Willkommen auf meinem Blog

Auf dieser Seite findet ihr -in den verschiedenen Rubriken unter dem Titelbild- viele nützliche Infos rund um das Thema Vietnam und zudem jede Menge lustig-bis spannende Anekdoten aus meinem Alltag, als Schwiegertochter einer vietnamesischen Familie..

Freitag, 13. April 2012

(KEO) - Begegnungen

Sie kommen immer genau dann, wenn ich wieder einmal an einem absoluten Tiefpunkt angelangt bin.
Wenn so richtig schöner Lagerkoller angesagt ist und ich mir denke, dass Vietnam mit all seinen Einwohnern mich mal am Allerwertesten kann, dann sind sie urplötzlich da:

Begegnungen.

Und diese "Begegnungen" hatte ich heute erneut. Gleich mehrmals innerhalb der zweieinhalb Stunden auf meiner Mitternachtstour mit King Kong.

So bin ich gerade des nächtens über den leeren Schienenstrang des Armenviertels geschlendert (es schien alles schlief tief und fest), als plötzlich eine Tür auf ging und ein bekanntes Gesicht erschien.
Ich kenne nicht mal ihren Namen, weiss lediglich, dass sie ihre beiden Hunde fast noch mehr liebt und verwöhnt als ich den meinen (falls das überhaupt noch möglich ist), sie ebenfalls raucht (und das als Frau und in aller Öffentlichkeit!), sich überhaupt nichts daraus zu machen scheint, ob sich jemand eventl. dran stört, dass sie es tut, dass sie ein richtig schön freches Mundwerk hat (was sie ebenso ungeniert, allzeit verlauten lässt) und das sie super nett und sympathisch ist und ich klasse mit ihr zurecht komme.

"Heyyyy wo warst du denn so lange?!?!" War das erste was ich vernommen habe und ehe ich mich versah, hatte sie sich schon bei mir untergehakt und in Richtung Strassenstand geschleift.

Der Strassenstand ist scheins DER Treffpunkt schlechthin für Nachtschwärmer aller Art.

Ich habe neulich (im Beitrag über die vietnamesische Variante des "Angelns") glaube ich schon mal über diesen Stand und seinen Besitzer -einen superlieben, älteren Mann den ich liebevoll "Opa" nenne- berichtet.

Die "coole Lady" meine Bekannte
Da sitzt alles auf den typisch-vietnamesisch styligen "Babyhocker" herum verteilt um den Stand, trinkt etwas, raucht eine und unterhält sich -der vorgezogenen Stunde zum Trotze- lautsark mit "Opa" und den anderen über Gott und die Welt.

Ich mag die komplette Bande ganz gerne und wurde auch vorbehalts-u.ausnahmslos von ihnen aufgenommen.
Dennoch halte ich für gewöhnlich nur einen kurzen Plausch im stehen und ziehe dann mit King Kông weiter.

Gestern wurde ich dann aber -bevor ich mich wieder vom Acker machen konnte- auf einen der Mini-Hocker katapultiert, hatte ein Getränk in der Hand und wurde in ein Gespräch vertieft, während der Hund meiner Bekannten und meiner einer tollend ihre Kreise um uns gezogen haben.

Das Lieblingsthema der Runde: Männer-Frauen / Frauen-Männer.
Wie wenig sich Vietnamesen doch manchmal vom Rest der Welt unterscheiden

Mein klener hübscher Mann
Nach rund einer halben Stunde habe ich mich dann trotzdem wieder auf den Weg gemacht und bin direkt den nächsten Bekannten in die Arme gelaufen.
Ebenfalls die Besitzer eines Nacht-Strassenstandes plus deren "Kundschaft".

Auch hier zunächst ein grosses "Hallo" warum ich mich so lange nicht habe blicken lassen und eine Einladung Platz zu nehmen, was ich auch einen kurzen Moment getan habe.
Den wenigen Gästen, die mich nicht kannten wurde auch sogleich erklärt, wie gut ich die vietnamesische Sprache drauf hätte und wie sehr ich doch einer Vietnamesin gleich käme, was einem riesen Lob gleich kommt.

Bubu`s süsse kleine Freundin
"Con bé này lói tiếng Việt giời giỏi lắm! Nó giống như người Việt Lam luôn!"
(Etwa: Die kleine spricht total perfekt Vietnamesisch! Sie ist genau wie eine Vietnamesin)

Das ging mir natürlich dann auch runter wie Öl.
Hatte ich ja eben noch Gott und die Welt, bzw stellvertretend die Vietnamesen gehasst.

