Willkommen auf meinem Blog

Auf dieser Seite findet ihr -in den verschiedenen Rubriken unter dem Titelbild- viele nützliche Infos rund um das Thema Vietnam und zudem jede Menge lustig-bis spannende Anekdoten aus meinem Alltag, als Schwiegertochter einer vietnamesischen Familie..

Samstag, 1. Dezember 2012

Sind wir nicht alle ein bisschen kaeuflich?! :)

Hallo meine Lieben,
ich hoffe ihr seid nicht allzu erschreckt, beim Anblick des neuen, grossen, animierten Werbebanners auf der Seite. Keine Angst, ich pflastere euch künftig auch nicht mit Werbung auf dem Blog zu.
Dieser Link zu einem Online-Asiashop wird wohl die Ausnahme bleiben.

Das Sortiment und die Angebote auf "ASIATASTY.DE" haben mich allerdings überzeugt und ich denke,
dass sicher der eine oder andere von euch diesen Link ganz gut gebrauchen kann und nützlich findet,
da der Shop Waren aus Vietnam und vielen anderen asiatischen Laendern importiert und bequem und wie ich finde auch recht kostengünstig zu euch nach Hause liefert.

Nicht jeder hat einen Asiamarkt in der naeheren Umgebung, oder das Sortiment in diesem laesst ein wenig zu wünschen übrig. Da ist der Online-Shop von "Asiatasty" glaube ich eine ganz gute Alternative.

Die bieten euch saemtliche Marken an, die das Herz begehrt. Von vietnamesischen Kaffees (selbstverstaendlich auch die No 1 unter den Kaffees aus Vietnam: Trung Nguyen), Tees, frischen, fertigen und eingelegten Lebensmitteln über Meeresfrüchte, Geschenk-und Dekorationsartikel und jede Menge Dingen, die man zum zubereiten und kochen in der asiatischer Küche braucht.

Kuckt am besten einfach selber mal rein.
Die meisten Artikel werden auf Nachfrage auch extra für euch mit ins Sortiment genommen oder befinden sich bereits in diesem und sind lediglich noch nicht mit auf der Seite verzeichnet, weil das Warenangebot staendig erweitert wird.

Ihr könnt dem Anbieter hier einfach kurz eine Email schicken und bekommt dann auch umgehend Antwort, falls ihr euch nicht sicher seid, ob der Shop das von euch gesuchte führt.

Vielleicht ist die Seite ja auch eure Rettung und der eine oder andere findet dort noch ein passendes Geschenk für Weihnachten :)

Schaut euch einfach mal um und sagt mir, wie ihr die Seite findet:

http://asiatasty.de/

Viel Spass euch beim stöbern und finden und einen guten Start ins Wochenende :)

Freitag, 30. November 2012

In geheimer Mission ;)

Eben war ich wie so oft auf der Bank und wie so manch anderes Mal auch,
fielen mir erneut ein bis zwei andere Kunden "in geheimer Mission" auf. ;)

In geheimer Mission heisst soviel wie sie haben Tüten voll Geld dabei,
dass sie abzaehlen und auf irgendwelche Konten einzahlen lassen.

Das Obskure an diesen Begegnungen sind stets: schwarze Plastik-Einkaufstaschen,
da jeder, aber auch wirklich JEDER, der in Vietnam vorhat viel (und damit meine ich wirklich
viel - sprich-bzw wortwörtlich ganze Berge voll Geld) Bares auf die Bank zu bringen,
tut dies in dieser mehr schlechten als rechten Tarnung, da wie gesagt JEDER das so macht!

Komplett entgegen der eigentlich beabsichtigten Wirkung das Geld so zu transportieren,
dass am besten niemand mitbekommt, dass man da gerade eine hohe Summe unterm Arm geklemmt hat,
ist ein Vietnamese mit schwarzer Plastiktüte unterm Arm demnach wie eine überdimensionale Leuchtreklame die in blinkenden Laettern: "Achtung! Hier wird gerade eine unvorstellbar grosse Summe Bares transportiert!", für alle projeziert.

Es scheint jedoch sehr, sehr schwierig zu sein, aus diesem gewohnten Verhaltensmuster auszubrechen und grössere Betraege einfach in ein anderes Transportbehaeltnis zu packen. :)

Um die "Tarnung" perfekt zu machen, wird die schwarze Tasche zudem noch dicht an den Körper gepresst, mit beiden Armen fest umklammert und sich aengstlichen Blickes, hastig und nervös nach allen Seiten umgesehen. Ein wahres Eldorado für Taschendiebe und Kleinkriminelle ;)

Die Bankangestellte war dann auch hoch erfreut mich nach einer laengeren Pause einmal wiederzusehen und sie erkundigte sich freundlich wo ich so lange gesteckt hatte.
Wir kennen uns inzwischen schon und sind uns nicht ganz unsympathisch. Die Sympathie beruht wohl auch auf saemtliche der etwas aelteren Damen in den Chefsesseln, denn jedes Mal wenn ich die Bank betrete, komme ich mir vor wie in einer Vermittlungsagentur und mir werden etliche Söhne und Neffen feil geboten und alle stossen immer ein lautes, enttaeuschte "oooh wie schade" aus, wenn sie daran erinnert werden, dass ich bereits glücklich verheiratet und Mutter eines wundervollen Maedchens bin.

