Willkommen auf meinem Blog

Auf dieser Seite findet ihr -in den verschiedenen Rubriken unter dem Titelbild- viele nützliche Infos rund um das Thema Vietnam und zudem jede Menge lustig-bis spannende Anekdoten aus meinem Alltag, als Schwiegertochter einer vietnamesischen Familie..

Dienstag, 10. April 2012

(KEO) - In China essen die Hunde...In Vietnam auch (Skurrilitäten d.vietnamesischen Küche)

Nachdem ich letztens von meinem kleinen Wolf berichtet habe, wollte ich euch diesmal zeigen, was so ein kleiner Wolf in Vietnam dann zu sich nimmt um gross und stark zu werden - und natürlich bleiben.

Dosenfutter ala "Chappi" und "Pedigre" kommt meinem Stinker nicht in die Tüte und selbst er ist ausschliesslich an frisch zubereitete Mahlzeiten vom Markt gewöhnt.
Da allerdings auch nicht einfach irgendwas banales wie Rindfleisch oder Schwein.

King Kôngs Leibspeise: Entenembryos (hier angerichtet zum Verzehr für Unsereins) ;)
Das wäre ja langweilig und weil sich ein vietnamesischer Hund ja auch irgendwie von seinen deutschen- oder schweizer Artgenossen unterscheiden muss, ist Bubus Leibgericht: "Trứng vịt lộn".
Das sind bereits gebrütete Enteneier. Schätzungsweise rund 15-20 Tage alte Enten-Embryos also.

Hier mal ein Bild aus der Wikipedia Enzyklopedie :)
Trứng vịt lộn gehört auch zu einem der Lieblingsgerichte meines Mannes.
Letzterer hat allerdings auch noch ein paar ganz andere Vorlieben, die King Kông wohl weniger glücklich machen würden, weil diese sehr speziellen Mahlzeiten unter anderen auch seine vierbeinigen Freunde umfassen.

Hundefleisch
Anh Tùng isst nämlich 1-2 Mal im Monat Hundefleisch.
Hunde-u.Katzenfleisch gibt es in Vietnam -zwar nicht an jeder- jedoch schon an sehr vielen Ecken.
Die Vietnamesen sind deshalb allerdings noch lange nicht DAS Hundefresservolk, als das so manch einer sie vielleicht sieht.
Hund und Katze stehen hier sicher nicht auf der Tageskarte eines jeden Restaurants und werden lediglich mal so "zwischendurch" gefuttert, wenn man Lust auf was "besonderes" hat.
Sie sind zudem absolute Geschmackssache!

Noch ein Teller "köstlichen" Hundefleisches
Einer mags. Der andere nicht. Nicht wenige Vietnaesen finden es ausserdem mindestens genauso "unangebracht" od. "moralisch nicht vertretbar" des Menschens besten Freund zu essen, wie wir Europäer auch. Mein eigener Bruder war bei seinem letzten Besuch ganz wild darauf es zu probieren.
Da habe ich ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht. >:)
Und auch so, scheinen sich die Geschmäcker nicht allzusehr von den unseren zu unterscheiden, denn diese Bilder stammen allesamt von meinem "experimentierfreudigen" Freund Adrian, der eine ganze Hand voll skurriler Gerichte hier im Eigenversuch mutig getestet hat. ;)
Ich selbst würde mir das nicht zutrauen. :)

Es ist angerichtet
Auf dem oben von ihm geschossenen Bild kann man wunderschön die typischen Beilagen für so ein "Hundsmahl" erkennen.
Die eigenwillige Speise muss selbstverständlich auch mit eigenwilligen Zutaten serviert werden.
Das wären Bánh Đa, das riesen "Krabbenchips-im Knäckebrot-ähnliche Gebilde" unten rechts im Bild neben der Coladose, welches mit Sesamkernen bestreut ist, ein Schälchen "mắm tôm" - eine (für mich) furchtbar widerlich stinkende, fermentierte Garnelenpast in einem blassen Lilaton, in die eine "quả chanh" (eine gelbe Limette?!) gedrückt wird und besonderes Grünzeugs, dass u.a. speziell aus "xả" (Zitronengras), "cây riềng", "lá mơ" und "húng chó" besteht.

Ausschnitt der Beilagen
Gut zu erkennen sind hier cây riềng und lá mơ.
Aber das ist ja bei weitem nicht alles, was Vietnam an Skurrilitäten zu bieten hat, wenn es ums Essen geht.
Grosser Beliebtheit erfreut sich beispielsweise auch Schlange auf dem Teller oder im Glas.
So gibt es in den meisten Städten auch mindestens einige Restaurants, die diese Spezialität anbieten.
Mein Fotosponsor Adrian hat mit seiner Freundin Ngân sogar so eines aufgesucht.