Ganz ähnliche Sprüche habe ich auf dem Heimweg noch an 2 anderen Stellen vernommen und wurde hinterher sogar noch zum nächtlichen Kartenspielen auf offener Strasse eingeladen..

Da fällt es einem natürlich dann schwer, seinen "Hass" auf Land und Leute aufrecht zu erhalten

Gott sei Dank habe ich solche positiven Erlebnisse wirklich immer genau in dem Moment, wenn ich mich frage, was zur Hölle ich eigentlich hier verloren habe..
Und dann fällt es mir wieder ein: Ich LEBE hier!
Eben mit allem, was dazu gehört. Die guten, genauso wie die schlechten Tage..

Donnerstag, 12. April 2012

(CATINAT) - Wohin mit mir und den Kindern in Sài Gòn? Vorschlag 4 – Spiel(un)moeglichkeiten

Kinder, Kinder … wohin zum Spielen in der Stadt ? 
 
Es regnet. Normalerweise sieht es wochenendlich in unserem (Alters-):Heim dann so aus : 

 
Gemuetlich, nicht wahr ? Wie sich das anfuehlt , besonders unter den Fuessen, – beschrieben habe ich das schon.

Langweilig nach zwei Stunden. Tân Thịnh und Tân Thiên Phúc moechten jetzt toben, unter anderen Kindern sein , ohne Regen. Wohin ?

Verbinden koennen wir diesen Kinderwunsch mit unserem Interesse am Wochenendeinkauf , nicht weit entfernt von unserem Wohngebiet in Sài Gòn . 
 
Wellcome City-Market , 230 Nguyễn Trãi – Strasse ! “Big variety - great value.” 
 
Die Bedeutung des Strassennamens – nein , ich quaele nicht, weil schon gepostet : konfuzianischer Querdenker unter Le Loi . Alles klar ?

Wellcome” – der Prospekt auch ein bunter Quell der Sprachlernmoeglichkeiten :


Die Kids. Boese Zungen koennten behaupten, hier wuerden die Kinder fuer 70.00 Dong “abgestellt” werden. Waehrend sie (die Zungeninhaber und wir) zu Lotteria und diversen Kochnischen nach dem Einkauf essen gehen. 
 
Nein. Die Kleinen scheinen “Tiny World” zum Spielen zu nutzen. Der Eingang :


Und nach Unterbringung der Utensilien im verschliessbaren Schrank sich an die Regeln zu halten:


Das Spielangebot : Bruecken, Roehren, Leitern , Netze aus Schaum- und Kunststoff zum Turntoben oder Tobturnen. Aggressionen : leichte Plastikbaellchen zum Bewerfen.
Alles aehnlich wie fuer die anspruchsvollen Kids , Rafael und Nazifeh und Knut Wilhelm und … bei IKEA in Deutschland.
Fuer kulturell interessierte Vor- und Grundschulkinder : rechts unten eine bemattete Ruheecke mit Bilderbuechern der gehobenen Art. Die Ecke wird nicht nur von den Kindern genutzt. Auch die begleitende Oma ist da schon fuer ein Viertelstuendchen regelrecht eingepennt. Niemanden juckt es. Bis 21:30 Uhr. 
 
Opa muss jetzt mal muessen. Immer wieder gerne mit einem Vietnamesisch-Sprachlernkurs an der inneren Toilettenwand verbunden . Ein bilinguales Klo im “Wellcome”-Supermarkt sozusagen. So kann man dort sogar im Sitzen vietnamesisch lernen . Aber richtig ! - sitzen . Unter uns : die Betreiber haben recht . Bei “No” war mein Lernerfolg wirklich minimal.


Naechster und vorlaeufig letzter Kinderfreizeitspot : “Es regnet nicht. Wohin nun ?”

Mittwoch, 11. April 2012

Erste Anzeichen für sinkende Inflation

Nachdem wir im vorangegangenen Jahr eine spitzen Inflationsrate von über 20% Prozent hatten,
scheinen alle Zeichen nun auf einer Beruhigung der Situation zu stehen.

Nach der Höchstrate von bis zu 19,8 resp. 18,3 Prozent, die wir noch im November und Dezember 2011 verzeichnet haben, wurde im März nun ein Preisanstieg von "lediglich" 14,15 Prozent gemessen.

Dieses positiven Aussichten werden vom Chef der Zentralbank untermauert, der einen Rückgang des Leitzinses von jeweils 1% im Quartal angekündigt hat, sollte die Inflation tatsächlich weiter rückläufig sein.