Jedenfalls ist mein Ego jedesmal gleich ein Stückchen gewachsen, wenn ich die Bank wieder verlasse und ich fühle mich richtig wohl :)
Vielleicht sollte ich künftig für einen guten Start in den Tag nach dem Aufstehen erstmal kurz in diesem Geldinstitut vorbeischaun ;)

Nach einem kurzen Plaeuschchen und dem taetigen der Bankgeschaefte für die ich ja eigentlich gekommen war, kam dann mein persönlicher kleiner Renner: Die berüchtigte Tuppa-Box.
Die gibt es schon eine ganze Weile lang. Sicherlich bald über ein Jahr für jeglichen Kram, den ich dort erledige, als Werbegeschenk.
Keine Ahnung, warum, wieso, weshalb, aber ich habe zwischenzeitlich an die 6-7 Stück bei mir Zuhause angesammelt und konnte mir ein Lachen nicht verkneifen, als die nette Angestellte heute erneut damit ankam.

Als sie mein Gesicht sah, blickte sie kurz auf die runde, gut verschliessbare Plastikbox in ihrer Hand und musste dann selbst grinsen wie ein Honigkuchenpferd und meinte dann: "Na, wieviele hast du denn schon? Ich finde die ganz toll."
"Bei mir sind bereits saemtliche Gegenstaende, die es gibt darin verpackt. Kaffe, Zucker, Cd`s (die Form passt pefekt), Teebeutel, einfach alles. Ich sammle noch ein paar und fange dann an, sie zu verkaufen! :)" war meine lachende Antwort. "Wenn du möchtest, darfst du sie gerne haben" bot ich ihr daraufhin an.
Sie sah mich freudig erstaunt an und fragte: "Wirklich, meinst du das ernst?"
"Na klar. Behalte sie ruhig, wenn sie dir so gut gefallen. Obwohl ich zugeben muss, dass ich ehrlich gesagt nur wegen der Tuppaboxen herkomme. Ich bitte zu jeder Gelegenheit die sich mir bietet meine Schwiegermutter mich ihre Bankangelegenheiten regeln zu lassen und frage so oft es geht bei meiner Familie in Deutschland nach, ob sie mir nicht ein bisschen Geld überweisen können, damit ich herkommen und so ne Tuppabox abstauben kann."

Das wir beide uns da gerade so köstlich amüsierten blieb auch den anderen Arbeiterinnen nicht verborgen (irgendwie arbeiten in Banken ausschliesslich Frauen) und neugierig informierten sie sich, was wir denn so komisch finden würden. Danach bog sich das gesamte Personal lachend in seinen Sesseln und auch meine "Mitstreiter" in geheimer Mission lockerten den angespannten Griff um ihre schwarzen Tüten etwas und entschlossen sich schliesslich ebenfalls zu einem leicht irritierten Laecheln..

Schön zu sehen, dass selbst ein so gewöhnlicher Gang zur Bank einem den ganzen restlichen Tag versüßen kann! In dem Sinne wünsche ich auch euch heute einen wundervollen Tag den ihr hoffentlich ebenfalls mit einem Laecheln auf dem Gesicht verbringen könnt.

Dienstag, 27. November 2012

Der "Passkrieg" mit China

Einige von euch haben es sicher schon gehört, denn der aktuelle "Passkrieg" schlaegt bereits auch international hohe Wellen.


Wie eine ganze Reihe andere Laender hat auch Vietnam sich mit fortlaufenden Provokationen seiten Chinas herumzuschlagen. Jetzt hat China aber mal wieder den Vogel abgeschossen in dem es in seinen seit Mai neu erhaeltichen Paessen für die chinesische Bevölkerung auf gut 40 Seiten dieser neuen Reisedokumente
seine angeblichen Territorien und Grenzen verzeichnet.


Diese von China eigens verzeichneten Grenzen sind nicht ohne, denn sie beinhalten neben einer Grenz-Einzeichnung im Himalaya, um die es bereits 1962 zum Krieg zwischen China und Indien kam zu Gunsten Pekings, so ganz nebenbei auch noch fast das komplette "Südchinesische Meer" (vietn.Ostmeer "Biển Đông" genannt) mit den seit langen umkaempften und umstrittenen "Parcel- u.Spratly" Inseln (Hoàng Sa u. Trường Sa).

Auf diese beiden Inseln, auf die neben China und Vietnam -die deren alleinige und gesamten Besitzansprüche verteidigen- erheben unter anderem aber auch noch die Philippinen, Brunei und Malaysia jeweils Ansprüche auf diverse Inselteile.


Man vermutet dort reiche Erdöl- und Erdgasvorkommen, was die Sache nicht weniger brikaer macht.