Aussenwerbung eines Schlangenrestaurants
Dies ist mit Sicherheit auch kein Mahl für Zartbesaitete. Mich würden keine 10 Pferde dazu bewegen, ein Tier zu verspeisen, wo mich schon beim alleinigen Anblick der blanke Ekel gepaart mit purem Grausen packt.
Adrian hingegen scheint das nichts ausgemacht zu haben und ist da sicher nicht der einzige, denn anders als z.B. Hund, polarisiert Schlangenfleisch nicht so stark.
Höchst ausgergewöhnlich dürfte die Erfahrung trotzdem sein, sein Essn im Vorfeld über den Boden schlängeln zu sehen.

Doch ein bemitleidenswerter Anblick für mich
Hinterher werden allerdings die "tollsten" Sachen daraus gemacht und dem Ideenreichtum der Vietnamesen sind so gut wie keine Grenzen gesetzt. Auf jeden Fall ist dann nurnoch äusserst schwer erkennbar, um was es sich hierbei handelt. So schwer erkennbar übrigens, dass mein Mann behauptet, er hätte mir bereits längst solch ein Stück in meinem Schälchen untergejubelt. Beim blossen Gedanken daran, er könnte mir hier die Wahrheit erzählt haben...Brrrr da schüttelt es mich gleich! Für diejenigen unter euch, die das nicht abschrecken kann, hier ein kleine Auswahl, was so alles aus einer Schlange gemacht werden kann.

Sieht gut aus - ist es bestimmt auch. Trotzdem nichts für mich!
Oder wem das nicht schmeckt, sollte vielleicht diese Suppe mit dem "gewissen Etwas" versuchen:

Ein heisses Schlangensüppchen gefällig?!
Jedoch sagt man der Schlange, oder besser gesagt dem Schlangenblut zum Beispiel, besondere Kräfte nach.
Das Paradebeispiel (wie sollte es anders sein?!): Die gesteigerte Potenz.
Darum geniessen speziell die vietnamesischen Männer gern einen Schnaps gebräut aus dem Leib oder den Innereien dieses kreuchend-u.fleuchenden Getiers, der oft in gängien Vodka-Flaschen abgefüllt wird.

Steht Vodka drauf, ist Eigengebräu drin
Da allerdings noch eine ganze Reihe anderer Gebrechen auf der Liste der nachgesagten Heilkräfte stehen, gibts das Selbstgebräute aus allen nur erdenklichen Schlangenarten in verschiedensten Varianten und Aufmachungen. Eine komplette Schlange eingelegt und konserviert in einer Flasche Schnaps, steht die Schlange eigentlich schon seit jeher in den Küchenschränken und Wohnzimmervitrinen vietnamesischer Haushalte. Selbstverständlich gilt auch hier: Alles im Sinne der Gesundheit und Vitalität.
Wers glaubt... ;)

Gut ein ganzes Dutzend schlängelt sich in diesem Behältnis
Demnach müssten Vietnamesen wohl das fitteste und potenteste Volk auf Erden sein..
Bei wem es nicht zu einer echten Schlange reicht, der kann sich zumindest ohne weiteres eben einen Aal besorgen. Der sieht wenigstens danach aus. Was besser schmeckt, kann ich leider oder Gott sei Dank (?!) nicht beurteilen, weil ich bislang weder-noch zu mir genommen habe.
Adrian zum Glück für meinen Blogbeitrag schon und darum gibts für euch zusätzlich noch ein Bild von einem -wie ich finde- ziemlich unappetlich aussehenden Aalteller:

Ob`s geschmeckt hat? Sieht für mich jedenfalls nicht danach aus ;)
Fast schon unspektakulär zu seinen Vorgängern erscheint dieser Hühnerkopf, dessen Verzehr für vietnamesische Verhältnisse tatsächlich nicht weiter ungewöhnlich oder besonders ist:

Hausmeister Krause würde sagen: Wat nen lecker Teilschen det Hühnerköpfschen
Zur Kategorie "nicht sonderlich ausgefallen" gehört in Vietnam sicherlich auch der Frosch.
Frösche findet man prinzipiell auf jedem besser sortierten Markt und  auch die örtlichen Lokale weisen in der Regel nicht selten ein Gericht aus Froschfleisch auf. Ich bin mir ehrlich gesagt gerade nicht sicher, ob ich bereits einen gegessen habe, oder nicht. Ich hoffe mal die Antwort lautet "nein", da diese armen Kreaturen bei lebendigen Leibe auf den Boden-, die Wand- oder gegen irgendeine Kante geschmettert werden.
Das sieht nicht nur äusserst brutal aus, sondern ist es auch. Aber der Mensch tuts trotzdem und weil es im Grunde genommen ja auch nicht besser oder schlechter ist als die anderen, stellen ich euch dieses "Menü" ebenfalls vor:

