte ich mich in die Herdasche, wobei sich die noch vorhandene Glut wieder entzuendete und mich verbrannte. Meine Frau konnte nur noch ein Bein von mir “retten”. Der Jadekaiser hatte Erbarmen mit mir und liess mich zum “Herdofen – Gott” werden. Das Feuerpokerspiel “Zhang Langs Bein” wird in China in dieser Zeit gespielt.  So wurde ich doch noch Kuechengott.
Viele erzaehlen meine Story ganz anders. Und verweisen dabei auf den Altar mit den drei Goettern
Thổ công, Thổ địa, Thổ kỳ aus China , die in Vietnam zu ‘Táo Quân, ‘Thổ Công/ Ông Cong’ und ‘Ông Táo  wurden. Als die Geschichte aus China nach Vietnam wanderte, wurde die Trilogie erzaehlt als Geschichte von einer Frau , Frau Thi Nhan, und zwei Ehemaennern. Als kinderloses Ehepaar lebte Thi Nhan schon lange mit Trong Cao – aber auch so oft im Streit, bis er eines Tages den Zoff ueber hatte und  abhaute (Nach dem Motto : “Ich geh nur mal schnell n paar Zigaretten holen”) . Sie heiratete noch einmal  - den Pham Lang. Sie konnten aber einander nicht vergessen und weinten, als eines Tages Tron Cao zurueckkam und sie besuchte. Als sie Pham Lang kommen sahen, versteckte Thi Nhan den Tron Cao in einem Heuschober hinter dem Haus. Nichtsahnend steckte Pham Lang das Heu an, um Duenger daraus zu machen. Als Thi Nhan ihren Ex verbrennen sah, stuerzte sich die Gute ins Feuer hinterher und zuletzt in diesem Drama verbrannte auch noch Pham Lang.  Nach dem Volksglauben darf man in dieser Zeit keine Unterhosen kaufen, denn die sind ja bei der Katastrophe verbrannt. 
Den Jadekaiser , Ngọc Hoàng, ruehrte die Geschichte und er ernannte  Pham Lang zu Thổ Công , Hueter(in) aller Kuechenarbeiten , Trong Cao zu Thổ Địa , zustaendig fuer Hausarbeiten, und Thi Nhan zu Thổ Kỳ, fuer Nahrungsbeschaffung und Shopping.     
Manche vietnamesischen Familien kaufen am 23. Tag des 12. Mondmonats 2 maennliche Fische und einen weiblichen und befreien sie dann im Fluss oder Teich. Bilder zeigen ông Táo in vielfaeltiger Form zum Himmel aufsteigen , am schoensten vielleicht auf einem Karpfen.
7 Tage vor Tết :  die Abschiedsfeier der Familien fuer ông Táo, den Kuechengott, damit er gut gestimmt dem Jadekaiser nur Gutes ueber die Familie berichten kann. Auf Bildern  von ông Táo kann man seinen Mund dazu auch noch mit Honig ueberstreichen. Unbelehrbare Besserwisser aus Deutschland nennen das wieder “Korruption”  -  ich finde diese Unterstellung wenig hilfreich . Giao thừa, der letzte Tag des alten Jahres : ông Táo kommt zurueck, ein wenig Platz muss ihm in der guten Stube gemacht werden. Hoa Mai ‚ die gelben Aprikosenblüten dominieren in Sài Gòn .
Es gibt auch noch sehr, sehr kluge Menschen, die koennen Legenden von Mythen auseinanderhalten. Und besonders Kluge unter ihnen finden heraus, was fuer eine Bedeutung dahinter steckt . So geht es kulturgeschichtlich  bei diesem unschuldigen Kuechengott und seiner Doppelbegleitung um die Ueberwindung einer alten sozialen „Einrichtung“ der Vietnamesen durch die inzwischen in ihrer Einstellung dank Konfuzius prueder gewordenen Chinesen , dem Levirat. Das ist die Doppelehe mit dem Schwager . Bei Kinderlosigkeit  der Ehe oder Unfall des Gatten eine praktische Angelegenheit. Die Vietnamesen liessen sich das auch nicht so schnell nehmen. Die Popularitaet der Dreiheit des Kuechengottes  ông Táo sei dafuer ein sinnfaelliges Zeichen.
 
Die Popularitaet hat noch eine weitere Ursache :  die Armut ông Táo’s ,trotz seiner Goettlichkeit. Man schaue nicht unter den Saum seines Gewandes : er kann sich seit dem Verlust im Feuer  keine neue Unterwaesche mehr leisten . “Schiesser” aus Deutschland kommt ihm aber entgegen : das Garn fuer die Unterwaesche kommt aus Vietnam.
Und nun komme ich zu meinem Anliegen zurueck :
In ein paar Tagen werden sie wieder in der Stadt herumgeistern , der langweissbaertige Ông Thổ mit grossem Mandarinhut , und der breitgesichtige Ông địa mit einem Gefolge von fuenf in Rot gekleideten Trommlern, halten vor jedem Geschaeft und geben ein schepperndes “Staendchen”. Ich habe nicht alles rausquetschen koennen aus Verwandten und Internetseiten. Und es ist nicht einheitlich , die Verwandten sprechen z.B. vom Ông Thổ, der fuer gute Gesundheit stehen soll, bei Wikipedia Vietnam steht auch der Name Thổ Công fuer einen guten “buerokratischen” Schutzgott.

Ông địa ist sein ebenso beliebter wie beleibter Begleiter und steht allgemein fuer gutes Leben.
Ông Thổ oder Ông Thọ  -  was ist richtig ?
Als blutiger Vietnamneuling verwechselte ich Ông Thổ mit Ông Táo.
Aber : ich weiss so wenig darueber und wuerde liebend gerne von denen schlauer gemacht werden.
Wer weiss noch mehr ueber Ông Thổ oder Ông Thọ  ?  Damit wir ihn nicht mit Ông Táo verwechseln.
Ich bin gespannt.
Ông Catinat