Das geschichtlich eigentlich festgehalten und geregelt ist, das die Inselgruppen nicht zu China gehören, interessiert das Land herzlich wenig und man beharrt dort auf eine völlig irrwitzige Schenkungsurkunde von Vietnam an die chinesische Republik von 1958.
In diesem Dokument verfasst vom damaligen Premierminister Phạm Văn Đồng an den chinesischen Premier Zhou Enlai geht es allerdings ausschliesslich um die Anerkennung der Seerechte Vietnams gegenüber China, wobei die Inseln gaenzlich unerwaehnt bleiben.


Das Vietnam und weitere der Anrainerstaaten die neuen, totalitaeren Ansprüche (immerhin 85% der 3,5 Mio Quadratkilometer des Meeres und saemtliche seiner Inseln) in den derzeitigen Ausweisen Chinas nicht so ohne weiteres hinnehmen -Manilas Außenminister warf Peking sogar eine grosse Verletzung internationalen Seerechts vor und Hanoi forderte eine Rücknahme und Korrektur- ist für mich mehr als verstaendlich.


Vietnam weigert sich nun zumindest die Paesse offiziell durch eine Abstempelung anzuerkennen und somit müssen Reisende aus China an den Grenzen ein separates Dokument beantragen, dass dann lediglich in den Pass gelegt wird und für die Zeit des Aufenthaltes als Visum dient.

"Kindisch" wie viele diese Antwort von Vietnam auf die neue Provokation Chinas nennen, sehe ich diese Sache ganz und gar nicht, sondern empfinde das im Gegenteil als besonnene und friedliche Lösung des Problemes - zumindest vorübergehend.

Freitag, 23. November 2012

Beerdigungen in Vietnam

Im Grunde genommen dem dritten Teil der Ahnenverehrungsreihe geht es heute um Beerdigungen in Vietnam.
Die unterscheiden sich dahingehend grundlegend von Beerdigungen in Laendern wie Deutschland, dass sie alles andere als leise, dunkel, traurig und unscheinbar sind.

Selbstverstaendlich ist eine Beerdigung auch in Vietnam keine lustige Sache, denn auch für Vietnamesen ist es ja immerhin der Verlust eines geliebten Menschen (meistens zumindest) ;)

Tag und Nacht wird bei dem Verstorbenen Wache gehalten
Schon im ersten Teil den ich in dieser Reihe geschrieben habe, in dem es um die Ahnenverehrung an sich ging, konnte man denke ich sehr schön herauslesen, dass mit dem Tod in Vietnam wesentlich natürlicher umgegangen wird und Angehörige auch nach ihrem Ableben weiterhin Teil der Familie bleiben,
indem man ihnen regelmaessig Opfergaben bringt, zu ihnen betet und ihnen von aktuellen Ereignissen oder Sorgen innerhalb des familiaeren Alltages erzaehlt.

Die Menschen werden nach dem Dahinscheiden zudem nicht sofort weggekarrt und prepariert, sondern verbleiben erst einmal in ihrem Hause und Kreise ihrer Naechsten.

Der Leichnam wird dann in der Regel in einem der vodersten Raeume des Erdgeschosses aufgebahrt.
Die Türen weit geöffnet und vor dem Haus wird ein Zeltdach oder eine Plane gespannt, wie sie auch zu Hochzeiten üblich sind, um dort Tische und Stühle aufzustellen, um die meist sehr zahlreichen Kondolenzgaeste zu bewirten.
Der nach aussen hin einzigen optischen Unterschied dürften die Blumenkraenze und schwarz-weissen Faehnchen sein, die die Trauerfeier kennzeichnen.

Der Kondolenzkranz einer Schulklasse
Ebenfalls anders als beispielsweise in Deutschland nehmen hier für gewöhnlich nicht nur die direkten Verwandten und nahen Bekannten und enge Freunde teil, sondern auch Nachbarn, Freunde von Freunden, sehr weitlaeufige Bekannte und Menschen die der Verstorbene oder seine Angehörigen eventuell von früher gekannt hat. Haeufig finden sich waehrend der Trauerfeier mehrere hundert Gaeste ein.

Die zahlreichen Gaeste einer Trauerfeier
Es ist ein reges Kommen und Gehen waehrend die Kernfamilie des Verblichenen in weisse Trauertücher gehüllt -die von einem weissen Band begleitet werden, dass man sich um den Kopf bindet- vor dem Altar, der eigens für den Verschiedenen aufgestellt wurde und dessen sterblicher Hülle unmittelbar dahinter, platz nimmt und dort ein fortlaufendes Wehklagen und Trauergesaenge anstimmt.

Buddhistische Mönche beim vollziehen der Trauerzeremonie
In der Regel holt man sich hierfür die Unterstützung von speziellen Trauersaengern und Mönchen, die ununterbrochen beten. Begleitet wird dieser Sprechgesang mit spezieller Musik, die durch Trommeln, Zither, Geige und Holzblasinstrumenten erzeugt wird.
Das ganze ist unglaublich laut und wird durch Boxen zusaetzlich noch so verstaerkt, dass die Totenfeier mehrere Strassenzüge weit zu hören ist.