Froschschenkel
Äusserst erstaunlich, was ein untrainierter Magen so "Absonderlichkeiten" aufnehmen kann ohne zu kollabieren. Soweit mir bekannt ist, musste Adrian immerhin nach dieser Schlemmertour der besonderen Art und etlichen "Durchfällen" später, auf "Schonprogramm" wie KFC und Pizzahut umsteigen. :)

Typisch vietnamesischer Imbissstand auf offener Strasse
Zwar musste bei seinem Vorschlag sogar Katze und Ratte zu testen, selbst seine Hanoier Freundin passen, weil ihr das zuviel wurde, jedoch hat Adrian noch eine letzten "Leckerbissen" gekostet, der meiner heutigen Reihe an ausgefallenen Speisen in Vietnam quasi die Krone an Ausgefallenheit aufsetzt.
Ich poste euch jetzt einfach mal die Bilder dazu und kucke mal, wer von euch errät, was ich euch hier "aufgetischt" habe:

Na, wer erkennt um welches Tier es sich handelt?
An dieser Stelle meinen besten Dank an dich Adrian, ohne dessen wirklich klasse Aufnahmen dieser Blogeintrag sicher nicht zustande gekommen wäre. Wer übrigens mehr über die Geschichte von Adrian und Ngân erfahren möchte, kann für die beiden aktuell beim Leserbild der Woche abstimmen, da das Paar mit der höchsten Gesamtpunktzahl später von mir in einem ausfürhlichen Portrait vorgestellt wird. Erstmal gibts für euch aber noch einen Bilderhinweis:

Auch Adi kuckt schon etwas skeptisch
Letzte Möglichkeit herauszufinden, was ich euch vorgesetzt habe:

Welches Tier liegt hier auf dem Teller?
Na, habt ihr erraten um welches Tier es sich handelt?

Sonntag, 8. April 2012

(CATINAT) - Tấm und Cám


Ein uraltes universales Maerchen in einer vietnamesischen Fassung und hier von hoffnungsvollen zwei Nachwuchsschauspielern aus der Nachbarschaft in Sài Gòn als Theaterfassung zubereitet . Oben : die Enkelinnen in Amerika – offenbar in der gleichen Rolle. 
 
Es war einmal, da lebten eine Frau und ein Mann und ihre kleine Tochter Tấm . Als die Mutter eines Tages starb, heiratete der Mann wieder, aber die zweite Frau war eine böse Frau.

Sofort nach der Hochzeit wurde klein Tấm eingesperrt.
Da wurde den beiden ein neues Mädchen geboren. Es wurde Cám genannt, und beide Eltern liebten sie von Herzen. Die Stiefmutter erzählte dem Vater schlimme Dinge über Tấm. Sie teilte dem Mädchen eine schmutzige Schlafstelle in der Küche zu, schickte sie oft in den Wald und zum gefährlich tiefen Brunnen. Tấm bekam ganz zottelige Haare und eine tief braune Haut .

Die „böse“ Mama : Cola nur fuer Cám!
Aber sie wusch ihr Gesicht im Brunnen und erblickte ihr gewaschenes Gesicht, das sehr schön war.

Die Stiefmutter war dann ärgerlich und eines Tages schickte sie die beiden Mädchen zum Dorfanger, um Fische zu fangen. „Wir brauchen eine Menge Fisch, und wer nichts oder nur wenig nach Hause bringt, bekommt es mit der Rute zu spüren.“ Tấm hatte ihren Korb bald voll, Cám vergnügte sich. Am Abend griff Cám zu einer List. Sie schickte die Ältere in den Teich zum Waschen, weil deren Haut so dunkel war. In der Zwischenzeit stahl sie Tấm den vollen Fischeimer und machte sich auf den Heimweg.

Dumme, dumme Tấm, aetsch!
Tấm bekam mächtig Angst. Da drehte ein leichter Wind auf und der Himmel klärte sich auf und vor ihr erschien die Göttin der Gnade in einem blauen Kleid und einem grünenden Weidenzweig. (In anderen Versionen erschien : Buddha). „Vertrau mir. Deine Pein wird bald vorüber sein. Nun schau in deinen Korb.“ Da war jetzt ein lieblicher kleiner Fisch mit roten Flossen und goldenen Augen drin. Tấm bekam den Befehl, diesen Fisch im Brunnen vor ihrem Haus auszusetzen, ihn regelmäßig zu füttern und für Ihn zu sorgen. 
 
Das tat Tấm dann auch. Und der Fisch kam nur an die Oberfläche, wenn Tấm erschien. Da zog sich die Stiefmutter Lumpen von Tấms Kleidern über, ging zum Brunnen und rief den Fisch. Als er kam, packte sie ihn, fing ihn mit einem Netz und verspeiste ihn zum Abend. 
 