Einziges Manko dieser guten Aussichten ist, dass die sinkende Inflationsrate auf einen Rückgang der Wirtschaftsleistung zurückzuführen ist.
Aktuell liegen wir mit einer Wachstumsdynamik von 4% pro Quartal, beim niedrigesten Wert innerhalb eines Jahres.
Zum Vergleich: Das ist weniger als die Hälfte des durchschnittlichen Wirtschaftswachstums, den Vietnam in den Jahren vor der Finanzkrise erreicht hat.


Dies scheint nun allerdings die Grössenordnung zu sein, die Vietnam ohne weitere Inflation
bewältigen kann, wenn man bedenkt dass Vietnam weiterhin mit einem relativ geringen Produktivitätsfortschritt zu kämpfen hat.

Dieser wird verursacht durch eine hohe Zahl unrentabler Staatsunternehmen, die nach wie vor rund 40% des vietnamesischen BIP`s ausmachen.

Das verdeutlicht nochmal wie wichtig Strukturreformen für Vietnam wären!

Aber selbst die Einschätzung freier Analysten auf ein Potenzialwachstums von max. 5% und die Sorge eines erneuten Inflationsanstieges im Falle weitere Expansionen ohne produktivitätsfördernde Maßnahmen,
können scheinbar den Übermut der Anleger nicht dämpfen.

Diese haben nach den ersten Anzeichen einer rückläufigen Inflation und dem zusätzlichen Verprechungen des Chefs der Zentralbank ihren Focus nun voll und ganz auf eine Zinswende gerichtet.

Bleibt weiterhin mit Spannung zu erwarten, was daraus wird!

Informationsquelle: Finanznachrichten.de

Dienstag, 10. April 2012

(KEO) - In China essen die Hunde...In Vietnam auch (Skurrilitäten d.vietnamesischen Küche)

Nachdem ich letztens von meinem kleinen Wolf berichtet habe, wollte ich euch diesmal zeigen, was so ein kleiner Wolf in Vietnam dann zu sich nimmt um gross und stark zu werden - und natürlich bleiben.

Dosenfutter ala "Chappi" und "Pedigre" kommt meinem Stinker nicht in die Tüte und selbst er ist ausschliesslich an frisch zubereitete Mahlzeiten vom Markt gewöhnt.
Da allerdings auch nicht einfach irgendwas banales wie Rindfleisch oder Schwein.

King Kôngs Leibspeise: Entenembryos (hier angerichtet zum Verzehr für Unsereins) ;)
Das wäre ja langweilig und weil sich ein vietnamesischer Hund ja auch irgendwie von seinen deutschen- oder schweizer Artgenossen unterscheiden muss, ist Bubus Leibgericht: "Trứng vịt lộn".
Das sind bereits gebrütete Enteneier. Schätzungsweise rund 15-20 Tage alte Enten-Embryos also.

Hier mal ein Bild aus der Wikipedia Enzyklopedie :)
Trứng vịt lộn gehört auch zu einem der Lieblingsgerichte meines Mannes.
Letzterer hat allerdings auch noch ein paar ganz andere Vorlieben, die King Kông wohl weniger glücklich machen würden, weil diese sehr speziellen Mahlzeiten unter anderen auch seine vierbeinigen Freunde umfassen.

Hundefleisch
Anh Tùng isst nämlich 1-2 Mal im Monat Hundefleisch.
Hunde-u.Katzenfleisch gibt es in Vietnam -zwar nicht an jeder- jedoch schon an sehr vielen Ecken.
Die Vietnamesen sind deshalb allerdings noch lange nicht DAS Hundefresservolk, als das so manch einer sie vielleicht sieht.
Hund und Katze stehen hier sicher nicht auf der Tageskarte eines jeden Restaurants und werden lediglich mal so "zwischendurch" gefuttert, wenn man Lust auf was "besonderes" hat.
Sie sind zudem absolute Geschmackssache!

Noch ein Teller "köstlichen" Hundefleisches
Einer mags. Der andere nicht. Nicht wenige Vietnaesen finden es ausserdem mindestens genauso "unangebracht" od. "moralisch nicht vertretbar" des Menschens besten Freund zu essen, wie wir Europäer auch. Mein eigener Bruder war bei seinem letzten Besuch ganz wild darauf es zu probieren.
Da habe ich ihm allerdings einen Strich durch die Rechnung gemacht. >:)
Und auch so, scheinen sich die Geschmäcker nicht allzusehr von den unseren zu unterscheiden, denn diese Bilder stammen allesamt von meinem "experimentierfreudigen" Freund Adrian, der eine ganze Hand voll skurriler Gerichte hier im Eigenversuch mutig getestet hat. ;)
Ich selbst würde mir das nicht zutrauen. :)