Die Instrumente erklingen ab dem Morgengrauen und gehen teils bis in die Nacht hinein.
Diese Prozedur wiederholt sich üblicherweise drei volle Tage lang.
Die Vietnamesen glauben, dass die Seele erst nach dieser Zeit den Körper des Verstrobenen verlaesst.
Um bis dahin die Verbindung zur Seele des Toten aufrecht zu erhalten, werden ohne Pause Raeucherstaebchen abgebrannt, deren Rauch den Kontakt herstellt.



(Die beiden Tonaufnahmen habe ich übrigens bei mir Zuhause im Wohnzimmer aufgenommen. Die Totenfeier vom erwachsenen Sohn eines Nachbarn von der sie stammen fand einen ganzen Strassenzug weiter statt!
Das gibt euch evtl. ein klein wenig ein Gefühl für die Lautstaerke, in der das Ganze stattfindet) 

Neben diesen Raeucherstaebchen, die sich auf dem persönlichen Altar befinden, steht dort ausserdem noch ein grosses Portrait des Verblichenen und einige Opfergabe wie eine grosse Schale mit frischen Früchten.

Die unzaehligen Gaeste die kommen um an der Trauerfeier teilzunehmen, erscheinen für gewöhnlich nur kurz um ihr Beileid auszusprechen.
Über Lautsprecher wird den Anwesenden dann mitgeteilt: "Familie so und so ist gekommen, um ihr Beileid zu bekunden".
Man geht an den Sarg um sich zu verabschieden, zündet ein Raeucherstaebchen an, spricht zum Verstorbenen, verneigt sich wie schon bei der "Ahnenverehrung" ausführlich erklaert 3 Mal leicht,  überreicht den Hinterbliebenen einen kleinen Geldumschlag "phong bì", um diese zu unterstützen und sich an den Kosten der Trauerfeier zu beteiligen. Manche bringen auch einen Trauerkranz oder Früchte- und man nimmt kurz Platz um sich zu unterhalten und einen Tee zu trinken.

Beim platzieren der Raeucherstaebchen
Ein Wahrsager wird gerufen um dann den genauen Zeitpunkt für die Beisetzung festzulegen.
Auch den Zeitpunkt an dem der Tote in seinen Sarg gelegt wird, wurde vorher von einem Wahrsager, den sogenannten "Thầy bói" (achtung: kein "Thai Boy" sondern ausgesprochen eher wie "thai boaii") bestimmt.

Wie in Deutschland traegt der Verstorbene seine beste Kleidung.
Allerdings befinden sich noch weitere seiner Kleidungsstücke, die er zu Lebzeiten trug im Sarg und zudem noch einige andere persönliche Gegenstaende, die ihm spaeter im Totenreich nützlich sein sollen.

Trauerzug auf dem Weg zum Friedhof
Am Tag an dem letztlich der Sarg beigesetzt wird, führt ebenfalls die Kernfamilie mit dem Portrait ihres verstorbenen Familienmitgliedes in Haenden einen Trauerzug über die Strassen zum Friedhof.
Ihnen folgen die weitlaeufigen Verwandten und Bekannten, die den Sarg und die Trauerkraenze tragen und Papierschnipsel vom Haus des Toten bis zum Friedhof streuen, damit dieser spaeter den Weg zurück findet.

Ich war bereits auf einigen Trauerfeiern von Nachbarn, Bekannten oder Familienmitgliedern und finde die Art und Weise wie hier in Vietnam erstens mit dem Tod selbst und zweitens mit der Bestattung der Verstorbenen umgegangen wird wesentlich schöner, als in Deutschland wo ich geboren bin.

Es ist nicht so beklemmend und bedrückend und durch das staendige Kommen und Gehen, dem regen Betrieb der dadurch entsteht und der Lautstaerke in der alles abgehalten wird, fühlt man sich als Hinterbliebener denke ich auch nicht so einsam und verlassen.

Durch die Folgeprozeduren, die ich euch im naechsten Beitrag zu dieser Reihe beschreiben werde,
ist der Tote auch nicht umgehend vergessen und verdraengt, sondern bleibt ein Teil von uns und
wird in Ehren gehalten und bedacht, aber das erfahrt ihr wie gesagt im folgenden Eintrag der
Ahnenverehrungsreihe.

Mittwoch, 21. November 2012

Allein fahren verboten! ;)

Auf vietnams Strassen gibt es ein neues Verbot und das heisst: Alleine fahren!

Wer keinen Sozius hat muss demnach zumindest waehrend der "Rush-hour" und in der Innenstadt damit rechnen angehalten zu werden und eine Strafe zu kassieren.

Der Hintergrund der sich hinter dieser Aktion verbirgt ist eigentlich gar nicht so schlecht gedacht.
Auf diese Weise sollen naemlich beispielsweise Studenten, Arbeitskollegen usw dazu gebracht werden, sich künftig zu Fahrgemeinschaften zusammen zu schliessen.

So ist`s künftig falsch (Bildquelle: http://giadinh.net.vn)
Wer schon mal zu Stosszeiten auf den Strassen der Grossstaedte unterwegs war wird verstehen welchen Nutzen das Ganze haben soll.
So will man versuchen die Vielzahl an Motorraedern einzudaemmen, auf denen jeweils nur eine Person pro Maschine sitzt.