Arme, arme Tấm, sie weint bitterlich.
Als Tấm zurück kam, weinte sie bitterlich , aber die Göttin (bzw. der Buddha) erschien und tröstete sie : „Du musst die Gräten finden und sie unter deinem Schlafplatz vergraben. Jeder deiner Wünsche wird dann erfüllt werden.“

Tấm konnte die Gräten zuerst nicht finden, aber ein Huhn kam und sagte ihr : „ Klack. Klack . Du bist ein gutes Kind und wenn du mir Reis gibst, zeige ich dir, wo du die Gräten findest.“ 
 
Das gute Mädchen tat wie geboten und mit der Hilfe der Hühner, klack, klack, fand es die Wundergräten und vergrub sie am angegebenen Ort.

Als das Herbstfest kam, sollte nur Tấm zuhause bleiben. Die böse Stiefmutter hatte grüne und schwarze Bohnen durcheinander gemischt und befahl, sie zu trennen. Erst dann dürfe sie zum Fest nachfolgen. 
 
Allein gelassen, erschien Tấm die sanftäugige Göttin bzw. Buddha, ließ Tấm ihre Tränen trocknen und ihren Wunsch nach einem glitzernden, blausilbernen Überwurf für den Ball erfüllen. Aus den Fliegen im Haus wurden Spatzen, die die Arbeit erledigten. 
 
Als die Mutter und Cám die wunderschöne Tấm erblickten , konnten sie es kaum glauben und waren sehr wütend. Tấm flüchtete vor ihnen, verlor dabei aber einen Schuh. 
 
Der König hob ihn auf, bewunderte ihn ob seiner Zierlichkeit und ließ jede Dame ihn anprobieren, um die Besitzerin des Schuhs ausfindig zu machen. Sie würde seine Frau werden und die Königin des Reiches. 
 
Schließßlich fand man die schöne Tấm, der als einziger der Schuh passte. Und der König machte seine Ankündigung wahr und heiratete Tấm.

An des Vaters Namenstag besuchte Tấm gehorsam ihr Elternhaus mit der eifersüchtigen Stiefmutter und Schwester Cám . Die Stiefmutter wies Tấm an, auf einen Arecabaum zu klettern und Betelnüsse für die Gäste zu sammeln. Obwohl sie Königin war, scheute sich Tấm nicht und kletterte auf den Baum. Die Stiefmutter näherte sich mit einer Axt hinter dem Rücken unter dem Vorwand, die beißenden Ameisen für Tấm zu verschrecken. 
 
Mit einem schrecklichen Lachen fällte die Stiefmutter aber den Baum, der Tấm unter sich begrub. Sie war sofort tot. So ging der Plan doch noch auf, dass Cám den König heiratete und Königin wurde. 
 
Böse Cám, gute Tấm.
Die unschuldige und reine Seele Tấms lebte aber fort. In einer Nachtigall , die im Gehölz in der Nähe des königlichen Gartens lebte und wunderschön, süß und traurig und herzzerbrechend sang. Niemand konnte sich dem Gesang entziehen und jedem trieb es Tränen in die Augen. Der König suchte nach der Nachtigall und diese ließ sich willig auf seinen Ärmel herab, und er nahm sie mit in sein Schlafzimmer, wo sie blieb und für ihn sang. 
 
Eines Tages, als der König beim Rat war, kam die eifersüchtige Cám ins Zimmer und ergriff den Vogel, tötete ihn und verstreute die Federn im königlichen Garten. Doch wiederum : die Seele Tấms verwandelte sich in einen großen, mächtigen Baum. Der trug aber nur eine einzige Frucht. Eine köstliche Frucht, makellos gerundet, groß und sehr süß duftend. Als eines Tages eine alte Frau mit ihrer Kiepe auf dem Rücken darunter herging, fiel die Frucht vom Baum herab mitten in die Kiepe hinein. Als am nächsten Tag die alte Frau von ihren Gängen nach Hause kam, wo auch die Frucht war, erstaunte sie nicht schlecht, als sie das Haus und alle Zimmer schön aufgeräumt fand. Da öffnete sich vor ihren Augen die Frucht und heraus trat eine feenhafte, schlanke junge Dame. Die blieb fortan bei der alten Frau und sie lebten wie Mutter und Tochter. 
 
Eines Tages jagte der König im Wald, sah das Haus der alten Frau und bat, sich dort ausruhen zu dürfen. Die alte Frau setzte ihm Betelkuchen vor, und der König erstaunte, denn nur seine Frau Tấm hatte solch einen Kuchen machen können. Er ließ die junge Frau holen, die sich tief verbeugte, und er erkannte sie.