Es ist angerichtet
Auf dem oben von ihm geschossenen Bild kann man wunderschön die typischen Beilagen für so ein "Hundsmahl" erkennen.
Die eigenwillige Speise muss selbstverständlich auch mit eigenwilligen Zutaten serviert werden.
Das wären Bánh Đa, das riesen "Krabbenchips-im Knäckebrot-ähnliche Gebilde" unten rechts im Bild neben der Coladose, welches mit Sesamkernen bestreut ist, ein Schälchen "mắm tôm" - eine (für mich) furchtbar widerlich stinkende, fermentierte Garnelenpast in einem blassen Lilaton, in die eine "quả chanh" (eine gelbe Limette?!) gedrückt wird und besonderes Grünzeugs, dass u.a. speziell aus "xả" (Zitronengras), "cây riềng", "lá mơ" und "húng chó" besteht.

Ausschnitt der Beilagen
Gut zu erkennen sind hier cây riềng und lá mơ.
Aber das ist ja bei weitem nicht alles, was Vietnam an Skurrilitäten zu bieten hat, wenn es ums Essen geht.
Grosser Beliebtheit erfreut sich beispielsweise auch Schlange auf dem Teller oder im Glas.
So gibt es in den meisten Städten auch mindestens einige Restaurants, die diese Spezialität anbieten.
Mein Fotosponsor Adrian hat mit seiner Freundin Ngân sogar so eines aufgesucht.

Aussenwerbung eines Schlangenrestaurants
Dies ist mit Sicherheit auch kein Mahl für Zartbesaitete. Mich würden keine 10 Pferde dazu bewegen, ein Tier zu verspeisen, wo mich schon beim alleinigen Anblick der blanke Ekel gepaart mit purem Grausen packt.
Adrian hingegen scheint das nichts ausgemacht zu haben und ist da sicher nicht der einzige, denn anders als z.B. Hund, polarisiert Schlangenfleisch nicht so stark.
Höchst ausgergewöhnlich dürfte die Erfahrung trotzdem sein, sein Essn im Vorfeld über den Boden schlängeln zu sehen.

Doch ein bemitleidenswerter Anblick für mich
Hinterher werden allerdings die "tollsten" Sachen daraus gemacht und dem Ideenreichtum der Vietnamesen sind so gut wie keine Grenzen gesetzt. Auf jeden Fall ist dann nurnoch äusserst schwer erkennbar, um was es sich hierbei handelt. So schwer erkennbar übrigens, dass mein Mann behauptet, er hätte mir bereits längst solch ein Stück in meinem Schälchen untergejubelt. Beim blossen Gedanken daran, er könnte mir hier die Wahrheit erzählt haben...Brrrr da schüttelt es mich gleich! Für diejenigen unter euch, die das nicht abschrecken kann, hier ein kleine Auswahl, was so alles aus einer Schlange gemacht werden kann.

Sieht gut aus - ist es bestimmt auch. Trotzdem nichts für mich!
Oder wem das nicht schmeckt, sollte vielleicht diese Suppe mit dem "gewissen Etwas" versuchen:

Ein heisses Schlangensüppchen gefällig?!
Jedoch sagt man der Schlange, oder besser gesagt dem Schlangenblut zum Beispiel, besondere Kräfte nach.
Das Paradebeispiel (wie sollte es anders sein?!): Die gesteigerte Potenz.
Darum geniessen speziell die vietnamesischen Männer gern einen Schnaps gebräut aus dem Leib oder den Innereien dieses kreuchend-u.fleuchenden Getiers, der oft in gängien Vodka-Flaschen abgefüllt wird.

Steht Vodka drauf, ist Eigengebräu drin
Da allerdings noch eine ganze Reihe anderer Gebrechen auf der Liste der nachgesagten Heilkräfte stehen, gibts das Selbstgebräute aus allen nur erdenklichen Schlangenarten in verschiedensten Varianten und Aufmachungen. Eine komplette Schlange eingelegt und konserviert in einer Flasche Schnaps, steht die Schlange eigentlich schon seit jeher in den Küchenschränken und Wohnzimmervitrinen vietnamesischer Haushalte. Selbstverständlich gilt auch hier: Alles im Sinne der Gesundheit und Vitalität.
Wers glaubt... ;)

Gut ein ganzes Dutzend schlängelt sich in diesem Behältnis
Demnach müssten Vietnamesen wohl das fitteste und potenteste Volk auf Erden sein..
Bei wem es nicht zu einer echten Schlange reicht, der kann sich zumindest ohne weiteres eben einen Aal besorgen. Der sieht wenigstens danach aus. Was besser schmeckt, kann ich leider oder Gott sei Dank (?!) nicht beurteilen, weil ich bislang weder-noch zu mir genommen habe.
Adrian zum Glück für meinen Blogbeitrag schon und darum gibts für euch zusätzlich noch ein Bild von einem -wie ich finde- ziemlich unappetlich aussehenden Aalteller:

Ob`s geschmeckt hat? Sieht für mich jedenfalls nicht danach aus ;)
Fast schon unspektakulär zu seinen Vorgängern erscheint dieser Hühnerkopf, dessen Verzehr für vietnamesische Verhältnisse tatsächlich nicht weiter ungewöhnlich oder besonders ist:

Hausmeister Krause würde sagen: Wat nen lecker Teilschen det Hühnerköpfschen
Zur Kategorie "nicht sonderlich ausgefallen" gehört in Vietnam sicherlich auch der Frosch.
Frösche findet man prinzipiell auf jedem besser sortierten Markt und  auch die örtlichen Lokale weisen in der Regel nicht selten ein Gericht aus Froschfleisch auf. Ich bin mir ehrlich gesagt gerade nicht sicher, ob ich bereits einen gegessen habe, oder nicht. Ich hoffe mal die Antwort lautet "nein", da diese armen Kreaturen bei lebendigen Leibe auf den Boden-, die Wand- oder gegen irgendeine Kante geschmettert werden.
Das sieht nicht nur äusserst brutal aus, sondern ist es auch. Aber der Mensch tuts trotzdem und weil es im Grunde genommen ja auch nicht besser oder schlechter ist als die anderen, stellen ich euch dieses "Menü" ebenfalls vor:

Froschschenkel
Äusserst erstaunlich, was ein untrainierter Magen so "Absonderlichkeiten" aufnehmen kann ohne zu kollabieren. Soweit mir bekannt ist, musste Adrian immerhin nach dieser Schlemmertour der besonderen Art und etlichen "Durchfällen" später, auf "Schonprogramm" wie KFC und Pizzahut umsteigen. :)

Typisch vietnamesischer Imbissstand auf offener Strasse
Zwar musste bei seinem Vorschlag sogar Katze und Ratte zu testen, selbst seine Hanoier Freundin passen, weil ihr das zuviel wurde, jedoch hat Adrian noch eine letzten "Leckerbissen" gekostet, der meiner heutigen Reihe an ausgefallenen Speisen in Vietnam quasi die Krone an Ausgefallenheit aufsetzt.
Ich poste euch jetzt einfach mal die Bilder dazu und kucke mal, wer von euch errät, was ich euch hier "aufgetischt" habe:

Na, wer erkennt um welches Tier es sich handelt?
An dieser Stelle meinen besten Dank an dich Adrian, ohne dessen wirklich klasse Aufnahmen dieser Blogeintrag sicher nicht zustande gekommen wäre. Wer übrigens mehr über die Geschichte von Adrian und Ngân erfahren möchte, kann für die beiden aktuell beim Leserbild der Woche abstimmen, da das Paar mit der höchsten Gesamtpunktzahl später von mir in einem ausfürhlichen Portrait vorgestellt wird. Erstmal gibts für euch aber noch einen Bilderhinweis:

Auch Adi kuckt schon etwas skeptisch
Letzte Möglichkeit herauszufinden, was ich euch vorgesetzt habe:

Welches Tier liegt hier auf dem Teller?
Na, habt ihr erraten um welches Tier es sich handelt?

Sonntag, 8. April 2012

(CATINAT) - Tấm und Cám


Ein uraltes universales Maerchen in einer vietnamesischen Fassung und hier von hoffnungsvollen zwei Nachwuchsschauspielern aus der Nachbarschaft in Sài Gòn als Theaterfassung zubereitet . Oben : die Enkelinnen in Amerika – offenbar in der gleichen Rolle. 
 
Es war einmal, da lebten eine Frau und ein Mann und ihre kleine Tochter Tấm . Als die Mutter eines Tages starb, heiratete der Mann wieder, aber die zweite Frau war eine böse Frau.

Sofort nach der Hochzeit wurde klein Tấm eingesperrt.
Da wurde den beiden ein neues Mädchen geboren. Es wurde Cám genannt, und beide Eltern liebten sie von Herzen. Die Stiefmutter erzählte dem Vater schlimme Dinge über Tấm. Sie teilte dem Mädchen eine schmutzige Schlafstelle in der Küche zu, schickte sie oft in den Wald und zum gefährlich tiefen Brunnen. Tấm bekam ganz zottelige Haare und eine tief braune Haut .

Die „böse“ Mama : Cola nur fuer Cám!
Aber sie wusch ihr Gesicht im Brunnen und erblickte ihr gewaschenes Gesicht, das sehr schön war.