In der Theorie nicht schlecht. In der Praxis wird dies allerdings meiner Meinung nach nur schwerlich umzusetzen sein, was auch die ersten Kommentare zum Thema in den diversen vietnamesisch sprachigen
Foren unterstreichen.

Da ist beispielsweise davon die Rede, dass sich der Dienstleistungssektor nun sicherlich bald um einen "Rent a Mitfahrer"-Service erweitern wird, oder es bestimmt bald Puppen zum umschnallen geben könnte.

und so richtig ;) (Bildquelle: http://giadinh.net.vn)
An anderer Stelle z.B. die berechtigte Frage wie man denn nach Hause kommen soll, auch wenn man ursprünglich wie gewünscht zu zweit war, den Mitfahrer inzwischen aber schon zu Hause abgeliefert hat?!

Glücklicherweise scheint sich dieses Projekt derzeit lediglich auf die Nord-Süd Metropolen Ha Noi und Sai Gon zu beschraenken.
Ich denke aber ohnehin nicht, dass sich dieser Versuch nach ersten Ergebnissen aus der Praxis sonderlich lange halten wird.

Hier gibt es den Artikel zum Thema (leider ausschliesslich in vietnamesischer Sprache):

http://giadinh.net.vn/cam-gai-e-trai-co-don-ra-duong-gio-cao-diem.htm

Dienstag, 20. November 2012

Im Visier eines Psychopathen

Heute habe ich einen so selten köstlichen Kommentar erhalten,
dass ich ihn euch nicht vorenthalten will:

Anonym hat einen neuen Kommentar zu Ihrem Post "Meine Geschichte" hinterlassen:

Von wegen Liebe, ich glaube, du bist ja eine talentierte Schauspielerin. Du versuchst nur, dich über diese angebliche Geschichte bei den deutschen Behörden glaubhaft zu machen, so dass die Beamte glauben, du und dein Kunde, also Tung, wirklich ein Paar waren, damit er den Visum für Einreise in Deutschland bekommen kann. Was aber in der Wahrheit ablief, können wir sagen, es geht nur im Geld, viel Geld. Denn für eine Scheinehe kassierte diejenige kräftig mit, die durch den Scheinheirat die wirtschaftliche Asylbewerber in Deutschland einzuschleusen.


Sicherlich glaube die Behörde nicht, dass du und Tung wirklich ein Paar seien, deshalb erzählst du diese Märchen, und hoffe, die Beamten euch glauben würden und Visum für Tung ausstellen.


Ich kenne diese Geschichte und wusste auch, die Behörde schon lang die Vietnamese, die illegal einzureisen, nicht mehr glauben. Du willst ja nur versuchst, Tung hierhin zu holen und 14000 Euro abzukassieren. Eine schöne Geschäft oder ? 

 

Ich denke ich weiss leider, wer der Absender ist.
Das "leider" weil ich schlicht und ergreifend keine Lust darauf habe,
mich mit so einem Blödsinn herumzuschlagen.

Das ist absoluter Kinderkram in meinen Augen und meine Zeit ist mir zu schade,
mich permanent mit sowas zu befassen.

Ich hatte aber das Pech, mir einen scheinbar psychisch Kranken zum Feind zu machen.
Ich verstehe beim allerbesten Willen nicht, wie jemand seine Zeit darauf verwenden kann und will, sich regelmaessig so einen Schwachsinn auszudenken und zu verbreiten.

Solche Leute haben vermutlich keine echten Freunde, kein wirkliches Leben, kein reales soziales Umfeld und zuviel Zeit und steigern sich so in solche Aktionen hinein, mit denen sich ein normaler, geistig gesunder und erwachsener Mensch niemals im Leben befassen würde, weil er nicht mal auf die Idee kaeme..

Meine Strategie, einfach nicht auf diesen Müll einzugehen ging leider nicht auf und es kommen in nach wie vor regelmaessigen Abstaenden solche Dinge.

Ich amüsiere mich zwar mitunter nicht schlecht über dieses unsinnige Zeugs, aber auf Dauer ist es schon auch echt nervig.

Zum Text oben muss ich sagen, dass wir schon wirklich selten dumm waeren, waere es ledgilich unsere Absicht gewesen, ein Visum für meinen Mann zu bekommen.
Dazu haetten wir in über 4 Jahren die ich inzwischen mit ihm in Vietnam lebe, ja dann doch wenigstens einmal einen Antrag auf ein Visum stellen sollen, meint ihr nicht?! ;)

Ohnehin waere unsere Strategie aeusserst bescheiden gewesen, wenn man bedenkt das meinem Mann die Heirat, sprich das Visum bereits 14.000 Euro wert gewesen waeren,
wir aber dann nicht gleich einen Anwalt genommen haben, um das Visum über den Rechtsweg einzuklagen, statt mich nach Vietnam zu holen, womit wir uns die Aussicht auf ein Visum im Grunde nur unnötig erschwert haetten, da es einen Regelfall gibt, was so viel bedeutet, dass ich mit meinem Aufenthalt hier bereits den deutschen Behörden bewiesen habe, dass wir auch problemlos in Vietnam leben könnten, was soviel heisst, dass das Visum nicht mehr von unbedingten Nöten ist, da ein Zusammenleben nachgewiesen auch ohne möglich ist.