Vollblutschauspieler(innen), durch und durch!
Sie weinten bitterlich und der König setzte Tấm wieder als seine Frau und Königin ein. Er vergaß Cám. Die aber trat vor ihre Stiefschwester, lobte deren so helle schöne Haut und fragte, wie sie auch eine solch herrliche Haut bekäme. 
 
Aber Tấm durchschaute jetzt die böse List Cáms , ließ heißes Wasser in einen Bottich ein und sagte : Wenn du da hinein springst, wird dir geholfen. Cám glaubte ihr, sprang in das kochende Wasser und das war ihr Ende.

„Rollentausch“ : Schauspieler(in) Cám übergibt kurzfristig den schwierigen Part, ins heisse Wasser zu springen, an einen Kollegen . Überzeugend!
Als die Stiefmutter vom Tode Cáms hörte, weinte sie so sehr, dass sie blind wurde ; und später starb sie an gebrochenem Herzen. Königin Tấm aber war nun befreit von ihren Feinden und lebte den Rest ihres Lebens in Frieden und Glück.


Die Erleichterung nach seiner Auffuehrung vor kritischem , nachbarschaftlichem Publikum ist diesem Schauspieler ins Gesicht geschrieben.

Freitag, 6. April 2012

(KEO) - Wolfsblut

Um diesen Beitrag so posten zu können wie er ist, musste ich heute (mal wieder) die Hilfe meines technischen Meisters Adrian in anspruch nehmen.
Würde der Gute mir all seine Dienstleistungen rund um mein Notebook in Rechnung stellen, würden sicher noch meine Kinder daran zahlen.
Freundlicherweise tut er es nicht und somit konnte er mir gerade die höchstgradig kniffelige Aufgabe -via Fernsendung über Skype- (übrigens die beste Erfindung aller Zeiten für die, die fernab ihrer Lieben und Angehörigen leben!) bewältigen, ein Video um 180° Grad zu drehen...

Ja richtig gelesen! Die vermeintlich simple Arbeit, ein schlampiges Video, dass von mir mit der Handycamera aufgezeichnet worden ist, schlicht und ergreifend einmal umzudrehen.
Nach eineinhalb-stündigen Gewurschtel haben meine Nerven nicht mehr mitgespielt und ich habe den Ad-Man zur Hilfe gerufen.
Und selbst er, das Computergenie hat nun nochmal gut eine halbe Stunde daran rumgespielt, ehe es einwandfrei lief...

Aber gut, jetzt ist es ja geschafft, wofür ich mich auch nochmal ganz, ganz herrzlich bei dir bedanken möchte Adrian! Ohne dich wäre ich teilweise echt total aufgeschmissen!
Adi sei Dank, kann ich nun aber den eigentlichen Beitrag posten.

Der geht selbstverständlich mal wieder um den Sinn meines Lebens.
Und was ist der Sinn meines Lebens?! -Na klar, ihr habts erraten. Es ist King Kông!
Nein Spass, aber heute Früh habe ich es endlich mal geschafft, dass Handy noch rechtzeitig zu krallen, die Camera anzuschmeissen und draufzuhalten, als mein kleiner Mann sich wieder in einen seiner urischen Vorfahren verwandelt hat.

Ich habe keine Ahnung warum, wieso und weshalb, oder besser gesagt, was King Kông da raushört, aber jedesmal wenn dieser Typ mit seinem Fahrrad bei uns durch die Gasse fährt, dass mit einer krächzigen Tonbandaufnahme lautstark Werbung für seine angebotenen Dienste zur Reparatur von kaputten Elektrogeräten macht, dann flippt Bubu total aus.

Aus dem tiefsten Schlaf schreckt er auf, sobald er das Geratter des alten Kassettenrekorders hört, flitzt zur Türe, dreht sich nach mir um, um sich zu vergewissern, dass ich auch voll mit bei der Sache bin (was er immer tut) und dann gehts los:
Den Kopf tief in den Nacken geschmissen, den Rachen weeeeiiit, weeeeiiit aufgerissen, beginnt er sein Wolfsgeheul! Er ist doch aber ein Chihuahua... :)



Von einem Wolf hat King Kông mit seinen knappen 1,2 Kilo "Kampfgewicht" und seinen schätzungsweise max. 25-30 cm Standgrösse (von der Ohrenspitze bis zur Fusssohle), seinem kopierten Schwänzchen, dem kurzen Fell und seiner sonstigen Überempfindlichkeit gegen Alles (Kälte, Wärme, Alleinsein, Futterqualität, Pflege- u. Aufmerksamkeitsbedürftigkeit) mal ungefähr, so in etwa überhaupt rein gar nichts.