Die Stiefmutter war dann ärgerlich und eines Tages schickte sie die beiden Mädchen zum Dorfanger, um Fische zu fangen. „Wir brauchen eine Menge Fisch, und wer nichts oder nur wenig nach Hause bringt, bekommt es mit der Rute zu spüren.“ Tấm hatte ihren Korb bald voll, Cám vergnügte sich. Am Abend griff Cám zu einer List. Sie schickte die Ältere in den Teich zum Waschen, weil deren Haut so dunkel war. In der Zwischenzeit stahl sie Tấm den vollen Fischeimer und machte sich auf den Heimweg.

Dumme, dumme Tấm, aetsch!
Tấm bekam mächtig Angst. Da drehte ein leichter Wind auf und der Himmel klärte sich auf und vor ihr erschien die Göttin der Gnade in einem blauen Kleid und einem grünenden Weidenzweig. (In anderen Versionen erschien : Buddha). „Vertrau mir. Deine Pein wird bald vorüber sein. Nun schau in deinen Korb.“ Da war jetzt ein lieblicher kleiner Fisch mit roten Flossen und goldenen Augen drin. Tấm bekam den Befehl, diesen Fisch im Brunnen vor ihrem Haus auszusetzen, ihn regelmäßig zu füttern und für Ihn zu sorgen. 
 
Das tat Tấm dann auch. Und der Fisch kam nur an die Oberfläche, wenn Tấm erschien. Da zog sich die Stiefmutter Lumpen von Tấms Kleidern über, ging zum Brunnen und rief den Fisch. Als er kam, packte sie ihn, fing ihn mit einem Netz und verspeiste ihn zum Abend. 
 
Arme, arme Tấm, sie weint bitterlich.
Als Tấm zurück kam, weinte sie bitterlich , aber die Göttin (bzw. der Buddha) erschien und tröstete sie : „Du musst die Gräten finden und sie unter deinem Schlafplatz vergraben. Jeder deiner Wünsche wird dann erfüllt werden.“

Tấm konnte die Gräten zuerst nicht finden, aber ein Huhn kam und sagte ihr : „ Klack. Klack . Du bist ein gutes Kind und wenn du mir Reis gibst, zeige ich dir, wo du die Gräten findest.“ 
 
Das gute Mädchen tat wie geboten und mit der Hilfe der Hühner, klack, klack, fand es die Wundergräten und vergrub sie am angegebenen Ort.

Als das Herbstfest kam, sollte nur Tấm zuhause bleiben. Die böse Stiefmutter hatte grüne und schwarze Bohnen durcheinander gemischt und befahl, sie zu trennen. Erst dann dürfe sie zum Fest nachfolgen. 
 
Allein gelassen, erschien Tấm die sanftäugige Göttin bzw. Buddha, ließ Tấm ihre Tränen trocknen und ihren Wunsch nach einem glitzernden, blausilbernen Überwurf für den Ball erfüllen. Aus den Fliegen im Haus wurden Spatzen, die die Arbeit erledigten. 
 
Als die Mutter und Cám die wunderschöne Tấm erblickten , konnten sie es kaum glauben und waren sehr wütend. Tấm flüchtete vor ihnen, verlor dabei aber einen Schuh. 
 
Der König hob ihn auf, bewunderte ihn ob seiner Zierlichkeit und ließ jede Dame ihn anprobieren, um die Besitzerin des Schuhs ausfindig zu machen. Sie würde seine Frau werden und die Königin des Reiches. 
 
Schließßlich fand man die schöne Tấm, der als einziger der Schuh passte. Und der König machte seine Ankündigung wahr und heiratete Tấm.

An des Vaters Namenstag besuchte Tấm gehorsam ihr Elternhaus mit der eifersüchtigen Stiefmutter und Schwester Cám . Die Stiefmutter wies Tấm an, auf einen Arecabaum zu klettern und Betelnüsse für die Gäste zu sammeln. Obwohl sie Königin war, scheute sich Tấm nicht und kletterte auf den Baum. Die Stiefmutter näherte sich mit einer Axt hinter dem Rücken unter dem Vorwand, die beißenden Ameisen für Tấm zu verschrecken. 
 
Mit einem schrecklichen Lachen fällte die Stiefmutter aber den Baum, der Tấm unter sich begrub. Sie war sofort tot. So ging der Plan doch noch auf, dass Cám den König heiratete und Königin wurde. 
 
Böse Cám, gute Tấm.
Die unschuldige und reine Seele Tấms lebte aber fort. In einer Nachtigall , die im Gehölz in der Nähe des königlichen Gartens lebte und wunderschön, süß und traurig und herzzerbrechend sang. Niemand konnte sich dem Gesang entziehen und jedem trieb es Tränen in die Augen. Der König suchte nach der Nachtigall und diese ließ sich willig auf seinen Ärmel herab, und er nahm sie mit in sein Schlafzimmer, wo sie blieb und für ihn sang. 
 