Ich finde für unserer beider schauschpielerischer Glanzleistungen haben wir mindestens jeweils einen Oskar verdient!
Wir spielen dieses Stück nun immerhin schon über 5 Jahren, haben mehrere hundert Statisten involviert, darunter ein kleines Maedchen, dass in ihrer Rolle nun langsam gross geworden ist, meine wundervolle Ziehtochter Bi.

Ach was soll ich sagen?! :) Kurzum: Ich habe selten so einen völligen Schwachsinn gelesen, der so haltlos und an den Haaren herbeigezogen ist, an dem so viel erfunden und erlogen ist und nicht im geringsten mit der Realitaet zu tun hat.

Es gaebe so viele Mittel und Wege für uns, uns um ein Visum zu bemühen, aber wir haben in all den Jahren ja nicht einmal einen Versuch unternommen oder wenigstens irgendwelche Vorkehrungen für einen Antrag getroffen.

Wir waren wie ihr sicher mitbekommen habt bereits 2 Mal auf Besuch bei meinen Eltern in Deutschland. Einmal rund 4 Wochen, dass war im August vor 3 Jahren und erst vor kurzem, von Juni bis knapp Ende Juli diesen Jahres.
Ich habe nach unserem ersten Aufenthalt ganze 3 Jahre(!) gebraucht, um anh Tung zu einer erneuten, gemeinsamen Reise zu überreden.

Um es besonders nett auszudrücken, ist Deutschland nicht gerade das Land erster Wahl für ihn, wie ihr auch bereits einige Male nachlesen konntet.
Er führt hier ein sehr angenehmes Leben mit wenig Arbeit für viel Geld und die Vorstellung in Deutschland -nur um in Deutschland leben zu können, wo er ohnehin nicht leben möchte- für einen Hungerlohn irgendwelche Teller waschen zu müssen, weil seine Abschlüsse dort nicht anerkannt werden, oder sich 6-7 Tage die Woche in einem eigenen Geschaeft abzurackern um am Ende dafür lediglich ein gewöhnliches Auskommen zu haben, ist für ihn blanker Horror.

Das Wetter, die Art der Menschen, der Lebenswandel und die Weise wie die deutschen ihre Freizeit gestalten, dass ganze Jahr abrackern um dann für 2-3 Wochen in einem kurzen Urlaub wirklich zu leben und hinterher das ganze Spiel von vorne zu beginnen.., das Arbeiten nur um sich hinterher auf Raten einen neuen Wagen, einen noch grösseren Fernseher, einen noch schnelleren Laptop und ein noch moderneres Smartphone leisten zu können...die Art sich für den Handel zu versklaven, zu Arbeiten, Essen, Schlafen, wieder Arbeiten, wieder Essen, wieder schlafen...
beim Essen gehen auf den Pfennig genau den Betrag untereinander aufzuteilen und und und
Das alles ist nichts für ihn.

Mein Mann ist tatsaechlich einer der scheinbar wenigen, die ihr Land lieben, stolz auf ihr Land und seinen rasanten Wandel der letzten Jahre sind und der hier zu den besser gestellten zaehlt und somit ein aeusserst angenehmes Leben hier führen kann, wohingegen er in Deutschland bezüglich der Annehmlichkeiten enorme Abstriche machen müsste.

Ich denke nicht einmal auf meine Bitte hin, würde er seine Sache packen und das Leben hier für ein Leben in Deutschland eintauschen.
Dazu braeuchte es denke ich schon sehr viel, aber so viel will ich selbst gar nicht erbitten, da ich selber sehr gerne in Vietnam lebe.
Wir sind zufrieden mit unserem Leben hier und haben nicht zu vergessen ja auch noch eine erst 10-jaehrige Tochter, die es zu versorgen gilt.
Ihre Mutter hat die Kleine ja bereits im Stich gelassen und ist auf und davon und das werden wir ihr ganz sicher nicht auch noch antun!

Es steht demnach auch nach über 5 Jahren Beziehung nach wie vor noch ausser Frage, dass wir in absehbarer Zeit den Wunsch hegen würden, nach Deutschland überzusiedeln.

Wenn unsere Ehe jedoch einzig ein Geschaeft war, dieses Geschaeft aber nicht aufging, weil es kein Visum für Deutschland für meinen Mann gab und wir hinterher keinen Versuch gestartet haben, irgendwie noch an eines zu kommen, warum haben wir unsere "Partnerschaft" (im wahrsten Sinne des Wortes) ;) , dann nicht aufgelöst, sondern auf unabsehbare Zeit durch meinen Umzug nach Vietnam verlaengert?!
Sehr schlechter Schachzug von uns, meint ihr nicht auch?! :)

Wir haetten ja wenigstens so Schlau sein können, bis jetzt schon mal ein Kind zu machen, damit es einen zackigen und problemlosen "Nachzug zum Kind" für meinen Mann gegeben haette. Da haetten wir uns dann auch das laestige Zertifikat A1 über den Grundkurs der deutschen Sprache erspart..