Er ist so weit von einem Wolf entfernt, wie eine Katze von einer Schildkröte würde ich sagen. :)
(Ist nicht so gemeint mein kleiner Schatz) ;)

Das ich mich da gewaltig getäuscht habe, kann man auf dem Videoclip von heute Morgen ja bestens erkennen.
Ich sag nur "Back to the roots". Scheint doch einiges an dem Wolfsblut seiner Ur-ur-ur-ur-ur-ur....Ahnen durch seine winzigen Adern zu fliessen.

Gut nur das King Kông keine Fledermaus ist. Wir wollen ja nicht wissen, als was er sich dann plötzlich wiedererkennen würde, sobald er irgendwas komisches hört...  :D

Mittwoch, 4. April 2012

(KEO) - Alle Welt schwärmt von Bubble Tea

Bubble Tea, der derzeit wohl der absolute Renner in Deutschland ist, hat seinen Ursprung scheinbar in Asien.
Wir sitzen somit also direkt an der Quelle, sollte man meinen.

Hier in Vietnam ist Bubble Tea aber momentan lange nicht so populär, wie in Europa.


Der Bubble-Tea
Selbstverständlich gibt es ihn hier auch, aber man sollte schon wissen wo man ihn bekommt, weil er nicht an jeder Ecke zu haben ist.
Ganz tüchtige Geschäftsleute haben sich natürlich direkt neben den Schulen angesiedelt und unsere Kurze kriegt auch ab und an nach dem Unterricht so einen Becher.

Ich selber muss gestehen, dass ich noch nie so ein Teil in der Hand hatte.
Ich habe eine andere, ähnliche Schwäche.

Meinen Fruchtbecher "to go":

Meine Variante: Der Fruchtmix im Becher
Der wird mit Erdbeeren, Ananas, Wasser- u.Honigmelonen, Mango, Papaya, Lychees, Äpfeln, Drachenfrucht (Thanh Long), usw in etwas süsser Kokosmilch angemacht, in einen grossen Plastikbecher mit Deckel gepackt und oben drauf kommt dann noch wie beim Bubble Tea ordentlich viel Glibberzeugs.

Gelbe, rote und organgefarbene kurze Geleesticks, lila-durchsichtige Gelle-Bubbles (also kleine Bälle) und transparente Glibber-Geleeschlangen.

Das Ganze gibt es je nachdem, wie umfangreich der Fruchtmix sein soll und wie ausgefallen die Extra-Fruchtsorten sind (bei mir meist eine gute handvoll Erdbeeren mit rein und Erdbeeren sind hier quasi "Exoten", werden soweit ich weiss importiert und kosten ein heiden Geld) so ab 15.000 Đồng aufwärts.
Mein Becher liegt bei 20.000 K und da ist wirklich nicht wenig drin.

Super zum Naschen für zwischendrin, sicherlich um einiges gesünder als der Bubble Tea und bestimmt auch um einiges figurfreundlicher.. :)

Auf alle Fälle: Lecker, lecker, lecker!
Unbedingt mal probieren, wenn ihr das nächste Mal in Vietnam seid.

(CATINAT) - Wohin mit mir und den Kindern in Sài Gòn? Vorschlag 3 - Spiel(un)möglichkeiten

Kinder, Kinder … wohin zum Spielen in der Stadt ? 
 
Zu Romeo und Julia in Sài Gòn !

Nun rutschte ich schon mal mit einem Beitrag in die Freizeitbeschaeftigungsmoeglichkeit (welche andere Sprache bietet solche Mammutwoerter ?) “Historisches Museum in Sài Gòn” am Zoo hinein. Nein, ich muss noch mal dort hin, um mich nach dem Umbau auf den neuesten Stand zu versetzen und die Aufsicht zu bestechen, mich Fotos machen zu lassen. 
 
Auch waehrend einer Auffuehrung im Circus wuerde ich aus sicherlich nachvollziehbaren Gruenden keine Blitzaufnahmen der schwingenden Trapezkuenstler machen. 
 
Damit bin ich schon fast da, wo ich – mit den Enkeln und den Lesern – zur Freizeitbeschaeftigung hin will . Wir naehern uns vom westlichen Ende der Phạm Ngũ Lão - der von fast allen Reisenden Sài Gòn’s heimgesuchten , oft als reines Besucherviertel “verfemten” Strasse , welche Bedeutung hat der Name ? 

Phạm Ngũ Lão 范五老, 1255–1320 , war General in der Zeit der Trần Dynastie unter den drei Kaisern Nhân Tông, Anh Tông and Minh Tông einer der erfolgreichen Đại Việt Kommandeure waehrend der 2. Und 3. Mongolischen Invasion . Prinz Hưng Đạo (nach ihm ist in Sài Gòn die Strasse benannt, in der ich in einer Hẻm wohne )erkannte sein militaerisches Talent und empfahl ihn den Trầns. 