Eines Tages, als der König beim Rat war, kam die eifersüchtige Cám ins Zimmer und ergriff den Vogel, tötete ihn und verstreute die Federn im königlichen Garten. Doch wiederum : die Seele Tấms verwandelte sich in einen großen, mächtigen Baum. Der trug aber nur eine einzige Frucht. Eine köstliche Frucht, makellos gerundet, groß und sehr süß duftend. Als eines Tages eine alte Frau mit ihrer Kiepe auf dem Rücken darunter herging, fiel die Frucht vom Baum herab mitten in die Kiepe hinein. Als am nächsten Tag die alte Frau von ihren Gängen nach Hause kam, wo auch die Frucht war, erstaunte sie nicht schlecht, als sie das Haus und alle Zimmer schön aufgeräumt fand. Da öffnete sich vor ihren Augen die Frucht und heraus trat eine feenhafte, schlanke junge Dame. Die blieb fortan bei der alten Frau und sie lebten wie Mutter und Tochter. 
 
Eines Tages jagte der König im Wald, sah das Haus der alten Frau und bat, sich dort ausruhen zu dürfen. Die alte Frau setzte ihm Betelkuchen vor, und der König erstaunte, denn nur seine Frau Tấm hatte solch einen Kuchen machen können. Er ließ die junge Frau holen, die sich tief verbeugte, und er erkannte sie.

Vollblutschauspieler(innen), durch und durch!
Sie weinten bitterlich und der König setzte Tấm wieder als seine Frau und Königin ein. Er vergaß Cám. Die aber trat vor ihre Stiefschwester, lobte deren so helle schöne Haut und fragte, wie sie auch eine solch herrliche Haut bekäme. 
 
Aber Tấm durchschaute jetzt die böse List Cáms , ließ heißes Wasser in einen Bottich ein und sagte : Wenn du da hinein springst, wird dir geholfen. Cám glaubte ihr, sprang in das kochende Wasser und das war ihr Ende.

„Rollentausch“ : Schauspieler(in) Cám übergibt kurzfristig den schwierigen Part, ins heisse Wasser zu springen, an einen Kollegen . Überzeugend!
Als die Stiefmutter vom Tode Cáms hörte, weinte sie so sehr, dass sie blind wurde ; und später starb sie an gebrochenem Herzen. Königin Tấm aber war nun befreit von ihren Feinden und lebte den Rest ihres Lebens in Frieden und Glück.


Die Erleichterung nach seiner Auffuehrung vor kritischem , nachbarschaftlichem Publikum ist diesem Schauspieler ins Gesicht geschrieben.

Freitag, 6. April 2012

(KEO) - Wolfsblut

Um diesen Beitrag so posten zu können wie er ist, musste ich heute (mal wieder) die Hilfe meines technischen Meisters Adrian in anspruch nehmen.
Würde der Gute mir all seine Dienstleistungen rund um mein Notebook in Rechnung stellen, würden sicher noch meine Kinder daran zahlen.
Freundlicherweise tut er es nicht und somit konnte er mir gerade die höchstgradig kniffelige Aufgabe -via Fernsendung über Skype- (übrigens die beste Erfindung aller Zeiten für die, die fernab ihrer Lieben und Angehörigen leben!) bewältigen, ein Video um 180° Grad zu drehen...

Ja richtig gelesen! Die vermeintlich simple Arbeit, ein schlampiges Video, dass von mir mit der Handycamera aufgezeichnet worden ist, schlicht und ergreifend einmal umzudrehen.
Nach eineinhalb-stündigen Gewurschtel haben meine Nerven nicht mehr mitgespielt und ich habe den Ad-Man zur Hilfe gerufen.
Und selbst er, das Computergenie hat nun nochmal gut eine halbe Stunde daran rumgespielt, ehe es einwandfrei lief...

Aber gut, jetzt ist es ja geschafft, wofür ich mich auch nochmal ganz, ganz herrzlich bei dir bedanken möchte Adrian! Ohne dich wäre ich teilweise echt total aufgeschmissen!
Adi sei Dank, kann ich nun aber den eigentlichen Beitrag posten.

Der geht selbstverständlich mal wieder um den Sinn meines Lebens.
Und was ist der Sinn meines Lebens?! -Na klar, ihr habts erraten. Es ist King Kông!
Nein Spass, aber heute Früh habe ich es endlich mal geschafft, dass Handy noch rechtzeitig zu krallen, die Camera anzuschmeissen und draufzuhalten, als mein kleiner Mann sich wieder in einen seiner urischen Vorfahren verwandelt hat.

Ich habe keine Ahnung warum, wieso und weshalb, oder besser gesagt, was King Kông da raushört, aber jedesmal wenn dieser Typ mit seinem Fahrrad bei uns durch die Gasse fährt, dass mit einer krächzigen Tonbandaufnahme lautstark Werbung für seine angebotenen Dienste zur Reparatur von kaputten Elektrogeräten macht, dann flippt Bubu total aus.

Aus dem tiefsten Schlaf schreckt er auf, sobald er das Geratter des alten Kassettenrekorders hört, flitzt zur Türe, dreht sich nach mir um, um sich zu vergewissern, dass ich auch voll mit bei der Sache bin (was er immer tut) und dann gehts los:
Den Kopf tief in den Nacken geschmissen, den Rachen weeeeiiit, weeeeiiit aufgerissen, beginnt er sein Wolfsgeheul! Er ist doch aber ein Chihuahua... :)



Von einem Wolf hat King Kông mit seinen knappen 1,2 Kilo "Kampfgewicht" und seinen schätzungsweise max. 25-30 cm Standgrösse (von der Ohrenspitze bis zur Fusssohle), seinem kopierten Schwänzchen, dem kurzen Fell und seiner sonstigen Überempfindlichkeit gegen Alles (Kälte, Wärme, Alleinsein, Futterqualität, Pflege- u. Aufmerksamkeitsbedürftigkeit) mal ungefähr, so in etwa überhaupt rein gar nichts.

Er ist so weit von einem Wolf entfernt, wie eine Katze von einer Schildkröte würde ich sagen. :)
(Ist nicht so gemeint mein kleiner Schatz) ;)

Das ich mich da gewaltig getäuscht habe, kann man auf dem Videoclip von heute Morgen ja bestens erkennen.
Ich sag nur "Back to the roots". Scheint doch einiges an dem Wolfsblut seiner Ur-ur-ur-ur-ur-ur....Ahnen durch seine winzigen Adern zu fliessen.

Gut nur das King Kông keine Fledermaus ist. Wir wollen ja nicht wissen, als was er sich dann plötzlich wiedererkennen würde, sobald er irgendwas komisches hört...  :D

Mittwoch, 4. April 2012

(KEO) - Alle Welt schwärmt von Bubble Tea

Bubble Tea, der derzeit wohl der absolute Renner in Deutschland ist, hat seinen Ursprung scheinbar in Asien.
Wir sitzen somit also direkt an der Quelle, sollte man meinen.

Hier in Vietnam ist Bubble Tea aber momentan lange nicht so populär, wie in Europa.


Der Bubble-Tea
Selbstverständlich gibt es ihn hier auch, aber man sollte schon wissen wo man ihn bekommt, weil er nicht an jeder Ecke zu haben ist.
Ganz tüchtige Geschäftsleute haben sich natürlich direkt neben den Schulen angesiedelt und unsere Kurze kriegt auch ab und an nach dem Unterricht so einen Becher.

Ich selber muss gestehen, dass ich noch nie so ein Teil in der Hand hatte.
Ich habe eine andere, ähnliche Schwäche.

Meinen Fruchtbecher "to go":

Meine Variante: Der Fruchtmix im Becher
Der wird mit Erdbeeren, Ananas, Wasser- u.Honigmelonen, Mango, Papaya, Lychees, Äpfeln, Drachenfrucht (Thanh Long), usw in etwas süsser Kokosmilch angemacht, in einen grossen Plastikbecher mit Deckel gepackt und oben drauf kommt dann noch wie beim Bubble Tea ordentlich viel Glibberzeugs.

Gelbe, rote und organgefarbene kurze Geleesticks, lila-durchsichtige Gelle-Bubbles (also kleine Bälle) und transparente Glibber-Geleeschlangen.

Das Ganze gibt es je nachdem, wie umfangreich der Fruchtmix sein soll und wie ausgefallen die Extra-Fruchtsorten sind (bei mir meist eine gute handvoll Erdbeeren mit rein und Erdbeeren sind hier quasi "Exoten", werden soweit ich weiss importiert und kosten ein heiden Geld) so ab 15.000 Đồng aufwärts.
Mein Becher liegt bei 20.000 K und da ist wirklich nicht wenig drin.

Super zum Naschen für zwischendrin, sicherlich um einiges gesünder als der Bubble Tea und bestimmt auch um einiges figurfreundlicher.. :)

Auf alle Fälle: Lecker, lecker, lecker!
Unbedingt mal probieren, wenn ihr das nächste Mal in Vietnam seid.