Mal sehen, vielleicht machen wir das ja noch ;)

Hier übrigens noch ein zweiter, aeusserst "hochwertiger" Kommentar, selben Absenders zur Seite "Meine Wahlheimat":

Anonym hat einen neuen Kommentar zu Ihrem Post "Meine Wahlheimat" hinterlassen:

Wahlheimat ? So ein Scheißland, was unter Herrschaft und Unterdrückung von Vietcong. Du bist total bescheuert. Honecker freut sich in der Höhle, dass sein Nachkommen so wie du immer noch existieren. 


Der ja "angeblich" nicht deutsche Absender, der zudem "angeblich" nicht einmal der deutschen Sprache maechtig ist (haha), scheint sich dafür aber ganz schön gut mit der innerdeutschen Politik und Geschichte auszukennen ;)
Wo oder wie er sich solch ein umfassendes Wissen wohl aneignen konnte, wo er doch der deutschen Sprache so wenig maechtig ist?! ;)
Dafür, dass er offensichtlich durch seine umfangreichen Kenntnisse und Beziehungen über Vietnamesen scheinbar selbst Vietnamese sein sollte, kennt er sich im Gegenzug aber ziemlich schlecht mit seiner eigenen Geschichte aus.. 

Wie kann ein erwachsener Mensch sich nur selbst so laecherlich machen?!
Das wird mir wohl immer ein Raetsel bleiben..... 

Sonntag, 18. November 2012

Đàm Vĩnh Hưng - Ein Kuss geht um die Welt

Hin und wieder sehe ich mir den Newsticker auf meinem Blog durch, der die letzten Nachrichten über und aus Vietnam in den deutschen Medien anzeigt.

Dabei bin ich heute überraschenderweise über das kleine Skandälchen mit "Đàm Vĩnh Hưng" gestossen.

"Mr.Đàm" wir er noch genannt wird, ist sicherlich mit einer der bekanntesten und besten Sänger in Vietnam, die ich kenne.
Er hat eine einmalige Stimme mit grossem Wiedererkennungswert.

Ich kenne die meisten seiner Lieder im Schlaf und hatte dadurch vor drei Jahren, etwa zur gleichen Zeit wie jetzt die riesengrosse Ehre, mit ihm auf der Bühne zu stehen und eines seiner Lieder im Duett mit ihm singen zu dürfen.

Saenger und Entertainer Đàm Vĩnh Hưng

Es gibt ein Video von diesem Abend, an dem er hier in Hai Phong im MGM-Club performt hat und ich könnte mich so dermaßen in den A...llerwertesten beissen, dass ich es mir bislang nicht geholt habe, denn ich fürchte nach so langer Zeit werde ich nicht mehr drankommen. :(
Auch die Bilder, die meine Begleiter mit ihren Handys geschossen haben sind durch die Beleuchtung und den Ton von so selten schlechter Qualitaet, dass sie im Grunde unansehnlich sind, was ich mehr als bedaure.

So einen beeindruckenden Moment hat man sicher nur einmal im Leben und mir ist in Zeiten von Facebook, Twitter, Apps, Smartphones und Co nichts geblieben, ausser der Erinnerung an diesen Abend. :(

Mein Mann, sein Cousin, dessen Frau, ein paar weitere Freunde und ich hatten einen Tisch in vierter oder fünfter Reihe. Wir waren schon laenger nicht mehr gross ausgegangen und bester Laune.
Mit meinen blonden Haaren blieb ich nicht lange unentdeckt und auch das ich lautstark jedes der Lieder mittraellerte ist "Mr.Đàm" nicht verborgen geblieben und so laechelte er schon kurz nach Beginn seines Auftrittes alle paar Minuten in meine Richtung.

Die mehr schlechte als rechte Qualitaet der einzigen Bilder dieses Abends :(
Als er dann aber irgendwann anfing über mich zu sprechen und mich auf die Bühne rief, war ich trotzdem alles andere als darauf vorbereitet. Waere schön gewesen, wenn ich mir vorher wenigstens einen oder zwei von der Flasche Whiskey auf unserem Tisch genehmigt haette, damit das Herz nicht ganz so tief in die Hose gerutscht waere, aber wir waren mit aelteren Familienmitgliedern unterwegs und da gehört es für mich zum guten Ton, auf Alkohol oder Zigaretten zu verzichten.

Also bin ich dann sehr wenig selbstbewusst auf die Bühne geführt worden und wurde da von einem strahlenden Đàm Vĩnh Hưng in Empfang genommen, der mich so gleich allerlei Zeug fragte.
Unsere Unterhaltung fand komplett auf Vietnamesisch statt und so war er hinterher scheinbar fast so beeindruckt von mir, wie ich von ihm.
Er ist ein furchtbar fröhlicher und natürlicher Mensch. So hatte ich ihn mir ehrlich gesagt auch vorgestellt.
Nachdem wir unser nettes, kleines Plaeuschchen vor tausend Augenpaaren die auf uns gerichtet waren beendet hatten, bat er mich ein Lied mit ihm zu singen.