Das wurde die Rettung Vietnams. Beide schlugen die von Kublai Khan ausgesandten zahlenmaessig stets ueberlegenen Mongolenheere und –flotten mehrfach zu Wasser und zu Lande. Die Mongolenschiffe trieben sie bei Flut auf zugespitzte Pfaehle , die bei Ebbe den maechtigen Schiffen zum Verhaengnis wurden.

Im huegeligen Gebiet setzten die Vietnamesen auch Elefanten ein, mit denen die Mongolen nicht fertig wurden.
In der Schlacht von Bạch Đằng am 8.Maerz des Mondkalenders, 1288, wurde Phạm Ngũ Lão Kommandeur der Koeniglichen Garde (Quản Thánh dực quân):

Phạm Ngũ Lão war auch Dichter mehrerer beruehmter Gedichte wie “Thuật Hoài”. Ich knacke (bisher vergeblich) daran , mal eins zu uebersetzen.

Nach dem Abstecher in die Geschichte naehern wir uns unserem Ziel , bzw. unseren Zielen :


Vor dem Circus , dem Rạp xiếc: der Spielplatz. Geoeffnet normalerweise nur am Wochenende . Im Augenblick in Ueberarbeitung oder Aufloesung. Und das Spielgeraet : man muss bezahlen. Viel Elektrisches. Kirmesatmosphaere .


Die Ueberschrift verheisst doch : Romeo und Julia in Sài Gòn .
Wir naehern uns ihnen. Die gute Nachricht , v.a. fuer die kleinen Maedchen : Romeo ist nicht tot .
Nicht in
Sài Gòn.


Der Cicuseingang . Buergerlich Buergerlich heissen der Hauptakteur und die Hauptactrice : Quốc Nghiệp und Thu Hiền . Er lebt und arbeitet zur Zeit in Italien. Zusammen mit seiner Julia , Thu Hiền.
Seit dem 25.November 2011. Nach dem Motto : Love is in the Air. Scheix-Beer in the Sky ? Sure. Ein Artikel vom 14.10.2011 in Thanh Niên Weekly , S.17 :


Der Circus, zweimal von mir und der Enkelbande noch vor der Liebesdramenzeit besucht, sollte von den Staedteplanern an den Rand Sài Gòns gedraengt werden. Die Circusleute wehrten sich. Mit einer Erhoehung des Niveaus. Shakespeare half mit. Die gelernten Artisten Quốc Nghiệp und Thu Hiền lernten , die Texte “im Flug”. Sehr schwer, sagten sie. Das Ergebnis :

Love is in the Air. Wolkenduftig, rhythmisch, federleicht in der Wirkung. Der Rạp xiếc in der Phạm Ngũ Lão – Street durfte bleiben.
Auch ohne Shakespeare : abends um 19:30 Uhr oeffnet er zu seinem verzaubernden Programm. Fuer 60.000 oder 70.000 Dong Eintritt. 

Schon der Name : “Sài Gòn” impliziert, provoziert : Circus. Unwiderstehlich standfest , provinziell professionell , Hoechstleistungen der Artisten und Dresseure. Spitzenklasse. Enkelin Anh Thư ist durch die Hundedressur auch “auf ihren Hund gekommen”. 
 
Sài Gòn ohne Circus – das ist wie, wie, wie … Verona ohne Romeo und Julia. 
 
Noch einmal umrunde ich sein Areal. Komme nach hinten – und sehe :


Das alte Sofa . Haben Julia und Romeo hier gekuschelt ?

Montag, 2. April 2012

(KEO) - Wenn Vietnamesen "angeln" gehen

Unser Candle-Light-Dinner ist mal ordentlich ins Wasser gefallen.
Schon früh am Morgen ist meine Lieblingstante hier aufgekreuzt und hat sich unser derzeit einziges Motorrad ausgeborgt..  - Und nicht mehr zurück gebracht.
Wir waren also den kompletten Samstag und Sonntag nun ohne fahrbaren Untersatz und konnten somit auch nicht zum Einkaufen gehen.

Da wir ohne das Einkaufen natürlich dann auch nichts zu Futtern besorgen konnten und unser unmittelbarer Nachbar sowieso eine mordsmässige Sause neben unsrem Fenster veranstaltet hat, wäre eh nichts gewesen mit Candle-Light Dinner.

Beliebtes Ausflugsziel für Einheimische und Touristen: Der Đồ Sơn Strand
Das junge Pärchen zu unserer Linken hat bereits Vormittags schon damit begonnen, Gerichte für die Party am Abend vorzubereiten und gegen 19 Uhr gings dann los.
Gefühlte 100 Leute haben die sicherlich auf die 10 qm Wohnfläche gepackt und dementsprechend laut ist es zugegangen.

Das Flutlicht aus Nachbars Garten, dass genau in unser Wohnzimmer scheint, hätte auch unsere Earth-Hour "Licht aus"-Pläne für das romantische Essen im Kerzenschein zunichte gemacht.

Aber was solls..
Dafür bin ich dann zu einem rund vier-stündigen Gewaltsmarsch mit King Kông aufgebrochen, der es in sich hatte.
Mein Boxenstop, den ich wie immer bei einem der Strassenstände einlegen muss, um mit dem Verkäufer- ein sehr, sehr liebenswerter älterer Herr- und einer handvoll seiner Stammkundschaft ein Pläuschchen zu halten.

Der Đồ Sơn Strand in Hải Phòng
Gestern waren die alle bester Stimmung. Wie sich schnell herausstellte, lag das an dem Hochprozentigen, den ich -selbstverständlich im Namen der Gesundheit- nicht ablehnen durfte.
Nachdem ich nun aber seit rund 2 Jahren dem Alkohol gänzlich abgeschworen habe, hat der selbstgebrannte mit lustigen Kräutern und irgendwelchem besonders widerlichen Viecherzeug als Einlage, auch schon bald seine Wirkung getan und ich war mindestens genauso gut drauf, wie der Rest vom Schützenfest.

Đồ Sơn bei Nacht
Das allerdings bereits nach 4-5 kleinen Nippern an der Flasche.
Als dann die versammelte Mannschaft -die zu ca 99% aus männlichen Gefährten besteht- mächtig angedödelt und fröhlich nach Đồ Sơn zum "Angeln" ( wie man hier so schön sagt, was übrigens nichts anderes als den Besuch bei Prostituierten umschreibt) aufgebrochen ist, bin ich dann auch langsam weiter gezogen.

Diese Mädchen wurden erwischt
Prostitution ist zwar eigentlich -laut Gesetz- verboten in Vietnam, sonderlich schwer die einschlägigen Etablissements ausfindig zu machen, tut man sich jedoch nicht.
Die meisten der Karaoke-Bars, Massagesalons, Kneipen oder Hotels haben auffallend attraktives, durchweg weibliches Personal, dass für einen kleinen Aufpreis dann bestimmte "Zusatzdienste" in irgendwelchen Hinterzimmern anbietet.

Das etwas andere Personal wird von der Polizei gestellt
Die Polizei hat vor kurzem wieder einmal eine verstärkte Medienpräsenz zur Schau gestellt, die sie beim Kampf gegen das illegale Rotlichtmillieu der Städte zeigt, im Alltag werden jedoch weiterhin beide Augen zugedrückt und die Hände weit ausgestreckt.
Der "grosse Bruder" verdient hier nicht schlecht mit uns so wird hinten rum toleriert, was auf der Vorderseite öffentlich angeprangert wird.

Der Đồ Sơn Strand etwas ausserhalb von Hải Phòng ist der Hot-Spot für käufliche "Liebe" innerhalb der Region, wobei unsere Stadt den traurigen Spitzenplatz in der Liste von HIV-erkrankten Prostituierten anführt.
Sollte man(n) sich den Gang zu einer der Damen nicht nehmen lassen wollen, sollte zumindest daran gedacht sein, sich selbst und auch die jungen Frauen vor dieser .-nach wie vor unheilbaren- Krankheit durch Verhütung zu schützen.

Samstag, 31. März 2012

(KEO) - Licht aus - Romantik an :)

Und das auch noch für eine ganze Stunde und zudem: völlig freiwillig.
Nicht wie sonst also, wo bei uns schon mal aus den Sparplänen der Regierung heraus für einen
halben bis zu einem ganzen Tag einfach der Strom abgeschalten wird.

Wir kennen das demnach anders als die Europäer bereits recht gut.
In Deutschland zum Beispiel hat heute jawohl fast niemand mehr einen Vorrat an Kerzen im Schrank stehen für den Fall, dass mal wieder kein Saft aus den Steckdosen kommt.
Maximal ein paar Deko-Kerzen, die irgendwo zur Zierde herumstehen könnten da dann aushelfen.

Aber weil die Stunde in der wir heute auf unseren Strom verzichten ja geplant ist und zudem noch für einen guten Zweck ist, an dem sich hoffentlich die ganze Welt beteiligt, wird das diesmal kein Ärgernis, wenn wir in der Dunkelheit sitzen, sondern Romatik pur.

Wir haben uns für die Zeit von 20:30 - 21-:30, in der die Aktion "Earth Hour" stattfinden soll nämlich überlegt, ein Candle-Light Dinner zu veranstalten. :)
Wir werden also versorgt sein und uns bestimmt bestens amüsieren.

In so einer Atmosphäre kann Energiesparen richtig Spass machen.
Fehlt nurnoch ein Babysitter für King Kông  :p
Trotz grosser Sturmwarnung haben wir übrigens ein klasse Wetter gehabt heute und sitzen nach wie vor auf dem Trockenen.