Ich kenne zig Lieder von ihm, aber meint ihr mir waere eines eingefallen?! :)
Ich stand also etwas ratlos da und er schlug dann "Khóc cho người đi" (wörtl.übersetzt soviel wie: "weine für den, der geht") vor, dass wir strophenweise zusammen zum besten gaben.

Eine Whitney Houston oder eine Mariah Carrey sind sicherlich das genaue Gegenteil von mir und zudem ist die Version dieses Liedes von Đàm Vĩnh Hưng auf eine maennliche Stimme zugeschnitten:
Kurzum: Es klang bestimmt fürchterlich beschissen :) aber die Leute fandens total geil. haha :)
(Vielleicht ist es ja auch gar nicht so schlecht, dass es keinerlei Zeugnisse dieses Ereignisses mehr gibt) ;)

Das Bild, das scheinbar weltweit für Aufsehens sorgt ;)
So, jetzt bin ich ein bisschen vom eigentlichen Thema des heutigen Beitrages abgeschweift.. ;)
Jedenfalls ist "Mr.Đàm" eine bekannte Grösse in Vietnam und saemtlichen Laendern, in denen Vietnamesen Zuhause sind und augenscheinlich Homosexuell.
Die allerdings lediglich "augenscheinlich", denn ein offizielles "coming out" (die offene Bekentniss zur Vorliebe fürs gleiche Geschlecht) blieb bei ihm bislang noch aus.

Trotz seines hohen Bekanntheitsgrades unter den Vietnamesen auf diesem Erdball kann ich mich aber nicht entsinnen, jemals in auslaendischen Medien -besonders den deutschen- von ihm gehört zu haben.
Zumindest bis vorhin nicht, als ich die Nachrichten des Newstickers durchging.
Dort entdeckte ich doch tatsaechlich gleich 2 Links zu Online-Nachrichtenportalen, die über ihn berichten:

-Die Abendzeitung München ( http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.vietnam )
-Das Onlinemagazin Queer (http://www.queer.de/detail.php?article_id=17863)

Der Anlass dafür:
Im Zuge einer Wohltaetigkeitsveranstaltung, bei der Spenden für Tumorkranke Kinder gesammelt wurden, hat der engagierte "Herr Đàm" eine Flasche Wein versteigert und als Dreingabe einen Kuss für den- oder die jenige geboten, welcher die Flasche ersteigert.
Und das waren ausgerechnet 2 buddhistische Mönche. Die zahlten sage und schreibe 55 Mio. Dong für das Gebraeu. Das sind immerhin rund 2.100 €
Weil das ein bisschen viel ist, für eine einfache Flasche "Sprit", gabs ja aber noch den Kuss von "Mister Đàm" oben drauf. Für einen der beiden Mönche mitten auf den Mund, für den anderen einen galanten Handkuss und das alles vor laufender Kamera und einem Millionenpublikum.

Der weitaus weniger "dramatische" Handkuss für Mönch Nr.2 ;)
Das blieb allerdings nicht ohne Folgen, wobei wohl weniger die Tatsache Auslöser für die allgemeine Empörung war, dass ein Mann hier einen anderen küsst, sondern das es sich hierbei ausgerechnet um einen Möch handelte.
Mönche in Vietnam leben genau wie Prister in Deutschland normalerweise in strengem Zölibat und es ist ihnen ebenfalls untersagt eine Ehe oder geschlechtliche Beziehung einzugehen, oder gar Kinder zu zeugen.

Meiner Meinung nach hat das aus diesem wirklich minder schweren Zwischenfall so einen Skandal gemacht.
Das der nun aber sogar bis nach Deutschland Wellen schlaegt, finde ich schon etwas sehr absonderlich!
Die Sache ist dem Kultusministerium scheinbar ziemlich unangenehm und peinlich und man hat Đàm Vĩnh Hưng kurzerhand eine 3 monatige Auftrittssperre verpasst und zu einer Geldstrafe von 5 Mio. Dong(?) verdonnert und auch den beiden Mönchen 3 Monate "Hausarrest" verpasst.

Der Saenger hat sich nach dem Zwischenfall übrigens ausdrücklich und mehrfach bei dem in Mitleidenschaft gezogenen Mönch entschuldigt und ihm gesagt, er solle nicht traurig sein.

Ich finde eine Bestrafung zwar ein klein wenig übertrieben, wesentlich übertriebener finde ich jedoch, dass die deutschen Medien nun über dieses Thema berrichten, wobei selbstverstaendlich mal wieder die Gunst der Stunde genutzt- und über den strengen Kommunismus und das langjaehrige Ein-Parteien-System geschrieben wird.
Als haette man selbst nicht genug Fehler im eigenen System..

Aber es ist natürlich schon `ne riesen- und aeusserst berichtenswerte Sache, wenn am anderen Ende der Welt ein Sack Reis umfaellt... ;)

Hier für euch jedenfalls noch der Youtube Clip von Đàm Vĩnh Hưng`s "Khóc cho người đi" zum reinhören: